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beety’s Top Alben 2009 – Platz 20-11

Kommen wir zum zweiten Teil meiner Album-Bestenliste des Jahres. Es wird langsam enger, die Plätze waren hart umkämpft. Es schleichen sich auch die ersten Alben ein, die vielleicht nicht so massenkompatibel sind, wie noch die Auswahl von Platz 30-21. Dafür haben es sogar zwei komplett kostenlose Scheiben in die Auswahl geschafft, was mich um so mehr freut, ist es doch ein Beweis, dass immer mehr wirklich gute Musiker auf den Kostenlos-Zug aufspringen.

20 Beardfish – Destined Solitaire

Die Band hat bei mir auf alle Fälle schon mal den Preis für den besten Bandnamen 2009 sicher. Zumindest wenn man dazu nimmt, dass ich die Band erst seit kurzem kenne, denn “Destined Solitaire” ist schon ihr füntes Album. Von allem, was ich bisher von der Band gehört habe, gefällt mir diese Scheibe aber auch am besten. Beardfish zelebrieren hier zitatschweren Retro-Prog mit einer unglaublichen Leichtigkeit. Man kann ihnen nichts übelnehmen. Cheesige Musical-Passagen nimmt man mit Kusshand in Kauf, wenn sie in so epische Story-Song-Konstrukte eingewoben sind, die trotz ihrer Komplexität und Länge absolut leicht ins Ohr gehen. Wirklich großartige Musik, wie sie auch die alten Heroen der 70er nicht besser hinbekommen hätten!

Grooveshark

19 Voodoo Economics – Nighttime Sabbaticals

Seit 2006 gibt es “Voodoo Economics” und seither veröffentlichen sie ihre Musik kostenlos. Die Mischung aus Trip-Hop und Post-Rock ist nicht immer leicht verdaulich und hat sicher auch den einen oder anderen produktionstechnischen Patzer (immerhin wurde hier nicht teuer professionell produziert). Die Songs sind aber absolut mitreißend, wofür zum großen Teil auch die Stimme der Sängerin Nosila verantwortlich ist. Man muss sich sicher auf diese Musik einlassen, sie einwirken lassen, um sie wirklich lieben zu lernen. Das ist es aber absolut wert!

Last.fm | kostenloser Download

18 Arctic Monkeys – Humbug

Die Arctic Monkeys haben sich auf ein Experiment eingelassen. Sie haben sich in die Hände von Josh Homme begeben und ein opulent produziertes Album voller Brecher eingespielt, das eine große Abkehr von ihrem ehemals so rotzig rohen Sound bedeutete. Das Experiment ist aber gut gegangen. So gut, dass man die Arctic Monkeys mit diesem Album nun endgültig zu den ganz großen Rockbands zählen kann. Sie haben ihre Jugend abgestreift, aber nichts von dem eigenständigen düster-energetischen Songwriting eingebüßt.

meine Rezension | Spotify | Grooveshark

17 We Were Promised Jetpacks – These Four Walls

Bei Julia entdeckte ich diese Band und ich brauchte ein paar Anläufe, um sie wirklich schätzen zu lernen. Mittlerweile möchte ich diesen intensiven Rock, der leicht an Biffy Clyro, aber auch an Joy Division oder die ganz frühen U2 erinnert, nicht mehr missen. Die Jungs verstehen es, ihren Songs eine mitreißende Dramaturgie zu verleihen, die meist mit getragenem Tempo ihre kleinen leicht melancholischen Geschichten erzählt. Die perfekte Musik für Herbst und Winter.

Grooveshark | Last.fm

16 Bell Orchestre – As Seen Through Windows

Die Musik von Bell Orchestre ist nicht leicht in Worte zu fassen. Grob gesagt haben wir es hier mit Post-Rock zu tun, der von den Violine, Bass, French Horn, Trompete, Steel Guitar und Drums intoniert wird und detailreich komplex daher kommt. Vergleiche herzustellen ist dementsprechend eben so schwer. Sigur Rós geben vielleicht einen Anhaltspunkt. Die Instrumentalwelten von “As Seen Through Windows” wollen entdeckt werden. Wer sich dieser Aufgabe stellt, wird von wunderschönen Melodien, immer neuen Details und viel Futter für’s Kopfkino belohnt!

meine Rezension | Last.fm

15 Clark – Totems Flare

Auf so etwas hab ich schon eine Weile gewartet. Elektronische Musik läuft bei mir nach meiner Hochphase in den 90ern nur noch so nebenbei mit und ich informiere mich eher selten über neue Erscheinungen. Dieses Warp-Kleinod der Bleeps & Clonks habe ich glücklicherweise bei Nicorola aufgeschnappt und seither beschallt es meine Autofahrten. Clark versteht es genau, die Balance zwischen frickeligen Experimenten und ohrwurmig-verschrobenen Melodien zu wahren und kommt mir damit gerade recht!

meine Rezension | Grooveshark

14 Diablo Swing Orchestra – Sing Along Songs for the Damned & Delirious

Von dieser durchgeknallten Band habe ich ja nun schon oft und viel geschwärmt. Ihr erstes Album “Bedlam Ballroom” hatte ich 2008 mal auf dem Radar, aber dann irgendwie auch schnell aus den Augen verloren bis es dieses Jahr plötzlich als kostenloser Download auf Jamendo auftauchte und sich in meiner Auto-Playlist häuslich niederließ. Der kurz darauf erschienene Nachfolger “Sing Along Songs for the Damned & Delirious” bewies dann aber, dass sich die Band mit ihrer Mischung aus Metal, Swing, Operette und vielen anderen Einflüssen erst warm spielen musste, denn dieses kriege ich erst recht nicht mehr aus dem Ohr!

meine Rezension | Spotify

13 Tyondai Braxton – Central Market

Kommen wir gleich zum nächsten durchgeknallten Album. Avantgarde-Klassik ist immer ein schwieriges Thema. Oft ist diese völlig melodiefrei, wenn aber Battles-Mastermind Tyondai Braxton seine Finger im Spiel hat, tun sich verrückt melodische Welten auf, die man einfach lieben muss. Diese Musik muss man sicher aufmerksam hören, sie macht es einem aber absolut leicht, denn an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken und die Langeweile bleibt gleich komplett zu Hause.

meine Rezension

12 A Backward Glance On A Travel Road

Bei diesem Werk fiel es nicht leicht zu entscheiden, ob man es nun mit einer recht langen EP oder einem kurzen Album zu tun hat. Die Tatsache, dass die Musik aber derart toll und zudem kostenlos ist, hat mich dazu bewogen, es auf alle Fälle mit in die Bestenliste zu nehmen. Das Musikerkollektiv hinter dem absolut wörtlich zu nehmenden Namen bannten hier eine absolut großartige musikalische Reise in Schallwellen, die alle Fans von epischem Post-Rock mit tonnenweise Einflüssen aus Stilen der ganzen Welt zu euphorischen Freudenschreien bewegen sollte.

meine Rezension | kostenloser Download

11 St. Vincent – Actor

Annie Clark aka St. Vincent hat mit diesem Album das große Los gezogen. Der Tenor der Musikpresse war durchgängig auf Album des Jahres-Niveau und entsprechend dürfte sie auch auf den meisten Bestenlisten weit oben auftauchen. Zu recht, denn ihr Indie-Electro-Singer-Songwriter-Pop ist catchy, ohrwurmig, absolut sympathisch und hat dabei tonnenweise Experimentierfreude im Gepäck, dass man auch nach dem 20sten Hören noch nicht alles entdeckt hat.

Spotify | Grooveshark

Kommentare

1

(die Einschätzungen der mir unbekannten Alben treffe ich nur aufgrund der von dir ausgewählten Beispielsongs)

20 ist wirklich ein 70er-Fest und gefällt mir sehr gut.
19 eher weniger, aber das ist nicht verwunderlich.
18 hat sich in meinen Augen gemacht und das Video zu Cornerstone ist definitiv eines der besten dieses Jahr – einfach knuffig!
17 ist eine Überraschung, eine angenehme 🙂 Wird sich bei mir aber noch höher wiederfinden.
16 ist wieder nicht so mein Fall, aber Instrumentalmusik hat es bei mir sowieso schwer. Ist mir zu “russisch-dramatisch”, wenn man das als Klassifizierung nehmen kann. Und die Geige klingt nach Aufwärmübung, also zumindest hat mein Bruder das immer so gemacht.
15 nö (auch wenn ich dieses Jahr erstaunlich viel Elektronik-Zeugs gehört habe, aber das hier ist zu sehr)
14 interessant und sorgt auf einer Party sicherlich für gute Stimmung, aber von selbst würde ich das nicht anschalten, da es zu “over the top” ist, fast schon ein Hörspiel.
13 ja, viel zu entdecken, aber das ist wieder Filmmusik 😉
12 ebenso!
11 finde ich durchwachsen, dh zwei oder drei Songs absolut hörbar, einige erträglich und einige nicht für meine Ohren bestimmt.

geschrieben von juliaL49
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2

Oh, hatte ja gar nicht mit einer so detaillierten Meinung gerechnet, wo hier ja doch so einiges dabei ist, was nicht so in dein Beuteschema passt. Hätte auch nicht gedacht, dass Beardfish dein Fall sein würde. “We Were Promised Jetpacks” waren echt ne tolle Entdeckung, die ich vor allem als Album zum Autofahren lieben gelernt hab, obwohl’s ja gar nicht mal so energiereich ist.

geschrieben von beetFreeQ
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