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Rezension Massive Attack - Heligoland

Oh well, the devil makes us sin
But we like it when we’re spinning in his grip.

Massive Attack haben es sich in den letzten sieben Jahren seit ihrem letzten, mit gemischten Gefühlen aufgenommenen Album “100th Window” nicht leicht gemacht. Seit 2003 ließ Robert “3D” Del Naja jährlich verlauten, das neue Album erscheine im kommenden Jahr, Scharen an Gaststars gingen zu Sessions ein und aus und dennoch wollte nicht so recht etwas dabei herauskommen.

2008 traf 3D dann die Entscheidung das bis dahin komplett eingespielte Album unzufrieden wegzuwerfen und neu zu beginnen. Nochmal wollte er sich nicht verzetteln. Mitstreiter Daddy G wurde wieder ins Boot geholt und mit Unterstützung von Damon Albarn nahm man dann in relativ kurzer Zeit Heligoland[1] auf.

Diese Radikaltour hat dem Album gut getan. Ohne zu wissen, welche Qualität die weggeworfenen Songs wirklich hatten, kann man eindeutig sagen, dass die zehn Stücke, die zusammen Heligoland bilden, zu dem besten gehören, was Massive Attack seit “Mezzanine” veröffentlicht haben. Auf den ersten Blick bis auf das Gerüst reduzierte Songs, die sich um kaum mehr als ein bis zwei kurze Melodiebögen drehen, entwickeln sich mit jedem Hördurchlauf zu detailreichen Kleinoden. Songs wie “Psyche” mit Martina Topley-Bird zünden sofort, andere wie “Flat Of The Blade” mit Elbow-Sänger Guy Garvey brauchen ein paar Durchläufe, um zu wachsen.

Massive Attack breiten auch auf ihrem fünften Studioalbum keine wohlig sonnigen Stücke aus, klingen aber doch weitaus wärmer als sie es noch auf dem arg unterkühlten “100th Window” taten, was sicher nicht zuletzt an der Rückkehr Daddy G’s liegt, der auf dem Vorgänger nicht dabei war. Neben den schon genannten Gästen haben auch Tunde Adebimpe (TV On The Radio), Hope Sandoval, Damon Albarn und der immer wiederkehrende Horace Andy ihre Stimme geliehen und Portishead’s Adrian Utley ist an der Gitarre zu hören. Dennoch hat man nie das Gefühl, eine Compilation vor sich zu haben.

“Heligoland” ist sicher kein wegweisendes Werk wie es noch die ersten der Band waren, aber das ist heute auch gar nicht mehr nötig, um zu überzeugen, und das kann das Album auf jeden Fall.

Rating: ★★★★★★★★½☆ 

Anspieltipps: Pray For Rain, Splitting The Atom, Psyche, Paradise Circus

Das Album auf Spotify | Luisterpaal

Paradise Circus

http://www.vimeo.com/9048988

  1. Der Name ist wirklich die englische Bezeichnung für die deutsche Insel Helgoland []

Kommentare

1

Hab das Album grad das erste Mal durchgehört. Ist echt gut, aber weiß noch nicht ob ichs so herausragend finden werde wie du. Muss es wohl nachher noch ein zweites Mal hören…

geschrieben von Schaps
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2

@Schaps: Ja, bei mir hat’s auch ein paar Hördurchläufe gebraucht, bis es wirklich Klick gemacht hat.

geschrieben von beetFreeQ
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