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Rezension: Fever Ray

When I grow up
I want to be a forester
and run thru the moss on high heels…
that’s what I’ll do!

FeverRayKarin Elisabeth Dreijer Andersson ist die eine Hälfte des Elektronik-Duos “The Knife”, die mir schon des öfteren angenehm über den Weg liefen, während ich mich auf das Soloprojekt “Fever Ray” erst jetzt mit einem halben Jahr Verspätung einließ. Die Musik des Geschwisterpaares wirkte trotz der rein elektronischen Klänge so natürlich und persönlich, einfach sympathisch wie auch das Auftreten der beiden, wenn man mal ihre Vorliebe für Kostüme außen vor lässt. Auf der Solo-Exkursion unter dem Namen “Fever Ray” bricht Karin zwar nicht mit den synthetischen Wurzeln, hat aber ganz gehörig am Stil und ihrem Auftreten gedreht.

Wie schon in den Promofotos und Videos zum Album zu sehen, liebt sie es, sich in fantasievollen Kostümen darzustellen, die ihre Verkleidungen bei “The Knife” zur Zweitklassigkeit degradieren. Anders als bei Lady Gaga bleibt sie dabei aber doch eher außerhalb des grellsten Rampenlichts und konzentriert sich auf ihre Musik. Diese fällt passend experimentell aus. Auf den ersten Blick nölig legt sie ihre Stimme über die kalt-düsteren elektronischen Klangteppiche, die erst so nach und nach ihre Schönheit entfalten wollen und auch das Nölige aus Karin’s Stimme absorbieren.

Ganz auf organische Klangerzeugung verzichtet sie auf dem Solo-Debut nicht, lässt dennoch die Wärme außen vor. Da können noch so viele karibische Elemente einfließen, Karin lässt ihre nordischen Wurzeln vollends raushängen. Der Hörer muss sich warm anziehen, wird aber dafür mit einer kühlen Schönheit und melodischen Innovationsfreude belohnt, die selbst Björk schon eine Weile vermissen lässt.

Auch wenn sich Fever Ray ganz offensichtlich nicht um Pop-Single-Konventionen schert, würde es mich nicht wundern, sie in Zukunft auch auf den Chartsrängen zu sehen, denn das Ohrwurmpotential ist allemal gegeben. Eine solche Fusion von Experiment und Melodie will gewürdigt werden und das hat sie sich auch verdient. Hier haben wir es mit einem großen Album für die Bestenlisten des Jahres zu tun! Die Scheibe ist seit Ende März 2009 überall zu haben.

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Anspieltipps: If I Had A Heart, When I Grow Up, Seven, Now’s The Only Time I Know

When I Grow Up

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Kommentare

1

Ich bin durch ne Freundin letztes Semster auf das Lied gestoßen, da sie im Kurs ein Referat über Karin hielt und ich muss sagen ich finds immer noch sehr schön. Und das obwohl es eigentlich eher nicht s mein Musikstil ist. Hat aber so was schön düsteres :)

geschrieben von Jenni
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2

Ja, ich glaube auch, dass Fever Ray eine Art von Musik macht, die viele anspricht, obwohl sie sonst eigentlich gar nicht viel mit elektronischer Musik am Hut haben. Da ist so was unbeschreibliches an der Musik, das einfach fasziniert.

geschrieben von beetFreeQ
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1

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I’m travelling the wonderful loneliness of the headphone silence

Ane Brun

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