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Filmkritik: Casino Royale (1967)

I’ll untie you and we’ll run amok.
Or if you’re too tired we’ll walk amok.

Peter Sellers erleidet psychische FolterZu Casino Royale lassen sich ganze Romane schreiben, nicht nur weil es Ian Flemings erster Roman war, in dem James Bond auftauchte, sondern auch, weil er mittlerweile drei verschiedene Filme hervorbrachte. Neben der amerikanisierten TV-Fassung von 1954, in der der damals noch unbekannte James zu einem Jimmy wurde und dem immens erfolgreichen Bond-Reboot mit Daniel Craig gab es aber auch noch eine Parodie, wie sie nur in den 60ern entstehen konnte.

Als die russische Geheimorganisation SMERSH nach und nach die Top-Agenten der Weltmächte aus dem Verkehr zieht, versucht M zusammen mit anderen Geheimdiensten James Bond aus seinem Ruhestand zu holen. Dieser lehnt erst ab, wird aber dann durch einen vom M geplanten Hinterhalt, der ihm selbst das Leben kostet, doch in den Fall hineingezogen. Ab hier beginnt die Story, immer verrückter zu werden.

David Niven in einer schlüpfrigen SituationNachdem “Casino Royale” das einzige Buch mit dem Agenten James Bond war, dessen Rechte die damaligen Bond-Produzenten nicht bekommen konnten, wollte der Inhaber der Rechte Charles Feldman den Film als parodierenden Gegenentwurf zum durchschlagenden Erfolg des Filmes “James Bond jagt Dr. No” ins Kino bringen, verzettelte sich aber zusehends in der Produktion. Unter der Regie von fünf verschiedenen Männern und mit diversen Stars wie David Niven, Peter Sellers, Orson Welles und Woody Allen besetzt, nahm das Chaos seinen Lauf. Letztendlich verließen die wichtigsten Darsteller die Produktion im Streit und Feldman schusterte aus dem bereits gefilmten Material eine einigermaßen zusammenhängende Story.

Die Tochter von Bond mit Mata Hari wird von einem Ufo entführtWas damals ein ziemlich hahnebüchener Flop war, kann aus heutiger Sicht als Klassiker betrachtet werden. Warum? Schuld ist Austin Powers! Mike Myers Parodie auf James Bond und die Swinging Sixties gilt als Kult, wäre aber nie entstanden, hätte es nicht Casino Royale gegeben. Die schonungslose Art, wie dieser Film bereits in den 60ern das eigene Jahrzehnt und sämtliche Agentenfilme auf die Schippe nahm, lässt selbst Austin Powers blass aussehen. Gerade die dilletantische Zusammenstückelung des Filmmaterials und unzählige WTF-Momente wie fallschirmspringende Indianer in einem Casino oder Dr. Noah’s Pille, die einen Menschen zur Atombombe macht, die nach 400x Rülpsen detoniert, machen den Film zum Erlebnis.

Man muss schon einen gewissen Hang zu durchgeknallten Storys haben und über teilweise billige Produktion hinwegsehen können, um Casino Royale zu lieben. Erfüllt man diese Voraussetzungen, kann man sich mit jeder Sichtung über neue Verrücktheiten in dieser Parodie freuen!

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

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