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Projekt Hörsturz: Rezension Runde 15

In der aktuellen 15ten Runde des Projekt Hörsturz haben wir es mal wieder mit einer ganz regulären Ausgabe zu tun. Allerdings gibt es doch eine kleine Besonderheit, denn ich habe die Regeln ein wenig geändert. Von nun an zählen alle Songvorschläge nur noch für die jeweils folgende Runde. Wer nicht unter den fünf ausgelosten Songs dabei ist, kann jetzt optional von den Teilnehmern bewertet werden. So hat man noch mal ein wenig mehr Musik zu entdecken, wenn man will und kein Song bleibt unbeachtet. Wenden wir uns jetzt aber erst mal den ausgelosten zu, die ja auch in die Gesamtwertung kommen.

Die ausgelosten Songs

Colin Meloy – Cupid

(von JuliaL49)
Die Stimme kommt einem Fan der Decemberists natürlich sofort bekannt vor. Dass es ein Cover von Sam Cooke ist, hätte ich ohne es gesagt zu bekommen, allerdings nicht erkannt. Ich schätze ja die Musik der Decemberists sehr. Mit diesem rein von Gitarre unterlegten Duett werde ich aber nicht so warm. Der Song gibt mir nichts. Ein simpler, leicht kitschiger Lovesong ohne das gewisse Etwas. Schade eigentlich, aber ich weiß ja, dass Colin Meloy es besser kann!

Rating: ★★½☆☆ 

Mardi Gras.BB – Down Down Down

(von beam)
Da wirft Beam uns aber wieder ein Sahnestück vor. Die Mardi Gras.BB liebe ich schon seit gut 10 Jahren und habe alle Alben im Schrank stehen. Zwar wurden sie zuletzt ein wenig langweilig, aber das tut ja bei diesem Song nichts zur Sache. “Down Down Down” ist einer der absoluten Kracher ihres Debuts “Alligator Soup”. Man muss zwar schon auf New-Orleans-Jazz stehen, aber dann kommt man nicht an diesen Jungs vorbei – und dass, wo sie ja nicht mal aus den USA stammen sondern in Mannheim beheimatet sind! Spitzen Song, der nur in der Albumversion ohne die Flöte noch einen kleinen Tick rauher und damit besser ist.

Rating: ★★★★★ 

Turmion Kätilöt – Sika

(von Konna)
Argh, was ist denn das? Übelster Kirmestechno gepaart mit Grunzmetal… – ne, also sorry, Konna, aber so wird das nix. Das ist ja fast schlimmer als dein vergangener Vorschlag! Ich hab ja nix gegen Industrial, aber dann doch bitte ohne sämtliche Klischees von sowohl aus dem Techno als auch dem Metalbereich zu bedienen…

Rating: ☆☆☆☆☆ 

Emir Kusturica & The No Smoking Orchestra – Daddy, Don’t Ever Die On A Friday

(von beetFreeQ)
Was ein Glück, dass mein Vorschlag auf dem Fuße folgt, um mir die Ohren wieder auszuspülen. Das No Smoking Orchestra hat ne lange Geschichte hinter sich, fand aber in ihrer Inkarnation zusammen mit Regisseur Emir Kusturica zu ihrer wahren Größe. Zwar ist nicht jeder Song so partytauglich wie dieser, aber insgesamt gibt’s hier nur kauzige Gute Laune serviert. Das verschrobene Stück stammt übrigens aus dem genialen Film “Schwarze Katze, weißer Kater”!

Rating: ★★★★★ 

Holyhell – Angel Of Darkness

(von cimddwc)
Andreas packt hier bombastischen Metal aus. Sowas kann gut gehen, muss aber nicht, denn grad so ausladende Metalstücke haben leider oft den Hang dazu, in absolut klischeehaften Kitsch abzudriften. Holyhell scheinen hier soweit gerade noch die Kurve zu kriegen. Allerdings wäre das trotzdem nicht unbedingt die Art von Metal, die ich oft und gern höre. Liegt vielleicht auch mit an dem weiblichen Gesang, der hier mal wieder für meine in dem Bereich sehr wählerischen Ohren nicht so wirklich funktioniert…

Rating: ★★½☆☆ 

Ein Schnitt von exakt 3 Punkten. Trotz der zwei 5-Punkte-Klopper nicht die perfekte Runde, aber man kann ja nicht jeden Song mögen. Wollen wir doch mal sehen, wie sich die sechs weiteren Songs schlagen! Diesmal aber im Schnelldurchlauf!

Die Bonussongs

Blackmore’s Night – Loreley

(von Stoffel)
Der weihnachtliche Ausflug der Band, den wir in der Weihnachtsrunde hatten, gefiel mir ja ziemlich gut. Auch dieser Song ist gar nicht mal schlecht und geht mit dem Renaissance-Thema erfrischend unverkrampft und klischeelos um. Doch, gar nicht schlecht!

Rating: ★★★½☆ 

Crystal Fighters – I Love London

(von Kamil)
Kamil’s Vorschlag bewegt sich ja auch verdammt nah an der Grenze zu 90s-Technoklischees. Generell muss Techno ja nichts Schlechtes sein und selbst Monotonie ist oft ein gewollter Bestandteil, aber mit dem Stück hier werde ich nicht warm. Es fehlt einfach die passende Hookline oder innovative Idee, um im Ohr zu bleiben. Und der übrige Rest geht leider schnell auf die Nerven…

Rating: ★☆☆☆☆ 

Jamie Cullum – Don’t stop the Music

(von Hannah)
Jamie Cullum ist ja einer dieser Sänger, die durch die Swingwelle hochgespült wurde und sich mit gefälligem Jazzpop gut halten konnte. Mehr als das bekommt man hier aber auch nicht zu hören. Ist mir alles ein wenig zu gefällig, wenngleich das Stück auch ohne zu nerven als Nebenbeiberieselung durchgeht, was bei dem mir unbekannten Original von Rihanna vermutlich nicht der Fall wäre.

Rating: ★★½☆☆ 

Knorkator – Böse

(von Sir Donnerbold)
Yay, wie kann man eine Band, die diese ganzen ach so bösen, unsäglichen Bands der Neuen Deutschen Härte wie Rammstein und Konsorten persifliert, nicht mögen? Für den witzigen Text und weil ich Rammstein und ähnliches abgrundtief hasse, gibt es die volle Punktzahl!

Rating: ★★★★★ 

Laibach – Tanz mit Laibach

(von Sebastian)
Oha, jetzt haben wir es ja direkt mit einem ernsthaften Beitrag aus dem selben musikalischen Dunstkreis zu tun. Wie schon bei Konna’s Vorschlag gesagt, kann ich eigentlich mit Industrial viel anfangen, aber eben nicht wirklich mit der von Technobeat unterlegten Variante davon. Der pseudoböse Stil von “Tanz mit Laibach” liegt mir ganz und gar nicht und wirkt auf mich nicht viel weniger albern als Rammstein…

Rating: ½☆☆☆☆ 

The Raconteurs – Steady, As She Goes

(von Fini)
Ich mag fast alles, was Jack White anfasst. Da gehören natürlich auch die Raconteurs dazu. Allerdings ist Steady As She Goes einer der schwächeren Songs des Debuts, daher muss ich nen halben Punkt abziehen.

Rating: ★★★★½ 

Mit 2,909 Punkten reißen die Bonussongs den Gesamtschnitt ein wenig runter. Es war aber trotzdem so einiges wirklich schickes dabei!

Mein Vorschlag für die Soundtrack-Runde

Die 16te Runde wird sich ausschließlich mit Soundtracks beschäftigen. Dazu gehören neben dem orchestralen Score allerdings auch “normale” Songs, die in Filmen und Videospielen gespielt werden. Da ich gern Soundtracks höre und viele meiner liebsten Künstler bereits Musik zu Filmen beigesteuert haben, ist die Auswahl eines einzigen Songs alles andere als leicht. Entschieden habe ich mich letztendlich für Yann Tiersen’s “Comptine d’un autre été : L’après-midi” aus “Die fabelhafte Welt der Amelie” entschieden. Es gibt kein reines, instrumentales Klavierstück, dass mich mehr bewegt als dieses. Um ehrlich zu sein, mag ich reine Klaviermusik sonst nicht mal besonders!

Kommentare

1

So schlecht ist Laibach doch gar nicht, oder ? Nun ja, ist halt Geschmackssache. Für die nächste Runde wird es was in Richtung Rock n Roll geben denke ich mal.

geschrieben von Sebastian
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2

Das Klavierstück was Du vorgeschlagen hast ist wundervoll … erinnerte mich sofort an Das Piano :)

geschrieben von stoffel
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3

@Sebastian: Ja, ist wirklich alles Geschmackssache. Ich kann mit solcher Musik nichts anfangen, vor allem, wenn sie diesen deutschen Militärton hat, wenn man das so nennen kann.

@stoffel: Den Film sollte ich mir auch endlich mal ansehen!

geschrieben von beetFreeQ
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4

Dasselbe, was Du zu Jamie Cullum sagst, würde ich wahrscheinlich über Michael Bublé schreiben. – Tu’ ich aber nicht, weil seine Fans mich dann (wahrscheinlich zurecht) für ziemlich ignorant halten würden und ich bisher noch kein ganzes Album geschweige denn ein Konzert von ihm gehört habe. Von JC aber schon. Auch habe ich mir die Mühe gemacht, die Rihanna-Version anzuhören, und da kann ich nur sagen: Das ist der Unterschied zwischen seelenlosem Mainstream-Pop und echter Musik. Mögen muss man’s deswegen natürlich noch lange nicht. Für mich drückt eben das, was Du “gefällig” nennst, die reine Lebensfreude aus. Jazzpuristen hassen ihn, Rockfans wohl sowieso, Musikfans sollten sich mal besser informieren, bevor sie solche Allgemeinplätze vom Stapel lassen!

geschrieben von Hobbitlady
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5

@Hobbitlady: Ich habe ja nicht gesagt, dass Jamie Cullum ein schlechter Musiker ist, sondern nur meine völlig subjektive, geschmackliche Sicht geschildert.

Ich halte es nicht für ignorant und uninformiert, wenn seine Musik für meinen Geschmack nun mal einfach zu gefällig wirkt und es einfach nicht meine Wellenlänge ist. Bin ich gleich ignorant, wenn ich etwas nicht mag? Warum muss ich mich näher mit einem Künstler befassen, von dem mir bisher kein Song wirklich gefallen hat? Und ja, ich habe schon weit mehr Stücke von ihm gehört als dieses eine.

Sollen seine Fans die Musik doch ruhig hören. Ich freue mich, wenn jemand seine Musik hört, statt sich nur dem Charts-Mainstream hinzugeben. Aber für mich ist das einfach nix.

geschrieben von beetFreeQ
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6

Hi beetFreeQ!

Wenn Du meinen Kommentar sorfältig liest, wirst Du feststellen, dass ich Dir keineswegs abspreche, seine Musik nicht zu mögen. Mir geht es ja mit Micheal Bublé ganz genauso!!! Ich habe mich nur an dem ersten Satz gestört, der für mich schon ziemlich abfällig klingt und impliziert, er würde “auf einer Welle schwimmen”. Das ist sicher nicht der Fall und ganz bestimmt nicht, was die sogenannte “Swingwelle” betrifft. Auf dem neuen Album ist nur noch ein einziger Swingtitel, der Rest bewegt sich in ganz anderen Bereichen bis hin zu Elektro. Aber egal, das ist alles Geschmachssache, und ich bin ja froh, dass nicht alle auf ihn abfahren. Ich mag nämlich keine Stadion-Konzerte ;-). Nebenbei gibt es natürlich auch Bublé-Fans, die ihn mögen – mich findest Du sonst eher (meinen Kindern sei Dank!) auf Gothic-Festivals. :-)

geschrieben von Hobbitlady
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7

Ach, es ist immer so schön zu sehen, das sich Konnas und dein Musikgeschmack so unterscheiden wie Himmel und Hölle… :-)
Gut, das ich mich da in der Mitte bewege 😉

geschrieben von endgueltig
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8

@Hobbitlady: Das muss ich dann falsch interpretiert haben. Abfällig war mein erster Satz an sich gar nicht gemeint. Ich wollte damit nur sagen, dass er eben im Zuge der Swingwelle seinen Karriereboost hatte und jetzt mit Jazzpop sein Geld verdient, was sicher nichts schlechtes ist. Dass er nur noch ab und an wirklich Swing macht, ist mir bewusst.

Mit Michael Bublé komme ich übrigens auch ganz gut klar, aber halt auch nur nebenbei, wenn’s mal irgendwo läuft. Aber ist doch schön, wenn die Geschmäcker so verschieden und vielseitig sind!

@endgueltig: Hehe, ja, ich hoffe ja auch noch auf den Tag, dass ich mal nen Vorschlag mache, den Konna mag!

Diesmal konntest du mit Konna’s Song aber auch nicht so wirklich etwas anfangen, was? 😉

geschrieben von beetFreeQ
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