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Album Round-Up 3.0

Bei mir haben sich in den vergangenen Wochen wieder ein paar Alben angesammelt, zu denen ich unbedingt noch ein paar Zeilen schreiben will, ohne euch mit mehreren vollen Plattenkritiken zu bombardieren. Also ist es mal wieder Zeit für einen Album Round-Up. Diesmal dabei: Art Brut, Bell Orchestre, Kaizers Orchestra, Squarepusher und die Decemberists. Übrigens gibt’s von nun an auch bei allen Scheiben, die Spotify schon im Repertoire hat, einen entsprechenden Link!

Art Brut – Art Brut vs. Satan

Art Brut vs. SatanDie Band um Frontmann Eddie Argos hat sich mit ihrem dritten Longplayer wieder mehr am Erstling orientiert – nach dem eher durchwachsenen zweiten Album sicher keine schlechte Entscheidung. Entsprechend roh rocken die Vier sich von Song zu Song und können neben einem wippendem Fuss mit viel britischem Wortwitz sehr oft auch ein Schmunzeln verbuchen. Sicher ist ihre Musik nicht weltbewegend, aber doch allemal eine tolle Beschallung für den Indie-Punk-begeisterten Hörer.

Rating: ★★★★★★★½☆☆ 

Bell Orchestre – As Seen Through Windows

Bell Orchestre - As Seen Through WindowsNach ihrem genialen 2005er Debut haben die sechs Montrealer Instrumentalisten erneut ein wirklich großes Album abgeliefert. Epischer Post-Rock, der sicher nicht leicht zu verdauen ist, den geduldigen Hörer aber mit tonnenweise wunderbaren Details, Melodien und im Kopfkino entstehenden Szenerien belohnt. Man könnte hier noch stundenlang über die Wirkung der Musik, Referenzen, Kreuzverweise und was sonst noch reden, aber im Endeffekt erlebt jeder beim Hören dieser Musik etwas anderes, und genau das macht sie so besonders!

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

The Decemberists – The Hazards Of Love

The Decemberists - The Hazards Of LoveEigentlich wollte ich längst eine volle Rezension geschrieben haben, denn dieses Album hätte sie absolut verdient. Ich habe mich dann aber doch dagegen entschieden, denn wer hier zu sehr ins Detail geht, versaut dem potentiellen Hörer die Offenbarung, die man beim ersten Durchlauf erlebt. Die Decemberists haben hier ein vollgepropptes Konzept-Album vorgelegt, das entdeckt werden muss. Die Stilwechsel zwischen Folk, Indie und sogar stellenweise Metalanleihen sowie die tolle Story um Liebe, Intrigen und Fantasie lassen die Zeit wie im Flug vergehen. Der für viele größe Kritikpunkt der sich wiederholenden Themen macht das Album in meinen Augen gerade erst rund, denn so werden die erzählte Geschichte und ihre Figuren umso lebendiger.

Das Album bei Spotify

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Kaizers Orchestra – Våre Demoner

Kaizers Orchestra - Våre DemonerNach ihrem 2008er “Maskineri” legen die Norweger schon wieder nach, diesmal mit Songs aus dem Fundus der lang geschriebenen aber nie aufgenommenen Stücke der Band. Der spitzenmäßige Opener “Medisin & Psykiatri” bringt das Album unter den Vorzeichen auch schnell in Fahrt, verliert mit den folgenden Songs aber leider nach und nach ordentlich Dampf. Man merkt den Stücken teilweise an, warum sie es vorher nicht auf ein Album geschafft hatten. Zudem beschleicht mich das Gefühl, dass einige der teilweise schon lang live bekannten Stücke über die Jahre an Biss verloren haben, hat sich der Stil der Band doch mit den Alben immer etwas verändert. Aber ich jammere hier bei meiner Lieblingsband doch auf hohem Niveau, denn im Großen und Ganzen ist die Scheibe für Fans dennoch sehr lohnenswert und hat ihre Hits, bleibt aber hinter den genialen Vorgängern doch deutlich zurück!

Das Album bei Spotify

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Squarepusher – Numbers Lucent EP

Squarepusher - Numbers Lucent EPTom Jenkinson ist für wilde Stilwechsel und zeitweise hohen Output bekannt. Nachdem er gerade erst vergangenes Jahr ein überraschend progressiv rockendes Album mit starkem Disco-Einfluss veröffentlichte, ist er nun schon wieder mit einer neuen EP am Start, die im ersten Moment nahtlos an “Just A Souvenir” ansetzt, aber doch erneut in andere Stile abdriftet. Dabei wird jedes der sechs Stücke für sich ein Kleinod, das entdeckt werden will. Wer seinen Polyrhythmen und abstrusen Ideen folgen kann, darf sich auf detailverliebte Stücke freuen, die zwischen Retro und futuristisch herumpendeln.

Rating: ★★★★★★★★☆☆ 

Als Hörprobe gibt’s nochmal jeweils einen der besten Songs der Alben als Youtube-Playlist:

http://www.youtube.com/view_play_list?p=F9891C29235A285C

  1. Art Brut – DC Comics And Chocolate Milkshakes (nur Audio)
  2. Bell Orchestre – Stripes (offizielles Video)
  3. The Decemberists – The Rake’s Song (nur Audio)
  4. Kaizers Orchestra – Medisin & Psykiatri (Fan-Video)
  5. Squarepusher – Star Time 1 (nur Audio)

Kommentare

1

Ah, alleine für The Rake’s Song lohnt sich The Hazards of Love – das Ding wird wohl als einer meiner All Time-Lieblingssongs in die Geschichte eingehen!

Art Brut werde ich mir gleich mal bei eMusic anhören und dann ggf zuschlagen. Bei DiS gab es einen sehr schönen track-by-track commentary:
http://drownedinsound.com/in_depth/4136481

geschrieben von juliaL49
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2

Ja, der Song ist wirklich großartig. Die anderen aber auch – zweiter Favorit ist das allgegenwärtige “Hazards Of Love”-Thema, vor allem mit dem Chor später.

Danke für den Link – ist mal interessant zu lesen, wie die Songs aus Sicht der Band beschreben werden 🙂

geschrieben von beetFreeQ
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