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Apple's iPad der Casual-Computer ohne Zielgruppe?

Es wird wohl kaum ein Menschen, der sich seit gestern im Internet bewegt hat, nicht mitbekommen haben. Apple rief mal wieder zu einer Veranstaltung, um ihr neuestes Gadget vorzustellen und die ganze Welt kam. Was sie dann vorstellten, ruft gemischte Gefühle hervor. Für die einen ist es die Revolution schlechthin, die anderen sind bitter enttäuscht. An sich interessiere ich mich selbst ja eher nicht für Apple, aber ein kleiner Kommentar zum iPad muss sein.

Ich mag Apple nicht. Der ganze Hype um ihre Geräte geht mir wie blöde auf den Senkel, das viel gelobte Design ist überhaupt nicht mein Stil und ihre Produkte halte ich für absolut überbewertet. Aber eins muss man Steve Jobs und seinen Mannen lassen: Sie wissen, wie man sich verkauft, wie man die Aufmerksamkeit auf sich zieht, um mit mal mehr mal weniger innovativen Dingen einen Reibach machen zu können.

Ein Mac ist sicher kein schlechter PC[1] und hat auch das eine oder andere innovative Detail hervorgebracht. Letztendlich ist er aber in Sachen Preis/Leistung vielen anderen PCs unterlegen. Der iPod ist nicht mehr als ein MP3-Player unter vielen. Er funktioniert zwar tadellos, lässt sich das aber mit äußerst happigen Preisen bezahlen, wo andere mehr Leistung für weniger bieten. Das iPhone war alles andere als das erste Handy mit Touchscreen. Dank Apples Know How in Sachen Bedienung sorgte es für den nötigen Boom in dem Bereich, ist technisch mittlerweile aber von Palm, Google und Nokia längst eingeholt oder überholt worden.

Und jetzt kommt das iPad, das wohl auf dem dahinvegetierenden Markt der Tablet-PCs der Retter sein soll. Jobs hat sich da großes vorgenommen, sagt, das iPad sei sein bisher wichtigstes Projekt. Wenn man sich das Gerät aber mal ansieht, fragt man sich, wer damit denn überhaupt etwas anfangen soll. Apple bläht seinen iPod Touch ordentlich auf, spendiert ihm aber kaum weitere Möglichkeiten, als iPhone und iPod bereits haben. Durchleuchten wir doch mal ein paar Szenarien, für die man sich so ein Gerät zulegen wollen könnte und ob es dafür wirklich geeignet ist.

unterwegs Texte schreiben, Mails beantworten, ein paar Bürotätigkeiten erledigen.

Apple hat mit ihrem iWorks ordentliche Tools parat, mit denen sich komfortabel die üblichen Office-Aufgaben erledigen lassen sollen. Um das aber zu einem vergnügen zu machen, fehlen ein paar wichtige Möglichkeiten: das iPad unterstützt wie schon das iPhone kein freies Multitasking. Man kann also grundsätzlich nicht mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen lassen, um beispielsweise während des Schreibens etwas im Internet zu recherchieren o.ä.. Es sei denn, Apple lässt dies explizit für entsprechende Anwendungen zu, was aber sehr fraglich ist.

Die Bildauflösung ist mit 1024×768 für heutige Verhältnisse ziemlich gering. Dieses Manko haben allerdings auch die meisten Netbook-Konkurrenten. Viel schwerwiegender ist aber die Bedienung über den Touchscreen. Mit den bloßen Fingern lassen sich nämlich zum einen weder ordentlich Aufgaben erledigen, bei denen es auf Präzision ankommt, noch eignet sich eine reine virtuelle Tastatur für lange Texte. Zwar gibt es als Zubehör eine Bluetooth-Tastatur zu kaufen, aber auch die ist wieder nur mehr Ballast für unterwegs, den ein praktisches Netbook nicht hat. Wie es zudem mit weiterer Peripherie wie Drucker etc. aussieht, steht noch in den Sternen.

Spiele spielen

Apple hat schon mit dem iPhone bewiesen, dass sich durchaus ordentliche Spiele für eine reine Touch-Oberfläche entwickeln lassen. Allerdings wird das nur Casual-Gamer befriedigen. Zum Einen dürfte die Leistungsfähigkeit des iPad für wirklich schicke 3D-Grafik kaum ausreichen, da sich ein niedriger Detailgrad bei der Größe des Displays kaum verstecken lässt, und zum anderen eignet sich ein reiner Touchscreen auch nur bedingt für die meisten Genres. Es geht halt wie schon bei der Tastatur nichts über ein ordentliches Eingabegerät.

Nutzen von Multimedia

Auf den ersten Blick ist das iPad ja die perfekte Möglichkeit, um gemütlich auf dem Sofa Musik zu hören, Filme zu schauen oder Fotos zu betrachten. Allerdings wird ein iPad nicht viel mehr Speicher besitzen als ein iPhone. Die geplanten 16-64 GB sind zwar für ein Handy eine ganze Menge, wenn man aber seine Multimedia-Sammlung mit hochauflösenden Filmen, Musik etc. komplett auf dem iPad herumschleppen will, wird man schnell an die Grenzen stoßen.

Zudem mangelt es an Anschlussmöglichkeiten. Es sind nach derzeitigem Kenntnisstand kaum Interfaces zu Fernseher, externem Monitor etc. vorhanden oder nur über weitere Accessoires zu kaufen. Auch auf einen USB-Anschluss und einen SD-Kartenleser muss man verzichten, wobei sich letzterer wohl immerhin nachrüsten lässt. Nicht mal ein DVD-Laufwerk bietet das Gerät. Zwar wird man das iPad via USB an seinen PC anschließen können, externe Festplatten oder ähnliches scheinen aber nicht anschließbar zu sein.

Kindle-Killer

Wenn man sich die Meinung vieler begeisterter Stimmen anhört, wird sich Amazon mit seinem teuren eBook-Reader Kindle warm anziehen müssen. Das iPad bietet einen eigenen iBook-Store, auf dem sich eBooks kaufen lassen. Zudem werden auch Zeitungen praktisch angezeigt werden. Im direkten Vergleich zum Kindle oder anderen modernen eBook-Readern, die ja speziell für dieses Medium ausgelegt sind, muss das iPad aber klein beigeben.

Zwar haben Kindle und co nur ein monochromes Display, das sich für Animationen nicht eignet, dafür ist es im Gegensatz zu einem auf Dauer augenunfreundlichen LED-Display speziell zum Lesen von Texten ausgelegt. Es verbraucht nur Strom, wenn man eine Seite umblättert, man muss also nicht nach ein paar Stunden Lesegenuss an die Steckdose. Außerdem ist das ePaper der Reader perfekt im Freien bei Sonnenlicht etc zu lesen, während man mit einem LED-Display da so die typischen von Laptops bekannten Schwierigkeiten haben wird.

Surfen

Gemütlich auf dem Sofa im Internet surfen wäre sicher eine praktische Sache. Allerdings schiebt Apple dem uneingeschränkten Web-Genuss auch einige Riegel vor, die nicht sein müssten. Das iPad wird nach derzeitigen Infos kein Flash unterstützen, was es für viele Seiten des Web2.0-Zeitalters unbrauchbar macht. Man wird seine geliebten Casual Games auf Facebook genauso vergessen können, wie das Musikhören auf Grooveshark und Konsorten und die Videos auf den Filmportalen, die nicht mit einer eigenen speziellen App am Start sind, die Flash unnötig macht.

Außerdem treten auch ähnliche Einschränkungen zu Tage, die einen schon beim Arbeiten plagen. Die Bildauflösung reicht zwar heute noch gerade so für die meisten Webseiten aus, aber auch hier geht der Trend zu höheren Auflösungen, was horizontales Scrollen oder Zoomen bedeuten würde. Außerdem wird man für aufwändigere Arbeiten im Web wie das Bloggen langer Texte o.ä. mit der virtuellen Tastatur auf Dauer nicht glücklich sein.

Nichts halbes und nichts ganzes.

Man sieht, das iPad hat in allen Disziplinen, die mir als sinnvolle Nutzung erscheinen, teils gravierende Macken. Zwar lässt sich alles damit machen, aber irgendwie nie wirklich in einem befriedigendem Maß. Für wen hat dieser überdimensionale iPod dann überhaupt einen konkreten Mehrwert? Mir fällt da – neben den typischen Fanboys, die eh alles von Apple haben wollen, egal, ob sie es brauchen oder nicht – eigentlich nur eine Zielgruppe ein: Die Computer-Muffel, denen richtige PCs zu kompliziert sind. Für die bietet sich mit dem iPad ein vermutlich einfach zu bedienendes, pflegeleichtes Gerät, das den niedrigen Bedürfnissen gerecht wird. Aber ist es nicht gerade diese Zielgruppe, die sich auch kaum für solchen technischen Schnickschnack interessiert? Ich wüsste so spontan niemanden, der zu der Zielgruppe gehört und wirklich Interesse an so einem Gadget hätte.

Sicher, das iPad wird wie bei Apples Erfolgsgeschichte üblich ein großer Erfolg und viele werden sich so ein Gerät kaufen. Ich würde mich aber nicht wundern, wenn das iPad in nicht allzu ferner Zukunft bei vielen einfach in der Ecke verstaubt, weil man ja eigentlich alles, was damit möglich ist, viel besser mit seinem PC/Mac/iPhone/DVD-Player erledigen kann, die man ja meist sowieso schon besitzt und auf die man mangels vollwertigem Ersatz im iPad auch nicht verzichten können wird. Und wer eben diese Geräte nicht besitzt, wird sich auch kaum ein iPad kaufen wollen.

Ich bin mal sehr gespannt, wie sich die Stimmung um das Gerät entwickeln wird, wo ja selbst eingeschworene Apple-Fanboys teils sehr kritische Meinungen äußern und die Parodien binnen Minuten nach Vorstellung des iPad das Web fluteten und dabei nicht nur die unglückliche Wahl des Namens[2] zum Thema haben. Außerdem ist Apple damit auch erneut nicht unbedingt der Pionier schlechthin. Es sind noch weitere Firmen wie HP mit Tablet-PCs in den Startlöchern, die mit ihren meist vollwertigen PC-Betriebssystemen vielleicht genau die Mankos umschiffen könnten, die das iPad besitzt. Auch wurden längst Tablets und Netbooks mit Touchscreen mit Android-Betriebssystem oder Chrome-OS angekündigt. Es bleibt auf alle Fälle spannend!

  1. Ja, ein Mac ist auch nur ein Personal Computer, das ganze Gerede von Mac vs PC ist Kokolores! []
  2. auf englisch bezeichnet der Begriff Pad zwar auch einen Notizblock, aber eben auch eine Damenbinde []

Kommentare

1

Alles was du sagst ist meiner Meinung nach richtig, man kann es aber auch kürzer sagen: Das iPad nutzt wie das iPhone eine abgespeckte Version von Mac OS, was ihm im Gegenteil zu einem Handy jeglichen Reiz raubt. Wenn auf dem Ding etwas Leopard-ähnliches laufen würde, wäre es vermutlich echt geil, aber so… der größte Fehler, den Apple imo in den letzten zehn Jahren gemacht hat.

geschrieben von Moritz
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2

@Moritz: Stimmt! Die Revolution wäre es, wenn man die Leistungsfähigkeit eines Desktop-Systems mit der Handhabung eines für Touchscreens ausgelegten Systems kombinieren würde. Aber ich denke, das ist nur noch eine Frage der Zeit!

Ist das iPhone OS denn wirklich ein abgespecktes MacOS oder eine völlig getrennte Entwicklung? Ersteres hätte ja zumindest das Potential unter der Haube. Das finde ich ja an Android so toll. Das System ist unter der Haube ein einfaches Linux und zudem Open Source. Das Ding könnte man fast überall zum Laufen kriegen, solange die Treiber stimmen und eben auch entsprechend erweitern und z.B. eine angepasste Version von Gimp darauf verwenden. Es gibt ja auch schon Hacks für diverse Handys, mit denen Android drauf läuft.

geschrieben von beetFreeQ
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3

Ich sehe das ganze ein wenig anders.
Es gibt nämlich sehr wohl ein Zielgruppe die das iPad bedient ebenso wie auch das iPhone – und das sind die Konsumenten die das Handy oder den Laptop nicht zum Arbeiten benutzen. Ich würde es mal die Spaß-Konsumenten nennen. Und in die scheinen sich die Kritiker die dieses oder jenes im iPad vermissen kaum hineinversetzen zu können. Das iPad soll meiner Meinung nach gar nicht all die großartigen Dinge können, die ja so “schmerzlich” vermisst werden, weil es kein Laptopersatz sein soll.
Es richtet sich an die Leute die eher weniger mit Computern zu tun haben, und die eine einfache, kleine, intuitiv zu bedienende, und im Falle des iPad sogar billige, Möglichkeit bekommen sich Abends auf die Couch zu setzen um ein wenig zu surfen, Musik zu hören, ein wenig Mails zu schreiben und vielleicht etwas lesen. Einfach das iPad schnappen, sich hinflätzen und geniesen. Mit dem Vorteil sich nicht groß mit Computertechnik auseinandersetzen zu müssen, denn wenn ich was brauche, dann lade ich ein entsprechendes App und gut ist.
Das iPad richtet sich nicht an den Businesstypen der in der Bahn oder im Flieger schnell noch seine Bilanzpräsentation machen will. Der hat dafür sein Laptop (im Idealfall aus Applesicht natürlich ein MacBook 😉 )
Das iPad ist der ideale Zweit- oder Drittrechner, das Zwischending zwischen Smartphone und Workstation. Und für genau diesen Zweck und die Zielgruppe fehlen die genannten Dinge eben nicht. Multitasking ist nicht nötig, da das wechseln zwischen den Apps so schnell geht, dass es genauso ist wie Multitasking nur eben nicht im technischen Sinn (Musik geht übrigens nebenbei).
Thema Flash: Wofür ist Flash denn bitte noch sinnvoll? Die meisten Flashanwendungen sind doch die Werbungen. Sicher gibt es Webseiten die Flash nutzen, aber von denen haben mittlerweile fast alle ein eigenes App entwickelt mit dem ihr Service besser und einfacher zu nutzen ist als auf der mit Flash überladenen Seite. Youtube und Vimeo arbeiten bereits mit HTML5. Viel geht nicht verloren.

geschrieben von Schorsch
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4

@Schorsch: OK, sicher werden die Spaß-Konsumenten mit dem iPad zu Beginn ihren Spaß haben, aber ich denke, dass auch die – sobald sie nach und nach Lust auf mehr haben – sehr an die Grenzen des Systems kommen werden. Die 16 GB sind sehr schnell voll, 64 GB auch und die Möglichkeit, externe Speichermedien anzuschließen gibt es meines Wissens nicht.

Ist das Switchen zwischen den Apps wirklich so flüssig? Ich gebe zu, dass ich sowas auf dem iPhone noch nie live gesehen habe, aber wenn ich mir vorstelle, immer ein Programm schließen zu müssen, um ein anderes öffnen zu können, stört mich das schon. Erst recht, wenn sich das Programm möglicherweise nicht merkt, wo ich gerade war, als ich es geschlossen habe.

Und Flash ist heutzutage gerade für die Spaß-Konsumenten sehr wichtig! Nicht umsonst hat ein Casual-Game wie Farmville gerade die Grenze zu 15 Mion. aktiven Spielern überschritten! Und für viele dieser Spiele gibt’s halt meines Wissens keine Apps, vor allem, wenn sie eng mit Facebook verzahnt sind. Außerdem surfen die Spaß-Konsumenten aber auch mal ganz gern auf Werbeseiten und in Gewinnspielen herum, die fast vollständig auf Flash setzen. Also gerade für die angepeilte Zielgruppe ist Flash in meinen Augen noch sehr wichtig.

geschrieben von beetFreeQ
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5

Um hier nicht falsch verstanden zu werden: Ich bin kein Apple-Fanboy, und es gibt auch genug was meiner Meinung nach nicht gut gelöst bei denen. Und kritisieren kann man genug und man muss nicht bei jedem Appleprodukt in Jubel verfallen,

16GB und 64GB sind nur die ersten Generationen, und sollte es kein Flopp werden, dann werden relativ schnell größer folgen. Aber da es mit dem Prinzip de Synchronisieren arbeitet, also sowieso nicht als Hauptrechner ausgelegt ist dies erstmal kein Manko. Man schleppt ja auch nicht immer sein komplettes Bücherregal abends auf die Couch umd dort in allen gleichzeitig zu stöbern.

Sollte sich das iPad einigermaßen gut verkaufen, dann werden die Gewinnspiel-Apps und Farmville-Apps recht schnell folgen – war beim iPhone auch so. Und es gibt so viele Spiele und Apps, dass eher Farmville und Konsorten im Zugzwang sind was für Ipad/iPhone anzubieten als andersrum, meiner Meinung nach.

Nochmals, es geht mir wenig darum das Ding zu verteidigen, als Dir die Perspektive eines anderen Nutzer näher zu bringen. Du begehst in meinen Augen den Fehler es zu sehr aus deinen Augen zu betrachten. Vollkommen legitim, und auch klar dass es für dich eben nichts ist. Du willst eben Arbeiten mit dem Teil. Dafür ist es eben nicht gedacht.
Aber man kauft sich auch keinen Posche um damit einen Umzug zu machen. Dafür nimmt man sich nen Laster. Und als Porschefahrer beschwere ich mich auch nicht, dass ich bestimmte Feldwege nicht fahren kann.

Was allerdings gar nicht geht, meiner Meinung nach, ist “Forderungen” zu stellen, ohne das iPhone geschweige denn das iPad jemals in den Händen gehalten zu haben. Nach knapp drei Jahren immer noch die Mär verbreiten, dass man nicht Musik hören und Surfen gleichzeitig kann, ist schwach. Multitasking unbedingt zu verlangen ohne jemals damit gearbeitet zu haben auch (dass switchen zwischen den Programmen funktioniert genauso schnell wie das öffnen und schließen der Fenster unter Windows, und die Programme merken sich wo sie waren – Das OS arbeitet ein wenig anders als Windows, also nicht von einem aufs andere schließen. Was dort wichtig ist ist beim anderen evtl. unnötig)

geschrieben von Schorsch
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6

@Schorsch: Man wird sehen, ob Apple bei entsprechendem Erfolg Modelle mit ehr Speicher anbietet. Allerdings kann das Argument, das iPad würde sich ja mit dem Hauptrechner synchronisieren, nur für eben die Leute gelten, die sowieso einen PC haben und haben wollen und das iPad als Zweitsystem nutzen. Wenn ich schon einen PC und ein Smartphone habe, sehe ich aber keinen Grund, das iPad zu kaufen. Aber das ist halt wieder meine Sicht der Dinge.

Dass Spiele dann im Zugzwang sind, eigene iPad-Apps zu schreiben, mag sein. Aber da ist in meinen Augen ein fader Nachgeschmack dabei, wenn Apple die Hersteller zwingt, spezialisierte Anwendungen für ihr Gerät zu entwickeln, obwohl diese schon in einem Quasi-Standard existieren, der auf fast jedem Betriebssystem läuft (mal von den Handy-Systemen abgesehen, die wegen des meist zu kleinen Displays und mangelnder Performance da auch rausfallen müssen). Genauso baut Apple ja auch keinen USB-Port oder ähnliche Standard-Schnittstellen ein und hat so gewisse Kontrolle über die Hersteller von Peripherie…

Du hast vielleicht recht, dass ich mich zu wenig in andere Leute hineinversetze, aber wenn ich mir die Menschen ansehe, die ich so aus dem näheren Umfeld kenne, wüsste ich niemanden, der wirklich damit etwas anfangen könnte. Und da sind Leute aus allen Bereichen dabei, von Nerds bis zu völligen Computerneulingen.

Mir geht es auch nicht primär darum, dass man mit dem iPad vermutlich nicht produktiv arbeiten können wird. Das war nur ein Aspekt unter mehreren, den ich zufällig als erstes genannt habe.

Forderungen in dem Sinne stelle ich an sich nicht. Ich zähle nur die Dinge auf, die mir daran fehlen. Ich will Apple nicht dazu bringen sie einzubauen, damit ich ihr Kunde werde. Es gibt ja auch Alternativen. Auch habe ich im Beitrag nicht gesagt, dass man nicht gleichzeitig Musik hören und surfen kann. Das habe ich gestern zwar leider dank fehlendem Wissen in einem Tweet angenommen, aber daher extra für den Beitrag nochmal nachgelesen.

Allerdings habe ich mich dennoch nicht so intensiv mit einem iPhone beschäftigt und es selbst ausprobiert, um wirklich objektiv zu sein. Aber das war auch nicht mein Ziel. Ich bin mehr als glücklich mit meinem Android und habe nach allem, was mir bisher – auch von Apple-Fans – über das iPhone an Lob und Kritik zugetragen wurde, meine Meinung darüber gebildet und auch die Entscheidung, dass es nichts für mich ist. Vielleicht habe ich dabei die sehr oft zu lesende Kritik über fehlendes Multitasking zu ernst genommen, aber ich habe mir gedacht, dass ja schon etwas dran sein wird, wenn das für sehr viele einer der wichtigsten Kritikpunkte ist.

geschrieben von beetFreeQ
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7

@Schorsch: Wenn das iPad auf die Leute ausgelegt ist, die nur “ein bisschen Spaß ohne Arbeit und Stress” am Computer wollen, kannst du mir dann sagen, wieso man einen Computer braucht, um es zum Laufen zu bringen? In Sachen eBooks ist zum Beispiel genau das ein Vorteil des Kindle (abgesehen davon, dass das Display im Gegensatz zu dem des iPads auch für längeres Lesen geeignet ist): dass Ding funktioniert komplett ohne Computer.

geschrieben von Moritz
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8

@Moritz hä? Du kannst natürlich das iPad ohne Computer benutzen. Es bezog sich nur darauf, dass die GB-Zahl ja angeblich so gering ist. Sollte es nicht ausreichen, kann man halt dementsprechend Synchronisieren, nicht anders als man es beim Kindle auch macht, der übrigens nebenbei gesagt nur 4GB hat. Also nur ein drittel der kleinsten IPad-Version. Das Ding muss also eurer Argumentation ziemlich unnütz sein. Stellt euch doch mal den iPad einfach nur als große Kindle-Variante vor mit dem man auch noch andere schöne Dinge tun kann. Denn das soll er sein.

geschrieben von Schorsch
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9

@Moritz & @Schorsch: Der Vergleich Kindle zu iPad hinkt leider ziemlich. Das iPad ist durch das einfache LCD-Display definitiv kein ordentlicher eBook-Reader (auch wenn Apple es gern hätte), dafür ist der Kindle eben nur ein eBook-Reader und nichts anderes. Weil man mit dem iPad ja auch Filme schauen, Musik hören und Fotos betrachten kann, sind die 16-64 GB auf Dauer meines Erachtens sehr knapp. Die 4GB des Kindle sind hingegen voll ausreichend, denn die werden nur gebraucht, um Bücher drauf zu speichern, die ja weit weniger Speicher brauchen als z.B. ein Film.

geschrieben von beetFreeQ
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10

Ich würde sagen: Ziel erreicht! Schön, das es Leute gibt, die absolut nichts von Apple haben wollen und Leute, die das Design und die Möglichkeiten einfach gut finden.
Es ist also so wie bei allen anderen Produkten auch.
Ich weiß gar nicht, warum man auf diesem iPad Filme haben sollte, die den Speicher von 64 GB überschreiten. Das soll ja keine Bibliothek sein, man soll sie (die Filme) ja austauschen…eben für die Couch.
Und diese Facebook-Spiele gehören eh verboten…Bah!
Habe auch nen iPod: es ist nur ein MP3-Player, richtig. Aber ein 1. wirklich guter und 2. wirklich schöner. Und so viel teurer, als andere gute ist er doch gar nicht!
Ich habe auch ein iPhone: es ist multitasking-fähig und so höre meine Musik während ich eine Email schreibe. Warum sollte das denn nicht gehen???
Was das iPhone tatsächlich nicht kann ist z.B. smsen, emailen und twittern gleichzeitig oder so, da bräuchte es ja drei Fenster…aber das macht doch so oder so niemand. Man macht eh eins nach dem anderen. Das schließen der App und das öffnen der neuen dauert nur eine Sekunde. Also: Was solls?
Es ist wohl halt so, das es für wohl die meisten Menschen das beste Design hat…was man verstehen kann, wenn man sich die klobigen Dinger der anderen Firmen anschaut.
So: Ich bin auch kein “Fanboy”; bin aber nicht dagegen, nur weil ich es nicht schön finde…

geschrieben von endgueltig
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@endgueltig: Öhm, welches Ziel meinste denn? 😉

Sicher gibt es Leute, die Apple gut finden und welche, die deren Produkten nichts abgewinnen können. Allerdings hat sich dieser Apple-Hype und Glaubenskrieg in der letzten Zeit dermaßen verstärkt, dass ich das mal in einem Beitrag mit rauslassen musste. Viele Apple-Fans versuchen bei jeder Gelegenheit die angebliche technische und designerische Überlegenheit Apples gegenüber der Konkurrenz anzubringen. Für sie ist Apple scheinbar der unfehlbare heilige Gral.

Gibt es irgendwo einen Nachteil bei Windows, die Mac-Jünger ergehen sich in Schadenfreude und treten es breit. Ist bei Apple mal etwas Mist, regt sich kaum jemand auf und die Fans sehen es als Feature (z.B. die fehlende Flash-Unterstützung etc.). Warum soll ich da nicht auch mal die in meinen Augen ziemlichen Nachteile des iPad aufzählen?

Dass die 64 GB zu klein sind, habe ich ja auch nicht als den Nachteil schlechthin dargestellt. User, die sowieso ihren Computer haben, werden da keine Probleme haben, aber als Gerät für die Leute, die mit Computern sonst nichts zu tun haben und keinen weiteren Rechner haben (was ja eine der anvisierten Zielgruppen ist), würden da an ihre Grenzen stoßen!

Dass Facebook-Spiele verboten gehören, ist eine Meinung. Dass sie vielen Leuten Spaß bringen und gerade die mit dem iPad angesprochene Casual-Zielgruppe sie en Masse spielt, ist Fakt. Davon abgesehen gibt es auch genügend wirklich gute, anspruchsvolle Flash-Games, die man nicht auf Facebook spielt.

Ich habe nie behauptet, dass der iPod ein schlechter MP3-Player ist. Nur ist er eben auch nicht das Non-Plus-Ultra, wie viele es sehen, und im Vergleich für seine Features relativ teuer, wobei das in den letzten Jahren schon etwas besser wurde. Ich spreche auch nicht speziell vom iPod Touch, denn der ist ja an sich ein telefonloses iPhone und hat mit seiner Feature-Fülle keine vergleichbaren Konkurrenten im reinen MP3-Player-Bereich. Wenn man ihn mit anderen Smartphones vergleicht, passt das schon eher.

Dass man nicht gleichzeitig Musik hören und Mails schreiben kann, habe ich ja auch nicht behauptet – ebenso nicht, dass das Gerät gar kein Multitasking kann! Aber das bezieht sich ja auch nur auf bestimmte Programme. Kann man z.B. mit anderen Programmen als dem eingebauten Player Musik z.B. per Last.fm-Radio oder Spotify hören, während man was anderes macht? Kann man während eines Telefonats (auf dem iPhone, das iPad hat ja kein Telefon) gleichzeitig schnell mal Notizen machen, ein Spiel spielen (mache ich mit meinem Handy z.B. sehr oft) oder im Internet eine Info raussuchen, die man seinem Gesprächspartner mitteilen will? Meines Wissens eben nicht!

Außerdem war die Erwartung von vielen an das iPad ja, dass es eine Art Notebook ohne Tastatur wird. Und da gehört nun mal die Möglichkeit, mehrere Fenster auf zu haben und z.B. auch per Drag & Drop Dinge zu verschieben, dazu, egal, ob man die Programme wirklich gleichzeitig nutzt.

Sicher hat Apple auch ein gutes Händchen für Design und Bedienung. Viele finden das wirklich schön, ich selbst nicht so, aber das ist Geschmackssache. Aber es gibt da auch andere Firmen, die in dem Bereich durchaus etwas auf dem Kasten haben. Heutzutage sind PCs, Laptops und Peripherie längst nicht mehr die hässlichen grauen Kästen, die man früher im Arbeitszimmer versteckt hat.

geschrieben von beetFreeQ
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12

Hier haben wohl viele keine Ahnung von Qualität und können nur vom Hörensagen berichten!

geschrieben von marc pittlick
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@marc pittlick: Das hat nichts mit “Ahnung von Qualität” oder “Hörensagen” zu tun. Als der Beitrag entstand, war das iPad gerade erst angekündigt worden und noch nicht auf dem Markt. Man konnte sich also nur auf die Fakten verlassen, die bis zu dem Zeitpunkt bekannt waren. Außerdem habe ich nirgendwo die Qualität eines Apple-Produkts in Frage gestellt sondern den Nutzwert!

Die meisten meiner angeführten Punkte gelten nun, nachdem ich ein iPad auch schon testen konnte und es Software-Updates gab, die das eine oder andere verbessert haben, aber in meinen Augen uneingeschränkt noch genau so und da stehe ich auch dazu!

Was sich nur grundlegend geändert hat, ist meine Einstellung zu Tablets generell. Ich werde mir auch möglichst bald ein ordentliches Tablet zulegen, bei dem sowohl Qualität als auch Nutzwert stimmt – und das wird definitiv nicht von Apple stammen!

geschrieben von beetFreeQ
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14

ich habe jetzt das ipad.
einfach klasse, ihr pc noobs!

geschrieben von Hans
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15

ihr seid alle so dumm!

geschrieben von Hans
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16

@Hans: Ah, ich vergaß, dass es ja doch eine Zielgruppe gibt: Pöbelnde Apple-Fanboy-Trolle… Schon mal was von konstruktiver Kritik gehört? Dein Kommentar war mal ein gehöriges Eigentor muss ich sagen!

geschrieben von beetFreeQ
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Kein Wind bewegt die Stille,
die Luft ist regungslos,
als wenn die Welt an diesem Ort in ihrem Atmen innehält

Kante

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