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Projekt Hörsturz – Rezension Runde 7

Fast eine Woche ist die siebte Runde im Projekt Hörsturz nun schon wieder im Gange und ich hab’s noch nicht geschafft, meine eigenen Bewertungen zum Besten zu geben. Das will ich doch gleich mal ändern. Da mir diesmal von den Vorschlägen wieder nur wenig bekannt ist und die Bewertungen der anderen mein Interesse nur noch mehr geschürt haben, erwarte ich eine unterhaltsame Runde.

Red – Already Over

(von Konna)
Ruhige Töne von Konna. Ich bin gespannt, was mich erwartet. Erster Eindruck: Linkin Park für Arme (sagt einer, der Linkin Park überhaupt nicht mag). Zweiter Eindruck leider auch. Das ist jetzt kein Song, den ich dringend abschalten will, aber in meinen Augen eben auch millionenfach gehörter Kram ohne Wiedererkennungswert. Solche Musik ist mir sogar eher unsympathisch, weil sie vollkommen überproduziert und glattgeschliffen ist, das ihr völlig das Profil fehlt. Ich stelle bei sowas immer Vergleiche mit Popstars-Casting-Bands auf, fange mir damit aber auch regelmäßig Haue ein. 😉 Sorry Konna, aber in unsere musikalisch nicht ganz so große Geschmacksschnittmenge passt das Stück nicht wirklich rein!

Rating: ★½☆☆☆ 

Daniel Wirtz – Wo ich steh

(von Tapedeck)
Muss das so? Ist so ein herablassendes Gesabbel in bei den jungen Leuten? Wo ich diesen Song höre, komme ich mir vor wie mein Opa. Rein musikalisch gesehen geht das Stück gut ab und kann wirklich mitreißen, der Text geht aber mal gar nicht. Er mag ehrlich und direkt frei Schnauze sein, macht mir den Sänger aber in Sekundenbruchteilen absolut unsympathisch. Er singt, er mag keine Arroganz, spielt sich dann aber selbst großkotzig auf. Ich weiß nicht, welche Zielgruppe er da ansprechen will? Allein vom Ausdruck her dürfte es genau die Gruppe Menschen sein, die mittags RTL schauen und von ihm direkt runtergemacht wird. Und nochmal sorry, ebenso nix für mich! Immerhin gibt’s nen Extrapunkt für die netten Gitarren!

Rating: ★½☆☆☆ 

Reinhard Mey – Ein Stück Musik von Hand gemacht (live)

(von Stefan)
Oha, Altmeister Reinhard Mey legt sich mit der Modernisierung an. OK, das ist ein wenig zu plump zusammengefasst, um ihm gerecht zu werden. Mey ist sowieso nie wirklich einfach. In seinen Texten findet sich viel Wahrheit, teilweise etwas zu viel Konservativität, meistens aber viel nachzudenken und auch mal zum Schmunzeln. Musikalisch kommt da außer seinem wie immer guten Gitarrenspiel nicht viel rum, etwas zu gefällig für meinen Geschmack. Aber für Momente, in denen einem nach Geschichtenerzähler ist, kommt mir Reinhard Mey auch mal ganz gelegen, wobei ich doch so einige Songs von ihm kenne, die mir besser gefallen.

Rating: ★★★½☆ 

Bromheads Jacket – Fight Music for the Fight

(von Kamil)
Bromheads Jacket kenne ich schon seit einer Weile, machen sie doch genau die Art von rotzig-ehrlichem, absolut britischem Indie-Rock, den ich so liebe. Dummerweise hatten sie bei mir einen schweren Start unter all den rotzigen Indie-Bands, die die vergangenen Jahre aus dem Boden geschossen sind, mussten sich The Rakes und The Young Knives geschlagen geben und sind erstmal wieder aus Reichweite meines Radars verschwunden bevor ich mich richtig drauf eingelassen hatte. Anders als erst vermutet, ist mir “Fight Music For The Fight” sehr wohl bekannt, ist es doch der Song, der mir noch am meisten von ihrem Debut im Ohr blieb. Danke an Kamil, dass ich die Songs nun wieder im Ohr habe und das Album im Auto wieder auf Dauerrotation läuft!

Rating: ★★★★½ 

Utada Hikaru – Sanctuary

(von Melli)
Japanische Musik ist immer so eine Sache für sich. Die Japaner leben ja in vielen Dingen in einer ganz eigenen, quietschbunten Welt, wo auch die Musik keine Ausnahme macht. Entsprechend erleichtert war ich, dass Melli’s Tipp nicht in den ostasiatischen Zuckertopf gefallen ist. So ganz weiß das Stück aber auch nicht, in welchen Topf es eigentlich fallen will. Ein wenig Gothic-Stimmung, etwas Pathos, Industrial-Passagen und allgegenwärtige sphärische Synthesizer machen den Song zu einem nicht ganz so leicht verdaubaren Brocken. Vielleicht liegt’s auch dran, dass wir es hier mit der Titelmusik zu einem Japano-Rollenspiel zu tun haben. Der Funke will bei mir leider nicht so wirklich überspringen, wenn der Song auch sicher nicht schlecht ist. Klingt mir aber auch nicht nach Musik, in die ich mich weiter reinarbeiten möchte.

Rating: ★★★☆☆ 

Ein Durchschnitt von 2,8 ist für meine Verhältnisse ziemlich niedrig, aber selbst für mich sonst meistens ziemlich gnädigen Richter war in den ersten beiden Vorschlägen leider nicht mehr drin.

Mein Vorschlag

Es gibt noch so einige Songs, die mir zum Vorschlagen so einfallen würden, aber die gerade gehörte Kombination zweier deutschsprachiger Songs, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, hat mich auf die Idee gebracht, doch auch mal meine Vorstellung von toller deutschsprachiger Musik zu nominieren: Kante – Itouri

Kommentare

1

Die Haue hättest du aber auch verdient, da ist nichts gecastet. Naja, das Diskutieren kann ich mir sparen, es läuft eh wieder auf “Geschmäcker sind eben verschieden” hinaus. 😀

geschrieben von Konna
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2

@Konna: Ich sag ja nicht, dass sie gecastet sind, aber dass sie in meinen Ohren nicht anders klingen, weil mir das alles zu glattgebürstet wirkt, wie von einem Chartsproduzenten dahinkomponiert. Aber du hast recht, diskutieren ist bei Musik zwar manchmal spaßig, oft aber auch einfach unnötig, wenn die Meinungen bei einem Song völlig auseinander gehen 😉

geschrieben von beetFreeQ
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3

“Er singt, er mag keine Arroganz, spielt sich dann aber selbst großkotzig auf”

Eben das ist der Witz 😉 Ist vielleicht blöd das als erste Begegnung mit Daniel Wirtz zu nehmen, hör in die anderen Lieder rein (in dem Fall eher nicht in “L.M.A.A.”) und du siehst er kann doch anders 😉

geschrieben von Tapedeck
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4

@Tapedeck: Werd ich mal machen – nach einigen Plattenkritiken scheint er ja doch ziemlich gelobt zu werden. Aber mit dem Song hat er sich bei mir zumindest nicht den besten Einstand gegeben 😉

geschrieben von beetFreeQ
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5

@beetFreeQ
Wie erwähnt, ich habe nicht bedacht das man die anderen Lieder kennen sollte und wirklich die Ironie in diesem Song so aufzufassen wie Sie gedacht ist. Dann springt Sie einem nämlich förmlich entgegen 😉

Ansonsten sind Geschmäcker eben eh verschieden 😉

geschrieben von Tapedeck
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6

@Tapedeck: Ja, ist dann ein bisschen dumm gelaufen. Ist immer so eine Sache, einen Song aus dem Kontext gerissen kennenzulernen.

Dass Geschmäcker verschieden sind, macht das Projekt ja an sich grad so interessant. Man wird da oft dazu gebracht, über seinen Tellerrand hinaus zu schauen!

geschrieben von beetFreeQ
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Every mix tape tells a story. Put them together, and they add up to the story of life.

Rob Sheffield

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