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Album Round-Up 5.0

Natürlich habe ich es die letzten Wochen mal wieder nicht geschafft, ein paar wirklich interessante Alben zu rezensieren, die es eigentlich verdient hätten. Da aber auch immer wieder neue dazu kommen und ich sonst wieder nicht hinterher käme, gibt’s noch mal fünf Alben im Schnelldurchlauf. Mit dabei diesmal das Diablo Swing Orchestra, Muse, Porcupine Tree, Tyondai Braxton und White Denim!

Diablo Swing Orchestra – Sing Along Songs for the Damned & Delirious

Diablo Swing Orchestra - Sing Along Songs for the Damned & DeliriousErst vor kurzem veröffentlichten sie ihr sehr überzeugendes Debut-Album “The Butcher’s Ballroom” von 2006 nachträglich als kostenlosen Download auf Jamendo, schon steht der Nachfolger in den Startlöchern. Mit “Sing Along Songs for the Damned & Delirious” führen sie ihren Crossover aus Metal, Swing, Operette, Mariachi-Klängen, Zirkusmusik und noch allerlei anderen Einflüssen nahtlos fort, allerdings nicht ohne sich weiter zu entwickeln. Die Songs des neuen Albums sind nochmal ne Ladung ohrwurmlastiger und konsequenter in ihrer Vermischung der Stile als der Vorgänger. Diese Musik bringt eindeutig Spaß und ist auch den Kaufpreis wert, denn wer das Debut kennt, will einfach mehr!

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Rating: ★★★★★★★★½☆ 

Muse – The Resistance

Muse - The ResistanceEigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, das heiß erwartete neue Album von Muse lang und breit zu rezensieren und auf jeden Song einzeln einzugehen. Als es dann aber raus war und ein paar mal durch meine Ohren spülte, war ich mich immer noch nicht so sicher, was ich nun wirklich davon halten sollte. Eins ist sicher: Muse entwickeln sich weiter. “The Resistance” nähert sich immer mehr dem Spagat zwischen pompösem Progressive Rock und cheesigem Pop. Geniale Songs wie die Queen-Hommage “United States Of Eurasia” oder die dreiteilige Symphonie “Exogenesis” stehen Rohrkrepierern wie dem Charts-Pop “Undisclosed Desires” oder dem Schmalz-Rock “Guiding Light” gegenüber. Zwar hatten Muse auch schon auf den letzten beiden Alben ein paar schlechte Songs verteilt, allerdings konnte man die ganz nett nebenbei mitlaufen lassen, während sie diesmal ziemlich auf die Nerven gehen. Schade eigentlich, denn ansonsten hat Muse sich hier ein wirklich gutes Album zusammengebaut, das sich nicht um Konventionen schert.

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Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Porcupine Tree – The Incident

Porcupine Tree - The IncidentSteven Wilson scheint unermüdlich. Neben diversen Nebenprojekten haut er auch mal eben wieder ein neues Album seines Flaggschiffs Porcupine Tree raus. Man mag es bei dem Output kaum glauben, aber “The Incident” ist dabei richtig gut geraten. Auf diesem Doppelalbum bekommt man es sowohl mit einem typischen Konzeptalbum (CD1) als auch ein paar geradlinigen Einzelsongs (CD2) zu tun, die allesamt sehr überzeugen können und angenehm zur Kenntnis nehmen lassen, dass Herr Wilson seine manchmal doch etwas schmalzigen Anflüge hier mal komplett außen vor gelassen hat und düsteren, zwar teils ausufernden, aber nie in zu viel Pathos abdriftenden progressiven Rock zum besten gibt. Vergleiche mit den zahlreichen Vorgängeralben sehen “The Incident” in meinen Augen im guten oberen Drittel. Sollten Fans besitzen!

Das Album auf Spotify

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Tyondai Braxton – Central Market

Tyondai Braxton - Central MarketTyondai Braxton, seines Zeichens Sohn des gefeierten Avantgarde-Musikers Anthony Braxton, habe ich ja vor zwei Tagen erst vorgestellt. Im groben könnte ich mich hier wiederholen, aber ich fasse mich lieber kurz, denn die Zeit sollte man viel lieber dazu nutzen, dieses Werk zu hören. Sicher ist diese Avantgarde-Klassik mit elektronischen Elementen trotz ihrer verspielten Melodien kein schnell konsumiertes Ohrwurmprodukt, aber wer sich darauf einlässt und die Musik langsam auf sich einwirken lässt, wird mit einem kleinen Meisterwerk belohnt.

Rating: ★★★★★★★★½☆ 

White Denim – Fits

White Denim - FitsApropos Meisterwerk – wer ein noch etwas größeres hören will, sollte sich an White Denim halten. Auch die Musik der drei Texaner will erarbeitet werden, bevor sie richtig zur Geltung kommt, sie macht diese Arbeit aber durch ihren immer durchscheinenden Garage Rock und die vielen teilweise nur für ein zwei Takte eingeworfenen Killer-Riffs zu einem wahren Vergnügen. Typische Song-Strukturen sucht man hier vergebens, vielmehr schwelgen White Denim in psychedelischen Klangwelten, setzen mit überraschend mitreißenden Einleitungen falsche Spuren, um dann mitten im Song mal eben den Rhythmus zu wechseln und nutzen ihren Gesang auch nur zur weiteren Verwirrung. In all dem Chaos stecken aber so viele Details, die entdeckt werden wollen, dass es eine wahre Freude ist. Wer es psychedelisch, progressiv und garagig mag, liegt hier goldrichtig!

Das Album auf Spotify

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Die Hörprobe

http://www.youtube.com/view_play_list?p=8B05D56FA3A91F63

  1. Diablo Swing Orchestra – Lucy Fears the Morning Star (nur Audio)
  2. Muse – United States Of Eurasia + Collateral Damage (nur Audio)
  3. Porcupine Tree – The Blind House (nur Audio)
  4. Tyondai Braxton – Platinum Rows (nur Audio)
  5. White Denim – I Start To Run (offizielles Video)
I’ll unlock you immediately. Then we’ll run amok. Or if you’re too tired we’ll walk amok.

Casino Royale (1967)

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