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Serienkritik:
Jekyll

Trust me! I’m a psychopath!

Wissenschaftler Tom Jackman lebt ein schönes ruhiges Leben mit Frau und Kindern bis er nach und nach bemerkt, dass er eine zweite, übermenschlich starke, animalische Persönlichkeit entwickelt, die ihr ganz eigenes Leben führt. Um seine Familie davor zu schützen, trennt er sich von seiner Frau und heuert die Psychiatrie-Krankenschwester Katherine Reimer an, um seinen Fall zu beobachten. Als er feststellt, dass er der Nachkomme Dr. Jekylls und Mittelpunkt einer Verschwörung ist, beginnen die Dinge zu eskalieren.

Relativ unbemerkt startete im Januar 2009 die BBC-Miniserie “Jekyll” auf Arte. Zwei Jahre zuvor wurde sie aber in Großbritannien gefeiert und auch von den Kritikern hochgelobt. Ob es an der sicher nicht ganz leicht umzusetzenden Synchro oder dem ungewohnten Sender für Thrillerserien lag, dass Jekyll in Deutschland kaum Beachtung fand, mag ich nicht zu sagen. Verdient hätte sie es aber allemal.

Steven Moffat, der vor allem für seine Sitcom “Coupling” und einige Folgen von “Dr. Who” das Drehbuch schrieb, ersann auch die als Sequel zu Robert Louis Stevenson’s Novelle “Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde” konzipierte Miniserie. Unter der Annahme, die Geschichte Dr. Jekyll’s sei wirklich passiert, wird ein Netz aus Suspense-Szenen und Story-Twists gewoben, von dem man erst wieder loskommt, nachdem alle sechs stark aufeinander aufbauenden 50 minütigen Episoden gelaufen sind.

Getragen wird die Geschichte vor allem durch die geniale schauspielerische Leistung von James Nesbitt, der sowohl Dr. Jackman als auch den psychopathisch-kindlichen Hyde spielt. Aber auch die anderen Darsteller tun ihre Sache mehr als gut. Wer also mal eben 300 Minuten übrig hat, wird diese alles andere als vergeuden, wenn er sich dieses Serien-Kleinod ansieht!

Rating: ★★★★★★★★½☆ 

Edit: Wer gut englisch kann, sollte sich auf alle Fälle die britische DVD-Box zulegen, denn diese ist zum Einen weit günstiger[1] und zum Anderen ungeschnitten, während in der deutschen Fassung wenige Szenen und ein paar Schimpfwörter fehlen. Danke für den Hinweis an Tobi und Julia, die beide vor einer Weile übrigens auch absolut lesenswerte Rezis geschrieben haben.

  1. zumindest auf dem Amazon-Marketplace oder direkt über amazon.co.uk []

Kommentare

1

Ich fand die Geschichte von Dr. Jekyll und Mister Hyde schon als Kind faszinierend (Dank dem Film “Der Pagemaster”). Eine moderne Verfilmung kommt da grade recht!

geschrieben von chaosmacherin
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2

@chaosmacherin: Ich glaube, bei deinem Filmgeschmack wird dir die Serie sehr gut gefallen! Die Originalgeschichte wird hier sehr gut fortgesetzt und der Hauptdarsteller ist einfach genial.

geschrieben von beetFreeQ
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3

jekyll ist ganz großes fernsehen, gehört mit zum besten was moffat gemacht hat. und james nesbitt bringt beide rollen erstklassig rüber!

aber warum 300 minuten? hast du ne deutsche version, eine gekürzte? weil in england waren das mehr minuten, meine ich mich zu erinnern.

geschrieben von tobi
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4

Die BBC verkauft Serien leider häufiger nur in gekürzter Fassung ins Ausland angeblich mit der Werbezeiten-Optimierung als Begründung. Die Sender können daran dann leider auch nichts mehr ändern, selbst wenn sie gar keine Werbung zeigen…

Die Synchro ist meines Erachtens gelungen, aber ARTE hat nun mal leider wenig Zuschauer. Ab 6.4.2010 zeigt der Sender die Serie übrigens noch einmal, dann immer Dienstag abends in Doppelfolgen.

geschrieben von Gast
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5

@tobi: Hmm, also so wirklich Infos über eine Kürzung der deutschen Fassung habe ich nicht gefunden. Allerdings weichen die Längen der ersten Folgen einige Minuten von den Angaben auf der IMDB ab. Sie passen da eher zu der Länge der schon im britischen Fernsehen gekürzt gezeigten Fassung. Es kann also sein, dass die deutsche DVD-Fassung nur die gekürzten TV-Folgen enthält, da man sich vielleicht die Synchro der zusätzlichen Szenen sparen wollte oder gar nicht die ungekürzten Folgen bekommen hat. Eine genauere Info dazu hab ich aber leider nicht gefunden. Ich werde aber mal sehen, ob ich die britische Fassung in die Finger bekommen kann, um das zu vergleichen. Ich hatte beim Schauen aber zumindest nicht das Gefühl, mir hätte was gefehlt…

@Gast: Ja, auf Pro 7 oder einem ähnlichen Mainstream-Sender wäre die Serie vermutlich bekannter geworden. Und danke für die Info, wann sie wiederholt wird.

geschrieben von beetFreeQ
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6

So, ich werfe auch noch meinen Senf zur Kürzung dazu! Ich hatte die Serie letztes Jahr vorgestellt mit dem Hinweis, dass die Box nur £ 3,98 kostet und wer sich dann noch die gekürzte deutsche Fassung antut, der ist selber schuld. Zumal bei der Original-Box einige gute Extras dabei sind (Making Of und Audiokommentare). Mangelnde Englischkenntnisse als Ausrede gelten bei Euch beiden ja nicht, oder?!

PS: Moffatt hat nicht nur einige Doctor Who-Folgen geschrieben, sondern die besten Folgen und er ist seit Staffel 31/5/1 der Produzent und Hauptschreiber, weswegen es jetzt die beste Zeit ist, mit Doctor Who anzufangen :)

geschrieben von juliaL49
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7

@juliaL49: Oh danke für den Hinweis. Deine Rezi muss ich damals völlig übersehen haben. Allerdings war ich damals auch nich nicht so ein Serienfan.

Zum Glück hab ich mir die DVD-Box nur von einem Kollegen geliehen (so bin ich überhaupt auf die Serie gekommen). Wenn ich sie mir selbst zulege, wird’s wohl sicher die englische Fassung sein, grad wo die so extrem günstig ist, wenn man nicht grad die Import-Fassung auf amazon.de nimmt ;)

geschrieben von beetFreeQ
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8

Mir ist gerade ein kleiner Fehler aufgefallen: Moffat schreibt sich am Ende mit einem T! Ich bin da immer etwas unsicher, da Peter Davison eigentlich Peter Moffett heißt und nie weiß, wo die vielen Doppelbuchstaben hingehören.

geschrieben von juliaL49
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9

Oh stimmt, da hast du recht. Ist mir gar nicht aufgefallen. Wird gleich mal geändert!

geschrieben von beetFreeQ
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Trackbacks/Pingbacks

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[...] der miniserie jekyll hat steven moffat damals, sowohl mir, als auch anderen, bewiesen wie gut klassische inhalte in die heutige zeit transportiert werden können, auch in [...]

gesendet von sherlock | red flog
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