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der gefühlte Tigerenten-Club

Die Wahl ist gelaufen. Deutschland hatte die Möglichkeit, sich nicht nur zwischen Pest und Cholera zu entscheiden, sondern sogar die Chance, Bürgerrechte und eine saubere Umwelt in den Mittelpunkt zu stellen. Mehr Menschen als in allen bisherigen Wahlen haben sich auch dafür entschieden, aber es war im Gesamtergebnis trotzdem nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die buchstäbliche Wahl zwischen Pest und Cholera sorgt auf Bundes- und vielleicht auch auf Landesebene[1] für eine Koalition aus beiden.

Fast alle mir wichtigen Punkte wird die Tigerenten-Regierung nicht in meinem Interesse behandeln. Stattdessen stehen Afghanistan, Atomkraft und vor allem der Überwachungsstaat groß auf dem Plan. Die Spalte zwischen den jüngeren Generationen und den regierenden Parteien wird immer größer, aber dennoch ist der Wandel leider noch in weiter Ferne. Mindestens vier Jahre müssen wir jetzt damit leben und vor der Stasi 2.0 bangen.

Ich freue mich, dass die Grünen so große Gewinne einfahren konnten und ich weiß auch, dass die 2% der Piraten auf Bundesebene[2] unter Berücksichtigung der ja bei Bundestagswahlen ungleich höheren Wahlbeteiligung, die sich auf die ganz kleinen Parteien eher negativ auswirkt, ein sehr gutes Ergebnis sind. Allerdings bin ich erschüttert darüber, wie wenig die im Internet allgegenwärtigen Themen Bürgerrechte, Urheberrechte und Datenschutz überhaupt am Wahlergebnis ausgemacht haben. Die Masse da draußen schert sich nicht um unsere Themen.

Zwar unken jetzt einige, dass wir Piratenwähler mit unseren 2% das Zünglein an der Waage für die Mehrheit von schwarz-gelb gewesen sein sollen, aber ich stehe zu meiner Wahl für orange-grün, denn das ist die Zukunft. Wir haben heute noch nicht viel erreicht, aber die Entwicklung wird weiter gehen. Entweder müssen die “großen” Parteien uns mittelfristig stark entgegenkommen, oder sie sind die längste Zeit groß gewesen. Unverständlich bleibt für mich nur, wie auch so viele junge Leute nach allem noch für CDU und FDP stimmen konnten…

  1. Als Kieler sind mir mal primär die Ergebnisse in Schleswig-Holstein wichtig []
  2. in den Kieler Wahlkreisen schönerweise sogar etwa ein Prozent mehr []

Kommentare

1

auch wenn alle piraten spd gewählt hätten wären wir wohl nicht um den bvb drumrumgekommen.

und zu deinem letzten satz, wenn ca 10% der arbeitslosen fdp gewählt haben, wie die ard berichtete, muss man da noch irgendwas zum geisteszustand der bevölkerung sagen?

geschrieben von tobi
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2

Manche lassen sich halt von der Wahlwerbung blenden… *augenroll*

geschrieben von Sir Donnerbold
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3

ich versteh dieses volk nicht.

heute im radio gehört: antrag der umbenennung von hertha BSC in hertha SPD. tja.

geschrieben von bonafide
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4

@tobi: Das denke ich auch – allein dank der Überhangmandate (noch so eine Erfindung, die ich absolut unsinnig finde) ist’s auf Bundesebene ein klares Ergebnis geworden.

@Sir Donnerbold: Ja, und dabei war die dieses Mal ja sogar ziemlich inhaltsleer. Aber das würde erklären, warum die Arbeitslosen so zur FDP gegangen sind, wie Tobi schon sagt. Es gibt auch eine Statistik, nach der wohl die meisten ehemaligen Wähler der rechtsradikalen Parteien jetzt bei der FDP gelandet sind…

@bonafide: Vielleicht wär ein Konzept wie in der Bundesliga auch in der Politik nicht mal falsch! Man lässt die Parteien mit Argumenten gegeneinander antreten und wer die meisten sinnvoll umsetzt, steigt in den Bundestag auf. 😉

Ich wäre allerdings wirklich mal für ein neues Wahlsystem. Entweder, man gibt statt einer personengebundenen Erststimme und einer Zweitstimme einfach zwei Stimmen für die beiden Parteien ab, die man unterstützen will (das würde immerhin jeder verstehen), oder man lässt nicht mehr Parteien sondern den Wahl-O-Maten wählen. Und nachdem jeder Wähler seine Wünsche zu den Thesen angegeben hat, gewinnen die Parteien, für deren Entscheidungen die Mehrheit ist. Letzteres wäre aber vermutlich nicht umsetzbar – kompliziert auszuwerten und da müssten sich die Bürger ja mal wirklich mit Politik beschäftigen!

geschrieben von beetFreeQ
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