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Skip your shuffle – mein Beitrag zu Nico’s Blogparade

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Creative Commons License photo credit: Mlle Map

Nicorola hat seine erste Blogparade gestartet. Natürlich dreht diese sich um Musik, ebenso logisch, dass ich da nicht fehlen will, immerhin hab ich die Parade gewissermaßen mit vorgeschlagen.

Der A.V. Club veröffentlichte eine Liste von 25 Alben, die am besten funktionieren, wenn man sie am Stück hört. Viele der genannten Alben stammen aber aus der großen Ära der Konzeptalben und so fragte Nicorola, welche aktuellen Alben ab dem Jahr 2000 man denn am Stück hören sollte.

Ich bin ein absoluter Album-Hörer. Einzelsongs gibt es nur selten mal, wenn möglich, landen nur ganze Alben am Stück in meinem Player. Ich liebe die Vorfreude am Ende eines Songs auf den folgenden, summe in der kurzen Pause schon die ersten Noten vor. Natürlich könnte man den Großteil der Songs heutzutage auch herausgelöst hören, ohne dass diese ihre Bedeutung verlieren. Dazu sind die Hörgewohnheiten unserer hektischen Zeit viel zu sehr auf kurze Stücke und Nebenbeihören getrimmt. Aber dennoch gibt es sie, die Alben, die gerade am Stück ihre volle Wirkung entfalten, ja teilweise gar nicht anders funktionieren.

Ich habe euch daher grob nach Erscheinungsjahr sortiert die fünf für mich wichtigsten Alben seit 2000 herausgesucht, die man wirklich von Anfang bis Ende durchhören sollte!

Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven

Exemplarisch für das komplette Werk der Kanadier steht dieses Ungetüm von einem Album. Vier Songs, allesamt bereits weit jenseits der radiokompatiblen Länge, bilden ein Postrock-Erlebnis, das nur dadurch getrübt wird, dass man nach der Hälfte die CD wechseln musste. Die damals 9-köpfige Band spielte eine instrumentale Seelenreise ein, die wegbereitend war und auf keinen Fall in Einzelteilen gehört werden sollte!

The Cinematic Orchestra – Man With A Movie Camera

Nach ihrem genialen Debut, mit dem die Mannen um J. Swinscoe den bereits perfekten Soundtrack für’s Kopfkino schrieben, wurde die Band gefragt, ob sie live die Musik zu einer Vorführung des Stummfilms “Man With A Movie Camera” die Musik spielen würden. Die einige Zeit später erschienene Studioversion dieses Soundtracks ist ein wunderbares Zeugnis davon, wie man modernen Jazz, Elektronik und Samples zu einem Hörerlebnis zusammenspinnen kann, dem man sich gar nicht mehr entziehen mag, sind erstmal die ersten Takte angestimmt.

Bell Orchestre – Recording A Tape the Colour of the Light

Auch Bell Orchestre werden dem Postrock-Dunstkreis Kanada’s zugerechnet, gehen aber mit ihrem organischen Sound aus Trompete, Geige und allerlei Experimenten einen ganz eigenen Weg. Jede Sekunde gibt es etwas zu entdecken, auf einer Reise durch sicher nicht alltägliche Klangwelten, die aber allesamt das Ohr umschmeicheln und die Zeit verfliegen lassen.

The Mars Volta – Frances The Mute

Auch bei dieser komplexen, schwer zugänglichen Musik steht “Frances The Mute” stellvertretend als bestes Werk der Band, denn ausnahmslos alle Studioalben sind Konzeptalben und haben es in sich. Selten hört man so vielschichtige, auf den Punkt perfekt sitzende Arrangements, die zugleich durch Tempiwechsel, ungerade Polyrhythmik und teils atemberaubende Akkordfolgen zu dem Anspruchsvollsten gehören, was man heutzutage so spielen kann. Dennoch schaffen es die Songs immer wieder mitreißende Melodien zu liefern, die wie Meilensteine den Weg des Albums abstecken.
Das Album im Stream auf Last.fm

Ez3kiel – Naphtaline

Als die Band 2007 ihr Album Naphtaline veröffentlichte, war die Überraschung groß, denn man hatte sich vom düster-kalten Dub entfernt und organischere, verspielte Stücke eingespielt, die streckenweise an klassische Meisterwerke angelehnt sind. Der Hörer taucht völlig unerwartet in Traumwelten ab, die aber nicht nur aus Watte bestehen, sondern auch Ecken und Kanten zeigen. Zwar kann man das eine oder andere Stück auch ohne die anderen genießen, die volle Dosis ist aber ungleich schöner.

Sicher könnte ich noch ungleich mehr Alben nennen, immerhin gibt es noch Radiohead, Fantômas, Tool, Joanna Newsom und noch so einige andere, völlig unterschiedliche Künstler da draußen, die alle das Albumformat ausreizen und ihre Hörer fordern. Aber ich will es euch auch nicht zu schwer machen, denn es gehört schon ein gesundes Maß an Geduld und Neugier dazu, solche Alben wirklich als das schätzen zu wissen, was sie dem Hörer bieten können.

Kommentare

1

Dieser Eintrag zur Blogparade überfordert mich. Nicht eines dieser Alben ist mir bekannt, keins habe ich gehört, obwohl ich sehr viel Musik höre fühle ich mich gerade wie hinter dem Berg.
Zugegeben, ich bin das Gegenteil von deinen Hörgewohnheiten, es gibt ganz wenige Alben die ich zuende höre, meistens springe ich durch die Genre, Alben und Künstler wie eine junge Gazelle in der afrikanischen Steppe.

geschrieben von Robert
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2

Och, kein Grund, sich hinter’m Berg zu fühlen 😉 – ich hab absichtlich nicht nur bekannte Werke bzw. Bands genannt. GY!BE kennt man, wenn man sowieso viel Postrock hört, The Cinematic Orchestra ist unter Fans von elektronischem Jazz sehr bekannt und The Mars Volta kennt man vor allem, weil sie eine der Nachfolgerbands von At The Drive-In sind. Bell Orchestre und Ez3kiel kennt dagegen bei uns eh kaum jemand – über die bin ich auch nur über Umwege gestolpert, will sie aber nicht mehr missen!

Wenn du doch mal ein Album am Stück hören willst, denke ich, dass dir von den oben genannten vermutlich GY!BE und The Mars Volta zusagen dürften. Einfach mal ausprobieren!

Durch die Genres springe ich ja auch oft – aber eben meistens albumweise. Wenn da mal ein Metal-Album direkt nach einer Jazzscheibe kommt, geht das voll in Ordnung 😉

geschrieben von beetFreeQ
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Trackbacks/Pingbacks

1

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