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Rezension
Gil Scott-Heron - I'm New Here

I did not become someone different,
that I did not want to be.
But I’m new here!
Will you show me around?

Wenn Gil Scott-Heron sagt, er sei neu hier, dann ist man als alter Hase erstmal perplex. Die Jugend von heute wird ihm das aber abnehmen, denn welcher junge Hip-Hop-Fan weiß heute noch, welchen wichtigen Beitrag Heron damals, in den 70ern für die Begründung des Genres geleistet hat? Der alt gewordene Poet ist zurück, er will’s nochmal wissen. Glücklicherweise ist er nicht auf die Idee gekommen, seine alten Songs mit jungen Rappern neu aufzulegen.

“I’m New Here” ist eine Symbiose aus altbewährtem Soul und progressiver, sorgsam eingearbeiteter Elektronik. Ohne viel Tamtam singt und spricht Heron, sparsam mit Melodien unterlegt. Dennoch ist für Abwechslung gesorgt, denn der Meister beherrscht sein Fach noch wie eh und je. Man nimmt ihm nicht mal übel, dass der Spaß schon nach weniger als 29 Minuten vorbei ist, denn diese sind exquisit gefüllt.

Man sollte sich trotzdem Zeit nehmen. Das Album ist nicht mal eben nebenbei konsumiert. Dafür sind die Songs zu ruhig, die Lyrics zu wichtig und die Monolog-Passagen zu zerbrechlich. Gil Scott-Heron hat auch nach so vielen Jahren einiges zu sagen. Er ist aber zahmer geworden. Großangelegte politische Statements sind einem selbstreflektierenden Rückblick gewichen, dem man gern lauscht. Kaum ein anderer Künstler vermag es, mit so einfacher Ausstattung so intensiv zu klingen. Einfach großartig!

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Anspieltipps: Me And The Devil, I’m New Here, New York Is Killing Me, The Crutch

Das Album auf Grooveshark / Spotify

Me And The Devil

Every mix tape tells a story. Put them together, and they add up to the story of life.

Rob Sheffield

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