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Origins – Part 5

Nachdem ich heute selbst mal wieder ein Aha-Erlebnis hatte und ein vermeintliches Original als Coverversion entlarven konnte, muss ich das auch gleich mal mit euch teilen. Im mittlerweile fünften Teil meiner Origins-Reihe hab ich also wieder fünf Songs und ihre Ursprünge rausgesucht. Drei davon sind reine Coverversionen, einmal geht’s um ein grundlegendes Sample und als Premiere gibt’s einen Remix, der bekannter als sein Original ist!

The Jon Spencer Blues Explosion – Right Place Wrong Time / Dr. John

Beginnen wir gleich mit meiner heutigen Offenbarung. Ich bin ja schon ein langjähriger Fan der Blues Explosion und hielt “Right Place Wrong Time” für einen ihrer originalen Klassiker, denn stilistisch passte der Song unverkennbar zur Band. Als ich dann heute allerdings den ebenfalls altbekannten, aber bisher von mir viel zu wenig gehörten Dr. John auf den Ohren hatte, schallte mir doch eine Soul-Version des selben Songs entgegen. Natürlich ist dies das ebenso tolle Original, das sogar mehrfach gecovert wurde.

Rage Against The Machine – Beautiful World / Devo

Bei diesem Stück war von vornherein klar, dass es sich um ein Cover handelt, ist es doch Teil des rein aus Coverversionen bestehenden Albums “Renegades”. Auffällig ist aber gleich, wie sehr der Song doch vom sonstigen doch sehr lauten Stil der Band abweicht, Zach De La Rocha überraschend gesangsstark präsentiert und eine bitter melancholische Stimmung zeichnet. Umso mehr wundert sich der unkundige Hörer, wenn er denn das eigentliche Original der normal für ziemlich durchgeknallten New Wave bekannten Band Devo auf die Ohren bekommt. Ein tolles Beispiel, wie die musikalische Untermalung den eigentlichen Inhalt des Texts beeinflussen kann.

Moloko – Sing It Back (Boris Musical Mix) / (Original Album Version)

Viele kennen das Duo Moloko wohl nur durch ihren 99er Disco-Hit “Sing It Back”. Dies haben sie allerdings zum Teil dem DJ Boris Dlugosch zu verdanken, denn die bekannte House-Version des Songs stammt von ihm. Als Sängerin Róisín Murphy das Stück schrieb, wusste sie, dass es eigentlich ein Song für die Clubs werden sollte. Dennoch entschieden Mark Brydon und sie sich für einen anderen Stil und brachten den Song eher unscheinbar auf dem Album “I Am Not A Doctor” unter. Zusammen mit der Plattenfirma ließen sie allerdings einige Remixer drauf los und fanden im “Boris Musical Mix” ihren größten Hit.

Massive Attack – Man Next Door / John Holt

Massive Attack sind ja eigentlich eher für das Sampeln mehr oder weniger obskurer alter Klassiker bekannt. Mit ihrem Dub-infizierten “Man Next Door” haben sie aber auch eine astreine Coverversion im Portfolio. Das Original stammt von Reggae-Legende John Holt und wurde von Horace Andy, der das Stück bereits solo coverte, zu Massive Attack gebracht. Zusammen machten sie eine würdige Electronic-Version draus.

Fatboy Slim – Demons / Bill Withers – I Can’t Write Left Handed

Fatboy Slim darf als alter Sample-Haudegen natürlich auch diesmal nicht fehlen. Die Basis für Macy Gray’s tollen Gesang in seinem überraschend ruhigen Stück “Demons” borgte er sich kurzerhand bei Soul-Legende Bill Withers. Dessen Original “I Can’t Write Left Handed” ist ein eher unbekanntes Stück, in dem er den Vietnam-Krieg verarbeitete.

Kommentare

1

Hallo Beety,

wow, Demons stammt von Bill Withers? Krass. Das war mir neu. Allerdings kommt das Original nicht so richtig aus den Füßen. Klar, ein politischer Song, aber zum anhören ein bisschen anstrengend. Da gefällt mir Fatboy Slim feat. Macy Gray doch besser.

geschrieben von Dany
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2

@Dany: Ja, das wusste ich bis vor kurzem auch nicht. Bill Withers’ Song ist klar schwerer zu verdauen, aber immerhin als Basis für einen Sommerhit richtig gut geeignet 😉

geschrieben von beetFreeQ
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I’m travelling the wonderful loneliness of the headphone silence

Ane Brun

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