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Rezension: Dead Man’s Bones

Wherever you go,
take a look at your feet
down six feet deep
there’s dead man’s bones!

Dead Man's BonesWill man sich mit der Musik von “Dead Man’s Bones” beschäftigen, muss man einen aufgeschlossenen Musikgeschmack und eine starke Psyche mitbringen. Schauspieler Ryan Gosling und Zach Shields haben sich nämlich zur Aufgabe gemacht, morbide Melancholie voller Werwölfe, Geister, Zombies und anderer Horrorgestalten in Songs zu fassen. Aber keine Angst, Tränen wird man weniger wegen der Stimmung als über die Schönheit der Musik verlieren!

Die beiden lernten sich 2005 kennen und merkten schnell, dass sie auf einer musikalisch ähnlichen Wellenlänge lagen. Man beschloss, einen Soundtrack zu dem morbide-witzigen Theaterstück “Dead Man’s Bones” zu schreiben, das Ergebnis haben wir nun hier auf dem virtuellen Plattenteller. Während das Theaterstück selbst kaum bekannt ist, hat sich die Musik längst selbständig gemacht.

Musikalisch wird hier zwar auf Lo-Fi-Ebene gearbeitet, selten hat man aber einen auf seine Art vollkommenen, erdig-ehrlichen Sound gehört, der dabei gleichzeitig so bittersüß klingt, dass einem fast das Herz zerspringt. Instrumentiert von Klavier, Orgel, Syntesizer, Cello, Schlagzeug und noch so einigen anderen Gerätschaften bekommt die Musik ihren unglaublichen Charakter aber vor allem durch den Gesang. Ryan Goslings zerbrechliche Stimme gibt einen wunderbaren Erzähler, die Show stielt ihm aber das Highlight des Albums: der Silverlake Conservatory Of Music Children’s Choir!

Zusammen spielt sich die Gruppe durch wunderbare Song-Perlen im düsteren Retro-Gewand. Hier finden die Essenzen von The Arcade Fire, Tom Waits, The Cure, Screamin’ Jay Hawkins, The Ink Spots, Kurt Weill und der Sesamstraße zusammen, als wäre es eine Selbstverständlichkeit. Gespentisch sphärische Balladen wie “Dead Hearts” oder “Buried In Water” wechseln sich mit sogar für die Halloween-Tanzparty geeigneten Stücken wie “In The Room Where You Sleep” oder “Pa Pa Power” ab.

Jeder Song des Albums ist ausnahmslos großartig. Dennoch schafft es die Band, mit “My Body’s A Zombie For You” die anderen nochmal blass aussehen zu lassen. Ein Song für die Ewigkeit, der sich nie abnutzt. Dieses Schicksal wird aber auch das Album ganz sicher nicht so schnell ereilen! Ganz ganz groß!

Rating: ★★★★★★★★★½ 

Anspieltipps: Buried In Water, My Body’s A Zombie For You, Pa Pa Power, Dead Man’s Bones

Das Album auf Spotify

My Body’s A Zombie For You

I smell sex and candy

Marcy Playground

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