freeQnet-Logo
freeQnet

Serienkritik: Firefly

Mal: “Well, look at this! Appears we got here just in the nick of time. Whaddya suppose that makes us?”

Zoe: “Big damn heroes, sir.”

Mal: “Ain’t we just!”

Firefly

Die Serie Firefly hatte es nicht leicht. Geschaffen von Joss Whedon (Buffy, Angel) sollte sie eine Mischung aus Sci-Fi und Western bieten, ging aber leider am Geschmack des Mainstream-Publikums vorbei und wurde noch vor Ende der ersten Staffel abgesetzt. Glücklicherweise fanden sich genügend Fans, um ihr einen posthumen Kultstatus und einen Kinofilm[1] zu ermöglichen.

500 Jahre in der Zukunft herrschen rauhe Zeiten. Die Erde wie wir sie kennen gibt es nicht mehr, die Menschheit hat sich per Terraforming auf diversen Planeten der Galaxie niedergelassen. Die Crew der Serenity versucht sich mit Schmuggler- und Transportjobs über Wasser zu halten. Als sie einige Passagiere an Bord nehmen, die nicht ganz das sind, was sie zu sein scheinen, nehmen die Turbulenzen ihren Lauf.

“Firefly” lebt von ihren Charakteren. Jedes einzelne der Crewmitglieder und der ständigen Passagiere ist perfekt ausgearbeitet und aufeinander abgestimmt. Personen wie der harte, aber im Kern liebenswerte Captain Reynolds oder der grobschlächtige Raufbold Jayne entsprechen zwar relativ typischen Klischees, kommen aber durch die Kombination aus Western- und Sci-Fi-Elementen und vor allem die tollen Wortgefechte untereinander erfrischend anders herüber. Zusammen mit dem wunderbar detailliert ausgearbeiteten Setting und der tollen Musik ergibt sich eine suchterregende Atmosphäre.

Die 14 Episoden folgen keinem übergeordnetem Story-Strang, allerdings entwickeln sich die Charaktere nach und nach weiter. Wiederkehrendes Motiv sind die Suche nach Jobs für die Mannschaft, der Konflikt mit der korrupten Regierung und die Suche des Doktors Simon danach, was man seiner hochbegabten, aber psychisch kranken Schwester River in einer Forschungseinrichtung angetan hat. Auch tauchen einige Nebenfiguren in mehreren Folgen auf und es stellen sich hier und da Fragen zu dem Hintergrund einiger Crew-Mitglieder.

Leider muss man sich damit abfinden, dass durch den kommerziellen Misserfolg der Serie im TV viele dieser Fragen offen bleiben. Man hatte sich hier viel Potential für spannende Storybögen in folgenden Staffeln gelassen, die leider liegen gelassen werden mussten. Glücklicherweise ermöglichte der spätere Erfolg der Serie auf DVD wie gesagt die Produktion eines Kinofilms namens Serenity, in der einige dieser Fragen – vor allem die um River’s Geschichte – beantwortet werden. Zwei Comicbände schließen zudem die Lücke zwischen Serie und Film. Dennoch wird nicht alles geklärt.

Trotz dieser traurigen Gewissheit, dass hier etwas unfertig zurückgelassen werden musste, lässt sich “Firefly” absolut genießen. Wer actionreiche, witzige Sci-Fi-Serien mag, die nicht immer politisch korrekt sind, ist hier perfekt aufgehoben!

Rating: ★★★★★★★★½☆ 

http://www.youtube.com/watch?v=Nw59iwyJRo8
Fantrailer

  1. eine Filmkritik zu dem Film “Serenity”, der einige offene Fragen der Serie aufklärt, folgt später []

Kommentare

1

Shiny, Captn Tightpants! Sehr zu empfehlen ist auch der zugehörigen Podcast The Signal, der immer noch alle zwei Wochen eine Folge veröffentlicht. Die haben unglaublich viel Infos und auch schon so ziemlich jeden aus dem Team interviewt.

geschrieben von juliaL49
antworten  •  Link
2

@juliaL49: Ich bin ja nicht so der Podcast-Hörer, aber da werde ich sicher mal reinhören! Danke für den Tipp! Muss mir auch noch das Bonus-Material der DVDs reinziehen, bevor ich sie leider wieder an meinen Kollegen abtreten darf. Werde mir die Serie aber vermutlich demnächst selbst auf Bluray zulegen. Die Bildqualität soll zwar nicht viel besser sein, aber der Preis ist auch nicht großartig höher. 😉

geschrieben von beetFreeQ
antworten  •  Link
3

Aber der Film heißt doch Serenity oder nicht? Ich kenne wen der bekommt die Serie zu Weihnachten ;P

geschrieben von kasumi
antworten  •  Link
4

Oh ja! Grandiose Serie. Ich habe ja glatte 10 Punkte vergeben. Somit wohl mein ewiger Liebling mit dessen Abesetzung ich mich immer noch nicht so ganz angefreundet habe.

geschrieben von bullion
antworten  •  Link
5

@bullion: Nicht so ganz angefreundet? Die Absetzung von Firefly war ein Verbrechen gegen die Menschheit, das meiner Meinung nach in einer Liga mit der Kulturrevolution und der BILD-Zeitung spielt.

geschrieben von Muriel
antworten  •  Link
6

@kasumi: Der Film ja, die Serie hieß aber Firefly – und um die geht es ja.

@bullion: Im Endeffekt ist es aber besser, wenn eine Serie abgesetzt wird, solang sie wirklich gut ist, als zu einem Zeitpunkt, wo die Folgen nur noch langweilig sind.

@Muriel: In den USA gibt es ja wirklich viele schlechte Serien, die sich ewig halten. Warum dann grad so eine tolle Serie abgesetzt wurde, kann ich auch nicht verstehen…

geschrieben von beetFreeQ
antworten  •  Link
And so Happy Christmas
For black and for white
For yellow and red ones
Let's stop all the fight

John Lennon

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de blogoscoop Bloggeramt.de