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Projekt Hörsturz – Rezension Runde 5

Nachdem Runde 4 vor allem durch kurze Songs auffiel, hat sich Runde 5 im Projekt Hörsturz zu der wohl abwechslungsreichsten bisher entwickelt. Rock, Electro-Hip-Hop, Drum & Bass und Weltmusik geben sich ein Stelldichein. Da will ich doch mal sehen, wie gut meine musikalischen Geschmackssynapsen heute aufgelegt sind!

Bonaparte – Ego

(von LemonHead)
Nach erster Vermutung war ich ja noch der Meinung, ich kenne keine einzige der diesmal ausgelosten Bands, aber gleich bei den Berlinern von Bonaparte muss ich mich korrigieren. Irgendwann im vergangenen Jahr bin ich mal irgendwo über “Too Much” gestolpert, fand den durchgeknallten Song absolut toll, konnte aber nicht mehr Musik von der Band finden und vergaß sie leider wieder. Mittlerweile ist längst ein Album auf dem Markt, von dem nun auch dieser Song stammt. Inhaltlich gibt’s hier zwar etwas monotonen, aber absolut mitreißenden Lo-Fi-Rock, der vor allem auch textlich mit “I wanna shoot my ego down” gefallen kann – Fight Club lässt grüßen. In den Film würde das Stück auch gut passen. Hier lässt sich alles perfekt mit meinem Geschmack kombinieren, das absolut empfehlenswerte Album läuft bei mir auch schon auf Dauerrotation – was will ich mehr!

Rating: ★★★★★ 

Chevelle – Shameful Metaphors

(von Inishmore)
Chevelle sind mir dagegen aber wirklich 100% unbekannt. Der Anfang kommt schon mal wirklich toll. Gesanglich denke ich mich gleich an Muse und Radiohead, freue mich dann aber über ausreichend Eigenständigkeit. Musikalisch sind beide Bands auch nicht als Inspiration zu nennen, da kommen schon eher relativ konventioneller Alternative Rock à la Breaking Benjamin oder gar Nickelback in den Sinn, von denen sie sich aber zum Glück positiv abheben können. Der gitarrenlastige Chorus schafft es, getragen und mitreißend zu wirken, bombastisch, aber trotzdem mit einfachen Mitteln gespielt. So was klingt ehrlich und schafft es, mich zu begeistern, obwohl ich ähnlich gearteten Bands wie den genannten sonst oft eher gähnend begegne. Chevelle werde ich im Auge behalten!

Rating: ★★★★☆ 

Modeselektor feat. Puppetmastaz – Dark Side of The Sun

(von Kamil)
Lieber Kamil, du bereitest mir Kopfschmerzen. Ich hab lange überlegt, was ich von Modeselektor und vor allem den drüber rappenden Puppetmastaz halten soll. Die Tatsache, dass sich beide an sich gar nicht so ernst nehmen, macht’s mir dann doch ein wenig leichter. Ich fühle mich leicht an die Chemical Brothers erinnert und musikalisch werden mir hier zwar monotone, aber durchaus gute Beats für’s Auto geliefert. Der doch etwas zu sehr im Hip-Hop-Klischee versandende Rap hätte aber ruhig wegbleiben können. Da ich Modeselektor 4 und den Puppetmastaz da drüber 2 Punkte geben würde, treffen wir uns einfach in der Mitte:

Rating: ★★★☆☆ 

B-Complex – Beautiful Lies

(von Kerstin)
Hach, das Ding weckt Jugenderinnerungen. Drum & Bass war in den mittleren bis späten 90ern meine absolute Lieblings-Musik, erst recht, wenn’s melodisch angehaucht war. B-Complex machte seine ersten Gehversuche in der Musik auch schon damals und wird mir sicher auch mal über den Weg gelaufen sein. Dummerweise kann ich mich aber nicht mehr erinnern, denn diese Musik kommt mir heutzutage nur noch alle Jubeljahre aus nostalgischer Melancholie in den Player. B-Complex versteht sein Handwerk, kommt für mich mit diesem Stück aber einfach 10 Jahre zu spät.

Rating: ★★☆☆☆ 

Rachid Tara – Garab

(von Doro)
Der Titel des Songs macht mich gleich neugierig und der Anfang klingt genau wie ich es erwartet hatte. Perkussive Weltmusik, die zwar einen kleinen Techno-Rhythmus aufbaut, aber zum Glück ansonsten erfrischend unverkrampft daherkommt und ohne die üblichen esoterischen Klischees auskommt, die beide Musikstile in Kombi sonst meistens in die Waagschale werfen. Monotonie ist heute scheinbar ein wiederkehrendes Thema, das aber auch hier zum dritten Mal als Mittel zum Zweck dient und durch Intensivierung eine immer ekstatischere Stimmung aufbaut. Ein wenig mehr Feinheiten hätte ich mir für eine bessere Wertung zwar doch gewünscht, live gespielt mit dem richtigen Publikum ist das Stück so aber sicher absolut schweißtreibend!

Rating: ★★★½☆ 

Mit durchschnittlich 3.5 Punkten war die Runde mal wieder überraschend ergiebig für meinen Geschmack! Gleich zwei neue Bands, die ich im Auge behalten werde, gibt’s auch nicht alle Tage! So kann’s von mir aus weitergehen!

Mein Vorschlag

Diesmal hab ich mir als Vorschlag für die nächste Runde einen Song vom noch taufrischen zweiten Album des Diablo Swing Orchestra namens “Bedlam Sticks” herausgesucht! File under Boogie-Opera-Metal!

http://www.youtube.com/watch?v=G7CKyQhvdRI

Kommentare

1

Hehe, nicht das du noch geblitzt wirst, weil du beim Hören das Gaspedal bis auf den Boden durchdrückst. Der Song ist, wie auch schon meine Wahl mit den We are Wolves, nicht für die Band repräsentativ und hebt sich von Rest des Albums ab. Also ruhig mal Modeselektor und auch den Puppetmastaz solo eine Chance geben.

Von Modeselektor gibt es noch eine super Zusammenarbeit mit Apparat, die heißt dan: Mederat. Auf jeden Fall hörenswert. Dürfte dir gefallen.

geschrieben von kamil
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2

Ai, der letzte Song bzw. dessen Bewertung hat die Serie 5,4,3,2 …. unterbrochen. Bin mal gespannt, wie ich mit Dark Side of the Sun umgehen werde.

geschrieben von juliaL49
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3

Freut mich, dass Bonaparte bei dir so gut ankommen! Soweit ich die anderen Bewertungen überflogen hab, ist das ja mal wieder nicht jedermanns Ding. 😉

geschrieben von LemonHead
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4

@kamil: Nö nö, das geht schon – bin hektische Musik bei Autofahren gewöhnt – ist manchmal die beste Medizin abends nach Feierabend, wenn der Tag mal wieder viel zu stressig war.

@juliaL49: Ja, ich hab ja auch erst gedacht, es geht weiter abwärts, aber der Song hat mich dann doch irgendwie angesprochen. Ich wage ja bei dir eine vernichtende Kritik vorauszusagen, bin aber trotzdem mal gespannt, was du zu dieser Runde sagst. Zumindest die ersten beiden Songs sind ja noch sehr gitarrenlastig!

@LemonHead: Ne, das stimmt wohl – was wohl losgewesen wäre, wenn du stattdessen direkt “Too Much” vorgeschlagen hättest? 😀

geschrieben von beetFreeQ
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5

@beetFreeQ:
“Too Much” stand neben “Who took the pill” oder dem großartigen “I’m against it” auch zur Auswahl. Für Ego habe ich mich dann entschieden weil mich der Song live einfach umgehauen hat. Und weil ich im Schnitt mindestens einen Punkt haben wollte. (Ego halt) 😉

geschrieben von LemonHead
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6

@LemonHead: Hehe, ja, Ego ist vielleicht auch der zugänglichste Song – für mich aber auch durch den Aufbau und die langsame Steigerung der intensivste. Die anderen funktionieren aber auch wunderbar zu fast jeder Gelegenheit. “Anti Anti” ist da auch noch ein kleiner Favorit!

geschrieben von beetFreeQ
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