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Origins – Part 6

Die Anzahl an schlechten Coverversionen da draußen nimmt ja nicht ab. Grund genug, mal wieder einige der guten heraus zu picken und zudem auch mal die Originale zu würdigen, die da hinter stecken. Dementsprechend dreht sich die heutige Ausgabe der Origins ausschließlich um Coverversionen, die allesamt dem Original zwar den gebührenden Tribut zollen, aber ihr völlig eigenes Ding drehen.

Ich habe mir gedacht, die Runde mal auf drei Songs und ihre Originale zu beschränken, denn die sonst oft bis zu 10 Stücke sind doch etwas happig, wenn man nicht unbedingt die Zeit hat, sich alle auch wirklich anzuhören. Dafür bringe ich die Reihe lieber ein wenig häufiger. Wenn euch diese Änderung gefällt oder ihr Einwände habt, teilt’s mir doch einfach in den Kommentaren mit! Jetzt legen wir aber erstmal mit der Musik los!

http://www.youtube.com/view_play_list?p=B6938C76764872CB

Arctic Monkeys – Red Right Hand / Nick Cave & The Bad Seeds

Die Arctic Monkeys sind ja bekannt dafür, vor allem live ein paar schicke Coversongs zu spielen. So gaben sie also auch auf der MySpace Transmissions Session ein Cover von Nick Cave’s “Red Right Hand” zum besten, das sich gewaschen hat. Der typische Monkeys-Sound ist allgegenwärtig, wird aber von der morbiden Stimmung des Originals durchströmt und kommt diesem in der zweiten Hälfte mit dem Orgelsolo auch immer näher. Im direkten Vergleich ist das Original natürlich unschlagbar, aber die vier Sheffielder drücken dem Song ihren eigenen absolut hörenswerten Stempel auf.

Black Strobe – I’m A Man / Bo Diddley

Dieser Song ist mir auch erst seit der vierten Runde im Projekt Hörsturz bekannt, fand aber schnell heraus, dass er eine Coverversion war. Wo das Original von Bo Diddley ehrlichen, klassischen Blues in Reinform darstellt, kommen die Herren von Black Strobe ungleich moderner um die Ecke. Sie erhalten zwar einen dreckig-bluesigen Stil, geben diesem aber mehr Power und lassen auch ihre normal viel stärkeren Elektronik-Einflüsse hier gezielt einfließen. Auch wenn mich alle Blues-Haudegen jetzt sicher lynchen wollen, muss ich sagen, dass die elekrisierende Version von Black Strobe um einiges besser gefällt als das auch gute Original.

Tori Amos – ’97 Bonnie & Clyde / Eminem

Das wohl ungleichste Paar dieses Abends stellen Tori Amos und Eminem dar. Die Klavier-Virtuosin nahm mit “Strange Little Girls” eine Art Konzept-Album auf, das nur aus Coverversionen von Songs besteht, deren Lyrics ganz klar aus der Perspektive eines Mannes gesungen werden. Zwar lässt sie ihr Klavier in dem hier vorgestellten Song sehr im Hintergrund, bringt den schon ziemlich düsteren Rap Eminems um einen Vater, der seine Frau umbringt und nun mit seiner Tochter unterwegs ist, die Leiche verschwinden zu lassen, nochmal düsterer und verstörender rüber. Auf ihre ganz eigene Art verwandelt sie das Stück so in eine morbide dramatische Story, die sich direkt im Kopf abspielt. Ganz groß und für mich die vielleicht beste Coverversion eines Songs überhaupt!

Kommentare

1

Also ich find die Monkeys-Version wesentlich besser als das Original. Beim zweiten Vorschlag mag ich beide und beim letzten finde ich ebenfalls die Coverversion viel besser, aber zu creepy, als dass ich mir das öfter anhören würde.

geschrieben von juliaL49
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2

@juliaL49: Die Arctic Monkeys bringen zwar viel Tempo in den Song, lassen dadurch aber auch massenhaft Details verloren gehen, die Nick Cave in seinem theatralischen Stück so drin hat – vor allem in der Instrumentierung. Und da ich ja ein Fan von theatralischen Stücken bin, kommt das Original bei mir klar besser weg 😉

geschrieben von beetFreeQ
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