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Rap für Hip-Hop-Hasser

Kaum ein Musik-Genre hat mehr mit Klischees zu kämpfen als der Hip Hop, der diese Klischees gleichzeitig auch pausenlos auf’s neue bestätigt. Ich kann mich sicher nicht als Fan dieser Musikrichtung bezeichnen. Zu oberflächlich ist diese Musik meistens, zu viel Gangster-Gehabe, zu viel Geprolle, zu viel Fleischbeschau.

Dennoch gibt es hier und da immer wieder einige Künstler, die man zwar eindeutig diesem Genre zuordnen kann, sich aber einen Dreck um die Regeln, das Gedisse, den Proll scheren und ihr ganz eigenes Ding aus dieser Musik drehen. Einige dieser Künstler, die sich auch Hip-Hop-Hasser mal zu Gemüte führen können, will ich hiermit kurz vorstellen!

  • Roots Manuva
    Während die Amis sich größtenteils im Klischee-Sumpf suhlen, findet man vor allem in Großbritannien diverse interessante Hip-Hop-Künstler, die dem Genre ihren eigenen Stempel aufdrücken. Roots Manuva ist sowas wie eine Gallionsfigur der britischen Szene. Seinen Stil zeichnet die Kombination aus Rap, Dub, Reggae und Elektronik aus. Seine oft sozialkritischen Texte sind sehr britisch geprägt und eine wahre Wohltat verglichen mit den Texten seiner amerikanischen Gegenspieler.
  • The Roots
    Die Roots sind eine Hip-Hop-Band, die sich wenig um Bling-Bling und Gangkriege schert, sondern ihre ganz eigene, virtuos live gespielte Musik mit Jazz-Einflüssen transportiert. Oft wird auch grad der typische Hip-Hop-Lifestyle auf die Schippe genommen. Daneben sind es vor allem die sozialkritischen Texte, die diese Band so besonders machen.
  • The Streets
    Als zweiter Brite im Bunde lässt Mike Skinner aka The Streets seine Herkunft sofort raushängen. Sein britischert Akzent ist sein Markenzeichen und gepaart mit dem Indiestil und den oft augenzwinkernden Texten ist seine Musik kaum mit anderen Rappern vergleichbar.
  • The Herbaliser
    Wir bleiben auf der Insel und wenden uns The Herbaliser zu, einem Hip-Hop-Duo, das zu etwa gleichen Teilen auf instrumentale jazzig-soundtrackartige und durch Gastrapper ausgestattete Tracks setzt. Dabei entsteht eine abwechslungsreiche Mischung aus teils typischen Hip-Hop-Tracks und teils aberwitzigen Kompositionen.
  • RJD2
    RJD2 hat sich weitestgehend dem instrumentalen Hip Hop verschrieben, kommt aber hin und wieder auch mit Gastrappern daher. Sein ruhig chilliger Stil eignet sich bestens für’s Runterkommen nach der Arbeit.
  • Cut Chemist
    Etwas zappeliger kommt Cut Chemist daher, besteht seine Musik doch weitestgehend aus Scratches und Samples, die in wildesten Konstellationen zusammengebastelt werden. Oft groovt’s hier genialst aus den Boxen.
  • DJ Shadow
    Auch DJ Shadow ist meist ohne Rapper unterwegs, hat sich aber auch mit bald unzähligen Nebenprojekten einen Namen als genialer DJ und Produzent gemacht. Sein Stil ist oft laid back und cinematisch, wie “Building Steam With A Grain Of Salt” beweist.
  • DJ Vadim
    Wie schon Roots Manuva und The Herbaliser stammt auch DJ Vadim aus dem Ninja-Tune-Dunstkreis. Zwar gehört auch er zu den absolut virtuosen Köpfen des instrumentalen Hip Hop, trotzdem sind auch seine Kollaborationen mit Gastsängern und Rappern alles andere als zu verachten. “Soldier” hat dabei ein schönes Oldschool-Feeling ohne all zu cheesy zu werden.
  • Blakroc
    Blakroc sind ein kleiner Spezialfall, denn man kann sie eher als einmaliges Experiment denn als Band bezeichnen. Die Indie-Garage-Band The Black Keys fand Gefallen an der Idee, ihre Musik mit Rap zu verbinden und lud diverse namhafte Rapper ein, um mit ihnen zu jammen. Entstanden ist ein wirklich großartiger Mix aus Blues, Garage und Rap, der seines Gleichen sucht.
  • Saul Williams
    Den Abschluss macht Sozialkritiker Saul Williams, der unlängst mit seinem von Trent Reznor produzierten, auf Wunsch kostenlos downloadbaren Album “The Inevitable Rise and Liberation of NiggyTardust!” Aufsehen erregte. Die Kombi aus Rap mit poetisch-kritischen Texten, Industrial und diversen anderen Einflüssen ist einzigartig und auch für Nicht-Hip-Hopper absolut bekömmlich!

An die Feedleser: In diesem Beitrag ist eine Grooveshark-Playlist eingebettet, die nicht im Feed angezeigt wird!

Kommentare

1

“The Streets” liebe ich =) Vor allem “Dry Your Eyes” auch wenn ich traurige tage damit verbinde. =(

geschrieben von kasumi
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2

Die Auswahl ist mir ein bisschen unheimlich. Ich kenne keinen Namen da auf der Liste aber muss schon bei den ersten 5 Sekunden wie eine Taube den Kopf bewegen.. wäääh, Manipulation! 😉

geschrieben von Uwe
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3

@kasumi: Ja, Mike Skinner ist echt toll. Und dein Tipp beweist auch, wie vielseitig er ist!

@Uwe: Ja, die mysteriöse Kopfnicker-Mafia hat zugeschlagen und hat mein Blog gehackt und mit Rapmusik bekleistert! 😉

geschrieben von beetFreeQ
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4

Solange die Betonschuhe im Schrank bleiben habe ich damit keine Probleme. 😉

geschrieben von Uwe
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5

@Uwe: Ne, mit Betonschuhen haben die nix am Hut – wohl aber mit Beton-Ohrschützern mit eingebauten Kopfhörern, die einen pausenlos mit der Musik beschallen! 😀

geschrieben von beetFreeQ
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6

Ich war gerade auf einen anderen Blog wo Bands bewertet werden, immer sehe ich eigendlich das gleiche es wird nur von ausländischen Bands gesprochen. Ich habe nichts dagegen, aber gibt es keine deutschen Rapper so wie http://www.youtube.com/watch?v=2gWlPN833wE&feature=related und viele andere?

geschrieben von Jan
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7

@Jan: Doch, die gibt es auch, aber wenn man jetzt dein Beispiel Sido nimmt, hat man gerade den typischen Fall von deutschem Klischee-Gangsta-Rapper. Und eben solche wollte ich hier ja eben nicht vorstellen. Zwar gibt es auch ein paar gute deutschsprachige Ausnahmen, aber so Bands wie Fettes Brot oder die Fanta Vier kennt ja sowieso schon jeder, weshalb ich sie nicht genannt habe.

geschrieben von beetFreeQ
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8

Das ist es ja das man dann ganz schnell mit Vorurteilen da ist, wenn man sich Sido jetzt anschaut der hat sich so was von gewandelt wenn ich nur an “hey du ” denke. Aber mir geht es auch um solche wie Joe Rilla http://www.youtube.com/watch?v=0EUyi4c6QPA&feature=related oder Dissziplin. Und das hat nach meiner Meinung nicht mal was mit Rechts etc zu tun, sondern spiegelt leider die heutige Gesellschaft dar, gerade was die Jugend angeht.

geschrieben von Jan
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9

@Jan: Es geht ja nicht nur um den Text sondern auch den Stil – und da kommen die genannten nicht wirklich aus dem typischen Gangsta-Stil raus. Die Art wie sie rappen und die Ausdrucksweise ist auch nicht grad zuträglich, um einem Hip-Hop-Hasser das Genre näher zu bringen – und darum sollte es ja gehen!

geschrieben von beetFreeQ
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