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Album Round-Up 4.0

Manchmal reicht die Zeit gar nicht, sich ausgiebig genug mit allen tollen neuen Alben zu beschäftigen und sie auch ausreichend würdig zu rezensieren. Um aber da endlich mal wieder ein wenig hinterher zu kommen, sammle ich sechs der interessantesten Alben der letzten paar Monate mal wieder in einem Album Round-Up! Mit dabei: Arctic Monkeys, Clark, Eels, Fink, Modest Mouse und Portugal. The Man!

Arctic Monkeys – Humbug

Arctic Monkeys - HumbugAls bekannt wurde, dass Josh Homme, seines Zeichens Mastermind der Queens Of The Stone Age, das aktuelle Album der arktischen Affen produzieren würde, war ich erstmal Feuer und Flamme. Der erste Hördurchlauf ernüchterte dann aber vorerst. Zwar ist der Einfluss Hommes in den von ihm produzierten Stücken unüberhörbar, aber der eingängige rotzige und auch oft hyperventilierende Sound der Band ist so mir nichts dir nichts verschwunden und macht Platz für sauber kalkulierten Rock, der gern auch mal etwas getragen aufspielt und sich einen Dreck um die Eingängigkeit beim ersten Hören schert. Auf den zweiten Blick erkennt man die Jungs dann aber doch wieder und lernt ihre neue Art so nach und nach lieben. Das neue Korsett passt den Briten mit jedem Durchlauf im Ohr perfekter und die Ohrwürmer setzen sich zwar langsam aber bombensicher im Gehörgang fest. So mag ich das!

Rating: ★★★★★★★★½☆ 

Clark – Totems Flare

Clark - Totems FlareSchaut man auf’s Cover, glaubt man, ein Album der Band Cake vor sich zu haben, aber abgesehen vom Geschmack für Plattencover hat Clark mit den eben genannte nichts am Hut. Der britische Wahlberliner macht nämlich das, was der Elektronik-Jünger seit Aphex Twin unter IDM kennt, der Unbedarfte aber eher als WTF abstempelt. “Totems Flare” bringt den guten alten Warp-Sound voller Bleeps und Clonks zurück auf’s Warp-Label und klingt dabei kein bisschen altmodisch. Lässt man sich einmal auf diese Geräuschkulisse ein, erkennt man die barocken Melodien, kruden Beats und chillenden Flächen. Sicher keine Musik zum Nebenbei hören, aber absolut hörenswert!

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Eels – Hombre Lobo

Eels - Hombre LoboIch muss ja gestehen, dass das Konsens-Meisterwerk “Blinking Lights And Other Revelations” mir nie wirklich die vielgelobte Genialität offenbarte. Vielmehr hörte ich die neueren Sachen der Eels zwar noch gern, trauerte aber insgeheim schon etwas den Souljacker-Zeiten nach. Entsprechende metaphorische Purzelbäume schlug ich dann auch mit der ersten Sichtung des neuen Materials auf “Hombre Lobo”. Als hätte Mark Oliver Everett seit 2001 einfach Pause gemacht. liefert er hier die perfekte Fortsetzung zu Souljacker ab. Vielmehr steht sogar die weitere Geschichte des “Dog Faced Boy” aus genanntem Album im Mittelpunkt. Die bluesige, oft verspielte, manchmal sehr minimalistische Rock-Maschine funktioniert wieder wie geschmiert und darf auch gern noch ein paar Alben weiter auf diesem Level bleiben!

Das Album auf Spotify

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Fink – Sort Of Revolution

Fink - Sort Of RevolutionWer einmal einen wahren Stilbruch hören will, muss sich nur den Übergang des ersten Albums “Fresh Produce” und seinem Nachfolger “Bisquits For Breakfast” anhören. Man hört nicht alle Tage einen Elektronik-Sample-Frickel-DJ zum Sing-Songwriter mutieren und dabei auch noch so frisch, eigenständig und toll zu klingen. Seither hat Herr Fink es aber nicht mehr so mit den Stilwechseln. Wie schon auf “Distance And Time” bleibt auch “Sort Of Revolution” dem soulig-warmen Stil treu und bringt’s nur zum Sort of und keiner Revolution. Das ist aber durchaus positiv zu verstehen, denn Fink weiß immer noch, wie man tolle, berührende Songs mit sparsamer Instrumentierung schreibt und dabei trotzdem absolut beinwippend groovt. Dennoch wäre könnte sich das mit dem nächsten Album dann doch langsam abgreifen. Wir werden’s sehen!

Das Album auf Spotify

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Modest Mouse – No One's First And You're Next (EP)

Modest Mouse - No One's First And You're Next (EP)Wo sich die Fans des grandiosen “We Were Dead Before The Ship Even Sank” schon langsam nach Nachschub sehnten, schmeißen Modest Mouse als Zwischenmahlzeit einfach mal eine neue EP auf den Markt. Auf dieser versammeln sich B-Seiten und Unveröffentlichtes aus den Sessions des eben genannten Albums und seines direkten Vorgängers “Good News For People Who Love Bad News” und klingen damit auch wie eine Mischung beider Scheiben. Zwar kommen nicht alle Songs an die Größen der Alben heran, können sich aber durchaus hören lassen und sind sicher nicht aus mangelnder Qualität unveröffentlicht geblieben. Das ist mehr als ein Zwischensnack und kann sich auch in der Länge mit aktuellen Alben anderer Bands messen!

Die EP auf Spotify

Rating: ★★★★★★★★½☆ 

Portugal. The Man – The Satanic Satanist

Portugal. The Man - The Satanic SatanistPortugal. The Man gehört zu einer dieser Bands, die mich mit jedem Album mehr fesseln konnte und ich konnte die Veröffentlichung des neuen Albums kaum erwarten, auch wenn mich die Teaser-Single “People Say” überraschend kalt ließ. Leider ließ diese Single aber doch Rückschlüsse auf den weiteren Inhalt des Albums ziehen als ich erwartete. Die Band hat ihren progressiven, oft erst bein zweiten oder dritten Hören ankommenden Rock komplett abgelegt, um eine sonnendurchflutete Popplatte zu machen, wie man sie von einer Truppe aus Alaska nie erwartet hätte. Leider geht mit diesem Stilwechsel aber auch sehr Charme flöten. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich bei jedem Durchlauf neues entdecken konnte.

Die Songs erschließen sich sofort und wollen als Ohrwurm hängenbleiben, schaffen es in meinen Ohren aber leider nur selten, vermutlich, weil sie mir fast zu süßlich fröhlich klingen. Selbst die Höhepunkte des Albums wie “Work All Day” oder “Lovers In Love” haben irgendwo ihre abgegriffenen Ecken, die verhindern, dass sie sich in den Songs der Vorgängeralben einreihen können. Als sommerliche Nebenbeihörplatte durchaus geeignet, aber für mehr holt man doch lieber die Vorgänger aus dem Schrank!

Das Album auf Spotify

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Als Hörprobe noch schnell ein paar Songs als Youtube-Playlist:
http://www.youtube.com/view_play_list?p=18AAA4503053BD51

  1. Arctic Monkeys – Crying Lightning (offizielles Video – Regie: Richard Ayoade)[1]
  2. Clark – Growls Garden (nur Audio)
  3. Eels – Fresh Blood (offizielles Video)
  4. Fink – Sort Of Revolution (offizielles Video)
  5. Modest Mouse – King Rat (offizielles Video – Regie: Heath Ledger)[2]
  6. Portugal. The Man – Lovers In Love (nur Audio)
  1. auch bekannt als Moss aus der IT-Crowd []
  2. Das Video wurde erst nach seinem Tod vollendet []

Kommentare

1

Aha! Deine Links bei Twitter sind mit digs.by verkürzt und ich sehe den Beitrag in einem Frame!

Soviel dazu. Die Alben sind wie immer super ausgwählt, Humbug, Hombre Lobo und The Satanic Satanist sind mir schon postiv aufgefallen und die anderen drei werde ich mir gleich mal antun.

geschrieben von juliaL49
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2

Ah, da sagste was – stimmt – Digsby nutzt seit kurzem seinen eigenen URL-Kürzer. Dass der gleich so’ne aufdringliche Leiste oben drüber bappt, finde ich ja dann doch eher suboptimal… – naja, mal sehen, werde vielleicht bei Twitter eh komplett auf Seesmic umsteigen.

geschrieben von beetFreeQ
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3

Ohne Scheiß?! Eels bringen die Fortsetzung zu Souljacker?! Da warte ich schon so lange drau, dass da wieder was ähnliches kommt *schnuff*

geschrieben von kamil
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4

@kamil: Ja, das Warten hat ein Ende – die Eels rocken wieder :)

geschrieben von beetFreeQ
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