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Filmkritik: Avatar

Just relax and let your mind go blank. That shouldn’t be too hard for you.

Der Waldmond Pandora wird von dem blauhäutigen humaoiden Volk der Na’Vi im Einklang mit der Natur bewohnt. Als die Menschen dort ein extrem wertvolles Mineral entdecken, beginnen sie, es auf dem Mond abzubauen, natürlich unter Protest der Ureinwohner. Als sein Zwillingsbruder ermordet wird, übernimmt der gelähmte Marine Jake Sully unter Aussicht auf Heilung für seine Lähmung den Job seines Bruders. Der war als Wissenschaftler auserkoren, einen Avatar, also ein im Reagenzglas gezüchteter, auf seine DNA eingestellter Na’vi, zu steuern und mit den Ureinwohnern in Kontakt zu treten.

Colonel Miles Quaritch verlangt von Sully, das Vertrauen der Na’vi zu erlangen, um diese auszuspionieren, denn er will sie mit Militärgewalt aus ihrer Heimat vertreiben, da unter ihrem Dorf die größte Mineralquelle schlummert. Jake aber lernt das Leben des Naturvolkes mehr und mehr kennen und sieht sich bald einer schweren Entscheidung gegenüber: Soll er das Volk verraten oder retten?

Neytiri mit Jake Sully's Avatar12 Jahre nach seinem Rekord-Erfolg “Titanic” spart James Cameron nicht mit Superlativen. Die Geschichte um die Na’vi hatte er bereits 1994 geschrieben, musste aber warten, bis diese sich technisch realisieren lässt. Nun machte er daraus den bei weitem teuersten Film aller Zeiten, der von vielen als Revolution des 3D-Kinos gehandelt wird und reihenweise Kritikern den Mund offen stehen lässt.

Was steckt nun dahinter? Ich war ja selbst nach den ersten Trailern sehr skeptisch. Zwar wirkten die gezeigten computergenerierten Schauplätze und Wesen durchaus stimmig, aber nicht revolutionär. Stattdessen ließen die Storyhappen übelsten Ethno-Kitsch erwarten. Meine Erwartungen wurden aber einerseits übertroffen, andererseits unterboten. Sicher, die Schwäche des Films ist seine extrem vorhersehbare, aus “Der mit dem Wolf tanzt”, “Winnetou” und an sich vielen anderen Indianer-Schinken zusammengeklöppelte Moral-Story. Glücklicherweise ließ Cameron den Pathos und Kitsch aber nicht wie erwartet alles überschwemmen, auch wenn der Film oft nahe dran vorbei schrammt.

Jake übernimmt zum ersten Mal seinen AvatarAuf der Habenseite – und damit den übertroffenen Erwartungen – steht das visuelle Erlebnis. Schaut man den Film in 3D, ist man wahrhaft überwältigt. Ich konnte es mir nicht vorstellen, aber über große Strecken wirkt das Gezeigte, auch wenn es zu 95% im Computer entstanden ist, absolut fotorealistisch. In Zusammenhang mit dem toll eingesetzten 3D, das mal nicht nur dazu dient, effekthascherisch ständig Objekte ins Publikum zu schmeißen, gibt es kaum vergleichbares. Nüchtern betrachtet findet man hier zwar keine technische Revolution, aber wohl die bisher beste Umsetzung der aktuellen technischen Möglichkeiten.

Der Film verspielt einen Teil seines Potential aber leider doch dadurch, dass Cameron stellenweise in Sachen Fantasie über’s Ziel hinausschießt. Die in quietschiges lila und pink getauchte fluoreszierende Natur, in der jeder Grashalm perfekt an seinem Ort sitzt und die nicht zu unrecht schon als Schlumpfkatzen bezeichneten Na’vi mit ihrer blauen Haut nehmen dem Erlebnis doch wieder einen Teil seines Fotorealismus. Die Realität ist eben nicht perfekt und die Farbwahl des Films wirkt auf mich selbst für einen fernen Planeten einfach zu unnatürlich.

Die Menschen greifen die Na'vi anSieht man darüber hinweg und schaltet man das Gehirn ob der simpel moralischen Zeigefingerstory ab, erwartet einen dennoch ein bombastisches Kinoerlebnis, das besonders im finalen Kampf der Menschen gegen die Na’vi Cameron’s Actionerfahrung genial zur Geltung bringt und glücklicherweise sparsam genug mit Kitsch und Pathos umgeht. Wenn ihr die Möglichkeit habt, solltet ihr auf alle Fälle die 3D-Variante wählen! Denn sein wir mal ehrlich: Den Aufpreis für atemberaubendes 3D mit Surround-Klang zahlt doch sowieso nicht für eine tiefgreifende Story, oder?

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Trailer

Kommentare

1

Da bin ich ja mal auf heute Abend gespannt.

geschrieben von kamil
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2

Ich will diese Woche noch in Avatar und bin echt mal gespannt. Dann gibts auch ne Kritik von mir 🙂

geschrieben von Matschi
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3

@kamil: Nach deinem Tweet von gestern abend zu urteilen, warste ja auch begeistert!

@Matschi: Da bin ich mal auf die Kritik gespannt! 😉

geschrieben von beetFreeQ
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4

hallo leute,

ich war mit meinen 48 jahren ein echter kinogegner,
das wird nie mehr so wie es mal war,
tv ist ohnehin bequemer….
der film hat mich um jahrzehnte zurückgeholt,
tolle story, ruhig auch etwas sentimental, nah am wunschdenken aller,

kino endlich wieder zurück als gemeinschaftserlebnis für alle, fernab von hd-tv…

ich werde ihn noch einige male im kino ansehen.

gruß rainbird

geschrieben von rainbird
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5

@rainbird: Ja, so eine Wirkung hat der Film wohl auf Viele gehabt. Die alte Kinofaszination ist wieder da!

geschrieben von beetFreeQ
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