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Filmkritik: The Fall

Are you trying to save my soul?

The Fall
Der nach einem Arbeitsunfall gelähmte Stuntman Roy lernt im Krankenhaus im Los Angeles der 20er Jahre das Mädchen Alexandria kennen, das einen gebrochenen Arm auskuriert. Er beginnt, ihr eine fantastische Abenteuergeschichte zu erzählen und bittet sie als Gegenleistung Morphium zu stehlen, damit er damit seinem Leben und dem Liebeskummer um die Frau, die ihn verlassen hat, ein Ende zu bereiten. Mit Fortschreiten der Geschichte vermischen sich Fiktion und Realität zusehends.

“The Fall” beschreibt in zwei Erzählsträngen (der Handlung im Krankenhaus und der von Roy erzählten Geschichte) den Niedergang eines Mannes und die liebenswerte Naivität eines Kindes. In der Vorstellungskraft der Protagonisten entstehen Bilder, die überwältigender kaum sein könnten. Man mag kaum glauben, dass Regisseur Tarsem Singh fast keine Computer-Effekte einsetzte. Über einen Zeitraum von vier Jahren finanzierte er den Film fast im Alleingang durch Auftragsarbeiten wie Werbespots und flog mit seinem Team in 18 verschiedene Länder, um dort an atemberaubenden Schauplätzen seine Fantasy-Sequenzen zu drehen.

Was die von Roy erzählte Geschichte an Ästhetik und unmenschlicher Surrealität in die Waagschale wirft, wird auf der Gegenseite durch die erdrückende Glaubwürdigkeit der Krankenhausszenen ausgeglichen. Singh und sein Hauptdarsteller Lee Pace ließen fast das gesamte Team während der chronoligisch gedrehten Krankenhausszenen in dem Glauben, Pace sei wirklich gelähmt. Die 6-jährige Romanirin Catinca Untaru, die die Rolle der Alexandria spielt, lernte während der Dreharbeiten immer besser englisch und verlor zwischendurch sogar ein paar Milchzähne, was sich perfekt in den Film einarbeiten ließ.

Besonders Catinca Untaru ist eine Offenbarung. Ihr kindliches, aber dennoch absolut professionelles Schauspiel kann sehr überzeugen und macht neben den Fantasy-Sequenzen den Charme des Films aus. Viele Kritiker sehen in “The Fall” auch kaum mehr als ein ästhetisch schön anzusehendes, inhaltsleeres Märchen, aber genau das ist der Fehler. Man darf sich durch die fantastischen Bilder nicht zu sehr ablenken lassen, denn sonst verpasst man die vielen kleinen Details, die Realität und Geschichte wunderbar miteinander verweben, sich gegenseitig zitieren und nebenbei auch noch die Geschichte bekannter Männer wie Charles Darwin komplett auf den Kopf stellen.

Für mich war “The Fall” der beste Film, den ich seit langer Zeit sehen durfte. Die 117 Minuten sind einfach perfekt komponiert und unterhalten auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig. Ein Film, den man immer und immer wieder sehen könnte.

Rating: ★★★★★★★★★★ 

Hier noch kurz ein kleiner Spartipp für alle, die diesen Film gern auf Blu-Ray sehen wollen (was absolut zu empfehlen ist!): Die offizielle Blu-Ray-Fassung wird zwar erst am 30. Oktober erscheinen (27,95 bei Amazon), aber zeitgleich mit der DVD (14,95€) erschien auch die Limited Collector’s Edition, die mit dem Film auf DVD und Blu-Ray sowie einem informativen Booklet und einer Bonus-DVD aufwartet. Witzigerweise hat Amazon eben diese Sammleredition mit 23,99€ für weniger Geld im Angebot als die nackte Blu-Ray-Fassung und ist damit meines Wissens der günstigste Händler im Internet! Ich habe diese Collector’s Edition und kann sie nur empfehlen!

Kommentare

1

Habe den Film eben gesehen und bin totalhin und weg. Hab viele verschiedene Emotionen durchgemacht und gegen Ende habe ich dann ganz viel geweint.

geschrieben von Chaosmacherin
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2

@Chaosmacherin: Ja, der Film ist echt emotionsgeladen und ein Fest für die Augen. Ganz großes Kino, das leider wieder mal viel zu wenig Aufmerksamkeit bekam…

geschrieben von beetFreeQ
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Father Christmas, give us some money
Don't mess around with those silly toys.

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