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Filmkult oder Kultfilm?

Die Sumi hat ihre erste Blogparade gestartet und dabei das Thema Kultfilme aufgegriffen. Keine Frage, da mache ich natürlich mit, denn ich wollte sowieso schon lange mal eine kleine Abhandlung über die Kombination aus Kult und Film schreiben. Ich halte mich dabei lose an Sumi’s Fragen.

Was macht einen Film zum Kultfilm?

Das Wörtchen Kult wird nicht erst in letzter Zeit inflationär zum Beschreiben diverser Filme gebraucht. Die Marketing-Gurus halten es für derart verkaufsfördernd, dass sie es auf jeden noch so kleinen, etwas unkonventionellen Film pappen. Viel von der eigentlichen Bedeutung bleibt da nicht mehr übrig. Aber wie definiert mal einen Kultfilm überhaupt?

Kultfilme sind Filme, um die eine treue Anhängerschaft einen Fan-Kult betreibt, oft noch Jahre oder Jahrzehnte nach der Premiere in den Kinos. […]
Entscheidend für einen Kultfilm ist ausschließlich die Reaktion des Publikums, die über eine „normale“ Identifikation hinausgehen muss und deshalb von Generation zu Generation wechselt und in den einzelnen Ländern unterscheidet, weshalb die Erstellung einer Liste von Kultfilmen wegen des individuellen Verhältnisses des Einzelnen zum Film kaum möglich ist.

So steht es unter anderem auf Wikipedia. Im Großen und Ganzen deckt sich meine Definition damit. Ein Film wird dann zum Kult, wenn eine mehr oder weniger große Fangemeinde ihn dazu macht. Dabei gilt er natürlich auch vor allem in dieser Gruppe als Kult, andere gewinnen dem Film unter Umständen dagegen kaum etwas ab.

Nicht jeder Streifen hat das Zeug zum Kultfilm. Es muss ein für die Zielgruppe passendes, gewisses Etwas vorhanden sein. Seien es ein wegweisender Stil, denkwürdige Dialoge oder vielleicht gerade die Dilettanz der Mitwirkenden.

Kult oder nicht?

Wie man sieht, fällt es nicht gerade leicht, bestimmten Filmen allgemeingültig die Plakette Kult aufzudrücken. Je größer die eingeschworene Fangemeinde, desto weniger Widerworte erntet man, wenn man sie als Kult bezeichnet. Zu solchen Exemplaren gehören mit Sicherheit Klassiker wie Star Wars, Blues Brothers, die Rocky Horror Picture Show, Blade Runner, aber auch neuere Filme wie Pulp Fiction, The Big Lebowski oder Fight Club.

Natürlich erlangen mit ihrem bestimmten eigenen Stil auch Regisseure den Kultstatus. Stanley Kubrick ist da vielleicht der früheste Vertreter, dem diese Bezeichnung zuteil wurde. Ein weiteres Paradebeispiel ist da sicherlich Quentin Tarantino, dessen komplette Filmografie von dem einen oder anderen geradezu vergöttert wird. Aber auch andere, vor allem aus dem Indielager stammende Regisseure wie die Coen-Brüder (The Big Lebowski, Fargo), Spike Jonze (Being John Malkovich) oder Michel Gondry (Vergiss mein nicht) verdienen sich diese Bezeichnung.

My personal cult

Einen eigenen Kultfilm zu nennen, fällt mir da nicht gerade leicht. Ich bin niemand, der sich komplett in ein Szenario hineinversetzt, Conventions besucht, sich Spockohren aufsetzt oder andauernd Zitate bringt. Es gibt einfach zu viele Filme, die ich wirklich liebe, als dass ich einzelne herauspicken wollte. Sicher gehören die bereits genannten dazu, aber da gibt es noch so viel mehr.

Müsste ich spontan wirklich meinen absolut liebsten Streifen nennen, wäre es vermutlich “Fight Club“. Der Stil, die Unmengen an aberwitzigen Zitaten, die gut gewählte Filmmusik und die göttliche Wendung am Ende machen ihn einfach zu ganz großem Kino. Viele der Lorbeeren muss man allerdings auch der gleichnamigen Buchvorlage von Chuck Palahniuk zuschreiben, die zurecht ebenfalls als Kult gilt.

Die Frage, welche Filme Kult sein sollten, aber nicht dazu gezählt werden, erübrigt sich in gewisser Weise. In einem bestimmten Kreis von Fans können die unterschiedlichsten Filme Kult sein, genauso gibt es für jeden Streifen gewisse Hasser, die seinen Kultstatus verneinen. Aus dem Grund nenne ich hier nur ein paar Filme, die mir persönlich viel zu selten mit dem Begriff Kult zusammengebracht werden. Stanley Kubrick’s “Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben” ist so ein Fall. Ebenso die Krimiparodie “Eine Leiche zum Dessert“. Außerdem gehört für mich der Film “Die Tiefseetaucher” dazu, auch wenn ich damit vermutlich ziemlich allein dastehe.

Man kann es nunmal nicht jedem recht machen. Die Hauptsache ist doch, dass wir Filme genießen können, für ein paar Stunden alles um uns herum vergessen und uns von einer toll erzählten Geschichte führen lassen. Da wird doch zur Nebensache, ob es sich dabei um den aktuellen großen Blockbuster oder eine kleine Indie-Produktion handelt. Kult ist das, was man draus macht!

Kommentare

1

Danke Fürs mitmachen =) bin richti froh das es doch ein paar leute gibt die sich beteiligen =)

geschrieben von kasumi
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2

Gern geschehen – triffst ja auch voll meinen Nerv mit dem Thema. Und ich denke, da werden sicher noch mehr mitmachen. Man darf sich nur nicht von den ja fast utopischen 105 Teilnehmern einschüchtern lassen, die Konna mit seiner Bloggerkarten-Idee zusammenbekommen hat. Das war wirklich überraschend und bei weitem die größte Blogparade, die ich bisher gesehen hab.

geschrieben von beetFreeQ
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3

Leider kann man es nicht groß beeinflussen was Kultfilme werden…aber man kann ordentlich Propaganda machen 🙂
Deine genannten Filme, sofern ich sie kenne, gehören aber definitiv auf die Liste!

geschrieben von Schaps
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4

@Schaps: Das stimmt – ein Hype kann auch einen Kultfilm einläuten. Und als fanatischer Fan eines Films bringt man den sowieso überall unter die Leute, wo’s nur geht 😉

geschrieben von beetFreeQ
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5

Falls es dich interessiert und du es noch nicht gesehn hast, die Auswertung der Parade ist da =)

http://chaosmacherin-sumi.blogspot.com/2009/05/auswertung-meiner-ersten-blogparade.html?showComment=1242473340000#c208524189914978314

geschrieben von kasumi
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6

Hab ich schon gesehen, danke 🙂

geschrieben von beetFreeQ
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7

despert housewife ein kult film?

geschrieben von Blackjack130190
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8

@Blackjack130190: Ähm, wer soll denn das behauptet haben?

geschrieben von beetFreeQ
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