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Serienkritik: The Big Bang Theory – Series 1

vlnr: Simon Helberg, Johnny Galecki, Kaley Cuoco, Jim Parsons, Kunal Nayyar als Rajesh Koothrappali	Kunal Nayyar

Am Samstag hatte Pro7 relativ unbemerkt die erste Folge der Big Bang Theory im Programm. Ich habe die Folge selbst leider verpasst und kann daher auch nicht sagen, ob es an der Synchro lag, dass nur so wenig Zuschauer einschalteten. Letztendlich soll’s mir auch egal sein, denn wer englischsprachige Sitcoms wirklich genießen will, sollte diese sowieso im Original schauen! Und The Big Bang Theory lohnt den Aufwand wirklich!

In der ersten Folge werden die Parameter der Serie gesetzt. Der schüchterne Leonard und der hochintelligente Soziopath Sheldon, beide Doktoren der Physik und Vollblutnerds, leben zusammen in einer WG. Als gegenüber die hübsche Klischee-Blondine Penny einzieht, lernen die beiden nach und nach das Leben kennen.

Was auf den ersten Blick nicht weiter außergewöhnlich wirkt, wird durch zwei Dinge zu etwas ganz Besonderem. Zum Einen sind die Charaktere wirklich toll dargestellt. Die drei Hauptpersonen bedienen ihre Klischees wunderbar unverkrampft. Dazu gesellen sich als großartige Nebenfiguren noch der jüdische Möchtegern-Schürzenjäger und Ingenieur Howard und der indische Programmierer Rajesh, der in Gegenwart schöner Frauen kein einziges Wort rausbringt.

Zweites herausstechendes Merkmal sind die Gags. Mangelt es Serien sonst nicht selten an ausreichend Fachwissen, um auch Zuschauer zu fesseln, die die dargestellten Berufe wie Arzt o.ä. ausüben, punktet The Big Bang Theory hier damit, echte Physiker und Nerds im Team zu haben, die für das nötige Know-How sorgen. Aber keine Angst, auch als Nicht-Physiker oder mit nur wenigen Nerd-Genen versteht man den Witz der Serie. Mit dem entsprechenden Wissen kommen die Pointen allerdings noch besser rüber.

Wie in Sitcoms üblich, sind die einzelnen Folgen nur lose miteinander verknüpft. Eine Entwicklung ist vor allem in der heimlichen Liebe Leonards gegenüber Penny zu erkennen. Diese Eigenständigkeit der Folgen tut dem Spaß aber keinen Abbruch, denn allein die genial skurrilen Situationen, in denen sich die Darsteller wiederfinden, sorgen für eine viel zu schnell verfliegende Zeit. Glücklicherweise besteht allein Staffel 1 bereits aus 17 Episoden. Genug Futter also für ein paar nette Fernsehabende!

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Hier noch ein paar Zitate und Szenen aus der Serie, um den genialen Witz zu veranschaulichen:

Leonard: We need to widen our circle.
Sheldon: I have a very wide circle. I have 212 friends on myspace.
Leonard: Yes, and you’ve never met one of them.
Sheldon: That’s the beauty of it.

Sheldon: Engineering: where the noble, semi-skilled laborers execute the vision of those who think and dream. Hello, Oompa Loompas of science!

Sheldon: Oh, well, this would be one of those circumstances that people unfamiliar with the law of large numbers would call a coincidence.

Howard: If it’s “creepy” to use the Internet, military satellites, and robot aircraft to find a house full of gorgeous young models so I can drop in on them unexpected, then FINE, I’m “creepy”.

Sheldon: You have about as much chance of going out with Penny as the Hubble Telescope has of finding that at the center of each black hole there’s a little man with a flashlight trying to find the circuit breaker.

http://www.youtube.com/view_play_list?p=71FA306D1B1975C8

Kommentare

1

Hihi, kann man nicht oft genug emfehlen 🙂 Sheldon soll auf deutsch praktisch nicht mehr er selbst sein…

geschrieben von juliaL49
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2

@juliaL49: Ja, dass man Sheldon’s Sprechweise ordentlich synchronisieren würde, konnte ich mir auch kaum vorstellen. Zudem hat er ja die längsten Physik-Kettensätze im Repertoire – kaum für Synchronsprecher und Übersetzer zu meistern!

geschrieben von beetFreeQ
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3

Ich habe die Folge zufällig auf Pro7 gesehen und fand sie unglaublich öde. Das war für mich alles zu klischeebeladen und nicht sonderlich innovativ. Aber da ich weiß, wie grausam die Synchros sein können und gerne mal den eigentlichen charakteristischen Humor zerstören, geb ich der Serie auf Englisch demnächst mal ne Chance.

geschrieben von LaRocca
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4

@LaRocca: Ja, das solltest du! Sicher spielt die Serie stark mit den Klischees, aber der Wortwitz und die ja doch ziemlich übertriebenen Situationen machen das schnell wieder wett. Außerdem ist an den Klischees ja nun auch ein wenig dran – ich finde mich da in der einen oder anderen Folge auch wieder 😉

Zur Synchro: Nachdem ich jetzt erfahren hab, wie lustlos die Titel der Folgen schon übersetzt sind, hab ich die Hoffnung ja völlig verloren. Waren die Titel im Original noch wie wissenschaftliche Bezeichnungen aufgebaut, geht das in der Übersetzung meistens ohne Grund verloren. Aus “The Fuzzy Boots Corollary” wird da einfach “Erregungsfaktor: Null” oder “The Hamburger Postulate” wird “Die andere Seite der Krawatte”…

geschrieben von beetFreeQ
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5

Dem ist wohl nichts mehr hinzufügen! Eine absolut grandiose Sitcom… 🙂

geschrieben von bullion
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6

Big Bang Theory brauchte bei mir auch erst ein paar Folgen, bis es so richtig gezündet hat, hat sich seit dem aber zu meiner absoluten Lieblings-Sitcom entwickelt. Für Nerds gibts genug Insidergags, für Nichtnerds genug Klischees – eine Gratwanderung, die IT Crowd ja nicht ganz so gut hinbekommen hat.

Und seit Two And A Half Men auf gleichem Level geblieben ist und Two And A Half Men in der letzten Staffel extrem nachgelassen hat lässt sichs bis September nur noch schwer aushalten 😀

geschrieben von Jeriko
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7

@bullion: Japp – bin schon sehr gespannt auf die weiteren Staffeln (wobei ich die zweite zum Teil auch schon kenne).

@Jeriko: Ja, die erste Folge allein hat bei mir auch noch nicht 100% gezündet, aber mit jeder weiteren wurde das Verlangen, die nächste gleich hinterher zu schauen immer größer.

Dass die IT-Crowd die Gratwanderung nicht so ganz geschafft hat, stimmt. Da gibt’s als Nicht-Nerd bzw. Computer-Laie weit weniger zu lachen, was mich als Nerd selbst allerdings weniger stört. Bei mir steht Moss in Sachen Nerd-Charakter auch noch ganz leicht vor Sheldon!

Two And A Half Men kenne ich noch gar nicht, aber ich bin auch grad erst angefangen, mich mit Serien einzudecken, nachdem ich das reguläre Fernsehprogramm eh seit Jahren meide. Werde ich mir auch mal ansehen. Also nächstes ist aber erstmal “The Mighty Boosh” dran.

geschrieben von beetFreeQ
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