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Kurzrezension: Olli Schulz – Es brennt so schön

Die Guten, die bluten,
weil die Schlechten sie knechten
und der Rest stirbt langsam aus.

Olli Schulz - Es brennt so schön Fremdschämen ist in der heutigen Fernsehwelt ja keine Seltenheit mehr. Dass aber mal Olli Schulz den Anlass zum Fremdschämen geben würde, hatte ich nicht erwartet. So geschah es aber, als er mit seinem Ballermann-Indie “Mach den Bibo” beim Bundesvision Songcontest mitmachte, obwohl er mal behauptet hatte, er würde eher Eigenurin trinken als bei Stefan Raab auftreten.

Das lies natürlich nichts gutes für sein erstes Album ohne den Hund Marie erwarten. In der Hinsicht sind meine Befürchtungen aber glücklicherweise nicht eingetroffen. “Es brennt so schön” hat außer dem Bibo-Song keinen wirklichen Tiefpunkt. Olli weiß noch, wie man tolle Texte schreibt und verpackt diese sogar so gut in etwas klischeereiche Pop-Rock-Arrangements, dass ich auch damit mehr als gut klarkomme. Großartige Stücke wie “Ab jetzt tut’s nur noch weh” und das bitterböse “Wie sie” zeigen einen Olli Schulz in Höchstform.

Leider scheint Olli aber mittlerweile den Sinn für hintergründigen Humor, der seine ersten beiden Alben so groß machte, verloren zu haben. Auf “Warten auf den Bumerang” deutete sich die Humor-Armut schon an, auf der neuen Scheibe bleibt leider nur noch der Bibo-Tiefpunkt als Humor übrig. Gepaart mit der immer ausladenderen Instrumentierung, die zudem Olli’s nicht gerade perfekte Gesangsstimme bloßstellt, geht so leider einiges an Profil verloren, das er noch als schüchtern-witziger Gitarrenjunge versprühte.

“Es brennt so schön” ist sicher kein schlechtes Album und hat seine Höhepunkte, aber der alte Olli Schulz war einfach besser…

Rating: ★★★★★★★☆☆☆ 

Anspieltipps: Ab jetzt tut’s nur noch weh, Wie sie, Ewig leben

http://www.youtube.com/watch?v=rEjBAMxrEns

Be excellent to each other. And... Party on, dudes!

Bill & Ted

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