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Filmekiste – Teil 6

Nachdem ich gestern unerwartet beim Filmrätselstöckchen gewonnen habe und damit selbst dran bin, war erstmal ein Stöbern nach dem geeigneten Film angesagt. Eine wunderbare Gelegenheit also, auch gleich mal wieder eine Filmekiste draus zu machen, wo die letzte schon so lang her ist. Aber keine Sorge, keiner der 6 vorgestellten Filme ist Teil des Rätsels!

Ich habe mir übrigens gedacht, ich gestalte den Aufbau der Serie ein wenig um. Die Filmfotos fliegen der Einfachheit halber raus, dafür wird jeder Film mit einem Link zu Wikipedia versehen. Ist doch gleich viel informativer! Die Trailershow bleibt natürlich erhalten!

http://www.youtube.com/view_play_list?p=3B725701E6CEEEA6


Lord Of War


Yuri Orlov (Nicolas Cage) ist der erfolgreichste Waffenhändler der Welt. Es ist ihm egal, wofür seine Waffen eingesetzt werden sollen, solange die Kasse klingelt. In dem Film wird sein Leben von der Kindheit bis in die Gegenwart geschildert.

“Lord Of War” mag auf den ersten Blick wie ein Lobgesang auf alle Arten von Schusswaffen wirken, wird aber mehr und mehr zu einer bitterböse zynischen Satire auf die gar nicht so weit entfernte Realität der Waffenhändler in den Krisengebieten. Nicolas Cage stellt den skrupellosen Waffenhändler in einer überzeichneten Art dar, die sich perfekt in den Hochglanzstil des Filmes einpasst. Allein die Einführungssequenz, in der zu Buffalo Springfield’s “For What It’s Worth” das “Leben” einer Patrone von Entstehung bis zum Abfeuern aus der Ich-Perspektive geschildert wird, ist ein Meisterwerk.

Dem Zuschauer wird zum Teil aber ein großes Verständnis für Ironie abverlangt, ohne das man ihn sicher nicht so schätzen können wird. Kommt man damit klar, erwartet einen ein wirklich großartiger Film!


Memento


Leonard hat kein Kurzzeitgedächtnis. Um sich Dinge zu merken, tätowiert er sie sich quer über seinen Körper und schießt Fotos, die er mit Notizen versieht. In zwei chronologisch gegensätzlich laufenden Handlungssträngen sucht er nach dem Mörder seiner Frau, der auch sein Leiden zu verantworten hat und entdeckt Grausames.

Einen Film wie Memento findet man nicht alle Tage! Basierend auf der verworrenen Kurzgeschichte seines Bruders Jonathan, schuf Christopher Nolan (The Dark Knight) einen stilistisch genialen Thriller, der mit dem vielleicht besten Twist der Filmgeschichte endet. Trotz der verworrenen Wechsel zwischen den Handlungssträngen, von denen einer (schwarz weiß dargestellt) in der korrekten und einer (in Farbe dargestellt) in der entgegengesetzten chronologischen Reihenfolge läuft, fesselt “Memento” vom ersten Moment.

Christopher Nolans Zweitwerk brachte ihm zwar noch nicht den Ruhm eines “Dark Knight”, bewies aber schon früh, dass man es hier mit einem absoluten Meister unter den Regisseuren zu tun hat!


Punch-Drunk Love


Der etwas kauzig-schüchterne Jungunternehmer Barry Egan (Adam Sandler) wird ständig von seiner Schwester bemuttert. Zur Entspannung ruft er bei einer Telefonsex-Hotline an, handelt sich damit aber geldeintreibende Betrüger ein. Als diese seine Liebe Lena ins Krankenhaus bringen, kommt er aus sich heraus und nimmt Rache.

Der Name Adam Sandler steht ja nicht gerade für anspruchsvolle Kost, in Kombination mit Emily Watson und unter der Regie von Paul Thomas Anderson (Magnolia, There Will Be Blood) dreht sich das Blatt aber gewaltig und Sandler kann beweisen, dass er auch ein toller Charakterdarsteller sein kann. Genauso irreführend wie der Hauptdarsteller ist auch Titel und Storyanriss, denn es handelt sich natürlich nicht um einen typischen Chick-Flick. Das Wort Liebeskomödie wird hier nämlich in einer kauzig, verrückten Art neu definiert und ist unabhängig von Geschlecht und Alter absolut zu genießen!


Sideways


Der geschiedene Weinliebhaber Miles schenkt seinen besten Freund Jack zum Junggesellenabschied eine Reise durch Weinberge Kaliforniens. Dieser kann mit Wein allerdings eher weniger anfangen und will dagegen seine letzte Gelegenheit vor der Hochzeit nutzen, um nochmal eine Frau flachzulegen. Diese gegensätzlichen Vorstellungen der Reise stellen die Freundschaft vor eine schwierige Probe.

Der für einen Oscar als bester Film nominierte Indie-Streifen lässt sicher das Herz eines Weinliebhabers höher schlagen. Aber auch als Aldiweinkäufer kann ich dem Charme der Tragikkomödie nicht widerstehen. Alexander Payne’s (About Schmidt) Stil lässt Parallelen zu Jim Jarmusch und Sofia Coppola erkennen, beweist aber Eigenständigkeit und sorgt für einen wunderbaren Film voller Lebensweisheiten.


Der dunkle Kristall


Vor langer Zeit trennte sich die Ur-Skeks in zwei völlig gegensätzliche Rassen, die sanftmütigen Uru und die bösartigen Skekse, die seither mit einem lebensspendendem Kristallsplitter die Welt beherrschen und Jagd auf Gelflinge machen, jene Rasse, die der Legende nach ihre Herrschaft beenden wird. Jen, der vermeintlich letzte Überlebende Gelfling, der bei den Uru aufwuchs, wird losgeschickt, diese Legende zu erfüllen.

Neben “Labyrinth” ist “Der dunkle Kristall” das zweite große Meisterwerk Jim Hensons abseits der Muppets. Anders als erstgenannter Film, wird die Fantasygeschichte um den Gelfling Jen vollständig mit Puppen dargestellt. Henson erschafft zusammen mit Frank Oz und dem Puppendesigner Brian Froud eine wunderschöne Welt voller seltsamer Kreaturen und Magie, die nicht nur Kinder in ihren Bann zieht!


The Ladykillers


Der Kleinganove Professor Marcus quartiert sich als vermeintlich netter Untermieter bei der naiv-gutmütigen alten Mrs. Wilberforce ein. Unter der Vorgabe, in seinem Zimmer mit einem Streichquintett zu üben, plant er dort mit seiner wenig musikalischen Gang den Überfall auf einen Geldtransport, der auch unter unwissentlicher Mithilfe der alten Dame über die Bühne geht. Als diese aber davon Wind bekommt, muss sie wohl oder übel verschwinden, was der Gang nun, da sie Ihnen ans Herz gewachsen ist, ziemlich schwer fällt.

Wie man vermutlich an der etwas anderen Story erkennt, handelt es sich hier nicht um die mittelmäßige Komödie der Coen-Brüder sondern um die geniale Vorlage aus dem Jahr 1955. Die böse Krimi-Groteske ist eines der Glanzstücke britischen Kinos und zeigt das Darstellergespann Alec Guinness und Peter Sellers in Höchstform. Die Coen-Neuauflage mag ja nicht schlecht sein, aber wenn man das Original kennt, erkennt man die Welten, die zwischen den beiden Filmen liegen! EIn absoluter Klassiker!

Kommentare

1

Von den hier vorgestellten Filmen kenne ich “Lord of War” und “Memento”. Da diese aber auf einen zweifelsfrei sehr guten Filmgeschmack schließen, sind die anderen vorgestellten Filme definitiv schonmal vorgemerkt! :)

geschrieben von LemonHead
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2

Hehe, kenne auch nur 1 und 2 deswegen eine Übersicht:
Lord of War: Zustimmung
Memento: Zustimmung
Punch-Drunk-Love: uah, Adam Sandler!! Andererseits finde ich auch doof und Truman Show genial.
Sideways: ist auf meine Wunschliste gepackt
Der dunkle Kristall: nicht so ganz meine Welt
The Ladykillers: fand das Remake schrecklich, doch Peter Sellers und Alec Guiness gebe ich noch eine Chance!

geschrieben von juliaL49
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3

@LemonHead: Danke! Und ja, die Filme sind es auch wert!

@juliaL49: Ich mag Sandler ja sonst auch nicht, aber drück mal ein Auge zu – es lohnt sich wirklich!

geschrieben von beetFreeQ
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4

So, Punch Drunk Love habe ich mittlerweile abgehakt, und stimme nachträglich zu: Dieser Film ist durch und durch unterhaltsam! Danke für den Tipp.
Werde mich bald den nächsten Filmen widmen. 😉

geschrieben von LemonHead
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5

Gern geschehen. Bin mal gespannt, was du zu den anderen sagst!

geschrieben von beetFreeQ
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