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beety’s Ohrenschmalz – Episode 32

Über die vergangenen Wochen haben sich bei mir mal wieder so einige interessante Bands angesammelt, die ich euch natürlich nicht vorenthalten will. Zeit also für die nunmehr 32ste Ausgabe Ohrenschmalz in diesem Blog. Angefangen bei rohem Rock & Roll, bleiben wir dem Rock erstmal treu, um in den letzten beiden Stücken Electronica mit ein paar organischen Jazz-Anleihen zu zu fröhnen.

http://www.youtube.com/view_play_list?p=F51D04CC35CD4EE2

The Ettes – I Get Mine

Wenn eine Rockband zu zwei Dritteln aus Frauen besteht, ist das schon nicht ganz alltäglich. Der rohen Mischung aus Rock & Roll, Beatmusik, Nancy Sinatra und Punk, die The Ettes zelebrieren, tut diese Zusammenstellung aber sichtlich gut. Vielleicht ist es grad diese Verbundenheit zu den 60ern, die die ziemlich simple Musik des Trios aus L.A. so eingängig macht, denn wo bekommt man heutzutage noch so ehrlichen, holprigen Rock serviert?

The Ettes auf Spotify

Black Lips – Veni Vidi Vici

Die Black Lips schlagen eigentlich in eine recht ähnliche Kerbe, klingt ihr Sound doch auch oft retro und immer ungebügelt und rauh. Ihre Wurzeln finden sich aber neben dem Punk doch eher in Woodstock, nicht umsonst nennen sie ihren Stil selbst “Flower Punk”. Die Band aus Atlanta fand sich schon im Teenager-Alter zusammen und ist seither für ihre exzessiven Bühnenauftritte, die nicht selten mit dem Ausscheiden diverser Körperflüssigkeiten enden, berüchtigt. Zum Glück kann man sich ihre dagegen wirklich tolle Musik auch geschützt auf der Anlage anhören.

Black Lips auf Spotify

The World/Inferno Friendship Society – Brother Of The Mayor Of Bridgewater

Auch die meist zu neunt oder zehnt auftretende Band aus Brooklyn ist bekannt für ihre Shows, allerdings in diesem Fall rein aus musikalischen Gründen. Kein Wunder, lebt ihr energetischer Cabaret Punk doch gerade live zur Höchstform auf und kann so ziemlich jedes Publikum aus der Totenstarre reißen. Ihre Texte drehen sich oft um die Weimarer Republik, Peter Lorre, Leni Riefenstahl, Magie und skurille Geschehenisse, was durch ihre Musik, die derartige historische Themen mit der Moderne verbindet, perfekt wiedergegeben wird.

The World/Inferno Friendship Society auf Spotify

Blockhead – Expiration Date

Ebenso aus New York stammt der in einem völlig anderen Stil beheimatete Anthony Simon aka Blockhead. Nachdem er eine riesige Plattensammlung aus Hip-Hop-Scheiben aufgebaut hatte und sich ein wenig als Rapper verdingte, fand er seine wahre Berufung hinter den Reglern und veröffentlicht seitdem auf Ninja Tune seine magnetischen, sphärischen Beats, die zum Großteil in jede anspruchsvolle Chillout-Sammlung gehören, aber auch mal Tanzflächentauglichkeit aufweisen. Nebenher produziert er aber auch diverse Tracks für Aesop Rock und andere, unbekanntere Rapper.

Blockhead auf Spotify

Loka – Tabernacle Part 2

Das britische Duo “Loka” ist ebenfalls auf dem geschmackssicheren Label Ninja Tune beheimatet, fahren aber einen weit organischeren, jazzigeren Sound, der jedoch ebenso zum Chillen geeignet ist. Ihre Nähe zum Cinematic Orchestra ist unverkennbar herauszuhören, dennoch beweisen sie mehr als genug Eigenständigkeit und können aus ihren ätherischen Klanglandschaften auch mal in modernen Funk abdriften, wenn der Abend lang ist.

Loka auf Spotify

Kommentare

1

Ohrenschmalz? Lecker!

The Ettes – I get mine: Sehr, sehr lecker. Wirkt sehr ehrlich und ungeschliffen ganz so wie du es beschrieben hast, die Art den Bass zu spielen ist in der Tat so schön Retro und harmoniert perfekt. “Rockband” finde ich vielleicht etwas zu unpräzise, obwohl die Richtung stimmt. Eine treffendere Bezeichnung fällt mir aus dem Stehgreif auch leider nicht ein und das macht es so attraktiv.

Black Lips – Vene Vede Vici: Schon wieder richtig! Deine Beschreibung trifft erneut den Nagel auf den Kopf und entbehrt eigentlich einer weiteren Ausführung. Klingt sehr stimmig zu The Ettes, wenn gleich es durch aus Psychodelischer wirkt, wenn man einen Joint rauchen möchte, wäre das die perfekte Background Musik, ohne den Song dabei abwerten zu wollen.

The World/Inferno Friendship Society – Brother Of The Mayor Of Bridgewater: Was für ein Liedtitel, der passt bestimmt in keinen ID3 Tag. Von der Spielart ähnlich dem ersten Stück, aber poppiger und seichter. Nicht so ganz mein Geschmack, obwohl seine Rolle in deiner Auswahl durchaus gerechtfertigt erscheint. Zu wenig Ecken und Kanten und kein umwerfender Wiedererkennungswert.

Blockhead – Expiration Date: Wirklich sehr schöne Beats, da kann jemand mit dem Schlagzeug umgehen. Wollte sich zunächst kein Chill-Out Gefühl einstellen, setzte dieses mit der entsprechenden Melodiösen Untermalung ein. Sowas passt immer gut zu einer durchtanzten Nacht, zum runterkommen. Gefällt mir ganz gut, obwohl ich den Stil von Boozoo Bajou noch etwas besser, obwohl dieser nicht ganz mit deiner Wahl zu vergleichen ist.

Loka – Tabernacle Part 2: Jazz war noch nie so wirklich mein Genre, daher fällt es mir äußerst schwer ein objektives Urteil zu fällen. Der Stil ist ähnlich Chillig wie bei Blockhead wenn auch langweiliger, wobei dieser Eindruck sicherlich auf der geschmacklichen Entfernung beruht.

Fazit? Vielen Dank für die ersten beiden Perlen, denen ich einen genaueren Blick zu Teil werden lasse (klingt jetzt adelig oder?) und sicherlich entsprechende Quellen anzapfen werden. Die Begeisterung konnte sich leider in meinem Fall nicht halten und fand ihren Tiefpunkt tatsächlich im letzten Song, was aber nicht an deiner Auswahl lag, sondern an meinem Geschmack. Sehr schöner Ohrenschmalz!

geschrieben von Robert
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2

Oha, dein Kommentar ist ja bald länger als der Beitrag selbst. 😉 Danke für die ausführliche Stellungnahme und schön, dass ich dir ein paar Perlen liefern konnte.

Zu The World/Inferno Friendship Society muss ich aber sagen, dass ich deren Wiedererkennungswert gerade groß finde, eben weil’s kein “normaler” Rock/Pop ist. Sie nähern sich dem Mainstream zwar oft etwas an, haben aber noch genug Punk und Verrückheit, um besonders zu klingen. Am besten kommt das aber wie so oft halt live rüber. Ich höre sie seit ich sie live gesehen habe, auch noch lieber an als vorher…

geschrieben von beetFreeQ
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Kein Wind bewegt die Stille,
die Luft ist regungslos,
als wenn die Welt an diesem Ort in ihrem Atmen innehält

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