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Rezensions-Stöckchen: Jarvis Cocker – Further Complications

Trapped in a body that is failing me
Well, please allow me to be succinct
I wanna love you whilst we both still have flesh upon our bones
Before we both become extinct

Jarvis Cocker - Further ComplicationsDie Dany hatte eine Idee, an der ich ein wenig mit beteiligt war und setzte sie in die Tat um. Sie brachte ein Stöckchen in Umlauf, in dem es darum geht, eine Plattenkritik zu einem Album zu schreiben, das einem der jeweilige Vorgänger des Stöckchens vorgibt. Nach der Rezension gibt man es wiederum an den nächsten Blogger mit einem selbst ausgesuchten Album weiter. Die genauen Regeln sowie eine Liste aller bisherigen Teilnehmer finden sich bei der Dany[1].

Da in diesem Stöckchen unter Umständen ziemliche Welten aufeinander prallen können, wenn z.B. ein Metalhead einem Schlagerfan die neueste Cradle Of Filth zum Rezensieren gibt, bin ich sehr glücklich, dass die geschmackssichere Julia mir mit Jarvis Cocker’s neuester Scheibe “Further Complications” ein Album zuwarf, das ich per Spotify zufällig bereits auf dem Radar und das eine oder andere Mal im Ohr hatte.

Zuerst einmal muss ich sagen, dass dem guten Jarvis auch erst vor kurzem meine Aufmerksamkeit zuteil wurde. Die doch in den einschlägigen Zeitschriften und Webseiten allgegenwärtige Werbung, das verschrobene Plattencover und sein Name machten hellhörig. Einige Nachforschungen und Hördurchläufe später bin ich sehr positiv angetan. Jarvis ist kein Verwandter seines bisher noch ungleich bekannteren Namensvettern und Geburtsortsnachbarn Joe und klingt ihm auch nicht sehr ähnlich.

Der ehemalige Sänger der etwas an meinem Geschmack vorbeigerutschten Band Pulp verdingt sich hier auf seinem zweiten Soloalbum als textgewaltiger Indierocker mit kauziger Ader und rennt damit bei mir offene Türen ein. Teils schwer rockend und komplex, teils eingängig poppig lässt er den Hörer an seinem Gedankenfluss teilhaben, der sich oft um Liebe, Sex und das Leben an sich dreht, sich dabei räumlich sogar mal in der Gebärmutter seiner Frau Mama oder dem Paleontologiemuseum abspielt.

Die leicht an Bob Dylan erinnernde Stimme tut ihr übriges, um diesem verschrobenen Bartträger einen Platz in meinem Ohr zu reservieren, den “Further Complications” sicher eine Weile nicht verlassen müssen wird. Wer sich ein Bild machen möchte, kann dies per Spotify oder anhand des folgenden Videos tun!

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Anspieltipps: “Further Complications.”, Angela, Fuckingsong, Caucasian Blues

Das Video zu Angela

Zu guter letzt soll ich das Stöckchen natürlich noch weitergeben. Dafür habe ich mir LaRocca herausgepickt, da sie einen nicht unerheblichen Teil meines Musikgeschmackes teilt und mir nicht unbedingt nach Verriss eines meiner derzeit liebsten Alben ist. Ganz einfach will ich es ihr aber nicht machen, denn “Swoon” von den Silversun Pickups gehört nicht unbedingt in ihr typisches musikalisches Beuteschema. Viel Spaß damit :) – und solltest du keine Zeit/Gelegenheit haben, das Album über einen der bei Dany angegebenen Kanäle zu hören und zu rezensieren, ist das kein Beinbruch. Einfach Bescheid geben und ich werfe das Stöckchen in eine andere Richtung weiter!

Da LaRocca leider grad keine Zeit hat, das Stöckchen gebührend zu bearbeiten, hab ich mir gedacht, ich werfe das Album einfach direkt weiter an Endgültig! Es bleibt bei “Swoon” von den Silversun Pickups! Ich hoffe, das kommt jetzt nicht zu plötzlich und überrumpelnd 😉

  1. da Julia die erste war und mir hier das Stöckchen direkt zuwarf, ist die Liste der Teilnehmer natürlich derzeit noch etwas kurz []

Kommentare

1

Wow, tolle Idee das Stöckchen. Gefällt mir :-)

geschrieben von endgueltig
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2

Ah, eine sehr schöne Beschreibung wie immer. Hätte wie gesagt nicht gedacht, dass du den magst, weil du wie du auch schriebst, nicht so viel von Pulp gehört hast. Ok, Band- und Solowerk eines Künstlers darf und soll man nicht unbedingt vergleichen, aber ich fand Pulp schon immer gut und Jarvis ist wirklich ein geile Sau :)

Dann bin ich mal auf LaRoccas Einschätzung gespannt.

geschrieben von juliaL49
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3

@endgueltig: Ja, so ein Stöckchen war echt mal überfällig finde ich. Vor allem ist es toll, dass Dany sich vorgenommen hat, alle Teilnehmer zu dokumentieren und man so immer weiß, wo das Stöckchen grad ist und welche Alben schon so dabei waren!

@juliaL49: Ja, Pulp und seine Solomusik sind doch ziemlich unterschiedlich. Und solo konnte er mir auf Anhieb gefallen.

geschrieben von beetFreeQ
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4

Oh, vielen Dank für das Stöckchen. Hab jetzt zwei Tage gewartet und gehofft, dass ich dafür Zeit finde, aber auch in den nächsten Tagen sieht es so schlecht aus. Ich will dir so ungern eine Absage erteilen, denn du weißt, wie musikbekloppt ich bin, aber momentan geht es leider gar nicht. :( Aber vielleicht mag ja jemand anderes? Bei Gelegenheit werd ich mir dennoch deinen Tipp zu Gemüte finden, denn der Name sagt mir bisher nichts. Und wie du schon sagst: Es gibt zwischen unseren Geschmäckern große Überschneidungen.

geschrieben von LaRocca
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5

Kein Problem. Dann werde ich das mal schnell umstricken und direkt @endgueltig geben, auch wenn ich spontan keine Ahnung hab, was er von dem Album halten wird! 😀

geschrieben von beetFreeQ
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6

Hallo beety,

habe mir nun dreimal das Album angehört und ich muss sagen: es ist für mich doch etwas gewöhnungsbedürftig. Julia erklärt vor kurzem, dass sie Angela u.U. zum Lied des Jahres 2009 erklären würde.
Dies nachzuvollziehen fällt mir schwer. Da fallen mir spontan drei bessere Kandidaten ein. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich weder ein Pulp noch ein Jarvis Cocker Fanatiker bin. Außerdem stelle ich immer wieder fest, dass mir die britische Musik in den letzten Jahren doch abhanden gekommen ist. Selbst Oasis höre ich mir heute nicht mehr allzu oft an, obwohl ich früher der Meinung war, sie seien besser als die Beatles. Wahrscheinlich fehlt mir deswegen der Zugang.

geschrieben von Dany
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7

@Dany: Bei mir ist der Anteil an britischer Musik auch in der letzten Zeit rapide nach unten gegangen. Waren vor ein zwei Jahren noch massig Indie-Bands aus UK bei mir in Dauerrotation, hat sich der Stil für mich mittlerweile auch abgenudelt. Jarvis ist da meiner Meinung nach erfrischend anders und sticht wieder positiv hervor.

Aber klar, dass die Musik nicht jedermann’s Fall ist. Dafür gibt’s ja immerhin Geschmäcker 😉

geschrieben von beetFreeQ
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8

Stimmt. Jarvis erinnert mich eher so – du hast es auch erwähnt – an die gute alte Musik der später 60er bzw. 70er. Einflüsse von Dylan sind sicher vorhanden.
Klar Geschmäcker sind unterschiedlich.

Das bringt mich auch wieder zu meinem Wunschhören-Beitrag zu Deinem Albenvorschlag, dessen Beschreibung ich schon fast fertig habe. Allerdings fällt sie nicht so lobend aus. Ich hoffe danach bloggen wir auch noch miteinander. 😉

geschrieben von Dany
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9

@Dany: Hehe, hab ehrlichgesagt auch nicht erwartet, dass das vorgeschlagene Album dein Lieblingsalbum wird. Leila ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. Aber gerade deshalb interessiert mich die Meinung von Leuten, die normalerweise nicht solche Musik hören, noch mehr. Und du fliegst sicher nicht aus meinem Reader, weil du ein Album nicht magst, das ich genial finde – sonst hätte ich bei meinem Geschmack nicht viele Blogs zu lesen 😉

geschrieben von beetFreeQ
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10

Bin beruhigt…

geschrieben von Dany
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11

Stöckchen – genommen – weiter laufen –

geschrieben von endgueltig
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12

Ich war tagelang absolut unterwegs und hatte keine Zeit. Aber ich werde mich anstrengen es schnell durch die “Stöckchen-laufbahn” zu tragen…

geschrieben von endgueltig
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