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Foobar2000 – Musikverwaltung: Funktionen für den Durchblick im Musikdschungel

Ich hab mich endlich mal an die Fortsetzung meiner Foobar-Serie gemacht. Stehengeblieben waren wir ja mitten im Thema Musikverwaltung. Nach den Basics und Grundüberlegungen zu den ID3-Tags und der Ordnerstruktur schauen wir heute mal, was Foobar an Funktionen bietet, um schnell an die gesuchten Songs zu kommen!

Dabei gebe ich diesmal einen Überblick über die für mich wichtigsten Tools: Playlisten und die Album List, mit welcher sich komfortabel durch die Media-Library navigieren lässt. Wie üblich ist dafür neben Foobar selbst die Komponente “ColumnsUI“, eine alternative Benutzeroberfläche, wichtig. Vieles lässt sich zwar sicher auch ähnlich über die Default UI lösen, aber da es dafür weit weniger Komponenten zum Nachrüsten gibt und diese recht selbsterklärend ist, befasse ich mich nicht näher damit.

Playlisten – mehr als nur eine Abspielreihenfolge.

Will man mit Foobar Musik abspielen, kommt man um Playlisten nicht herum. Während man in Playern wie z.B. Winamp immer nur eine Playlist zur Verfügung hat und diese immer irgendwo speichern bzw. laden muss, verwaltet Foobar automatisch beliebig viele Playlisten in der eigenen Datenbank. Natürlich lassen sich diese auch auf Wunsch wie bekannt speichern.

In jeder der Standard-Konfigurationen von Foobar mit ColumnsUI sollte die Playlist den Großteil der Programmoberfläche einnehmen. Um zwischen den verschiedenen zu wechseln, gibt es entweder die Möglichkeit, die Listen als Tabs (wie man sie z.B. aus Firefox kennt), in einer links angeordneten Liste (Playlist Switcher genannt) oder aus einem Dropdown-Menü (über die Komponente Playlist Dropdown) zu wählen. Ich selbst favorisiere letztere Variante. In allen drei Möglichkeiten kann man aber die Playlisten per einfachem Rechtsklick (auf Tabs, Liste bzw. Dropdown-Box) verwalten. Die Buttons wie “New”, “Remove”, “Cut”, “Copy” sollten selbsterklärend sein.

Eine Spezialität Foobars sind dabei übrigens die Auto-Playlisten, also Listen, die nach bestimmten Filterkriterien die Musik aus der Library beziehen und sich automatisch mit ändern, wenn sich die Dateien in der Library ändern. So etwas eignet sich z.B. wunderbar, um alle Songs in einer Liste zu haben, die innerhalb der letzten 10 Tage hinzugefügt wurden, zu einem bestimmten Genre gehören oder oder oder…

Erstellen lassen sich Auto-Playlisten etwas versteckt über den Button “Search” im Hauptmenü unter Library. Mit diesem lässt sich anhand einer Suchsyntax der Inhalt der Library filtern und sortieren. Das Ergebnis einer solchen Suche kann man nun über den Button mit den drei Punkten rechts oben im Suchfenster in einer einfachen Playlist oder einer Auto-Playlist speichern. Ein paar Spezialtipps zu Auto-Playlisten gibt’s vermutlich an späterer Stelle nochmal.

die Album List – das Herzstück der Library

Dreh- und Angelpunkt der Musiksammlung ist – zumindest wenn man Foobar so nutzt, wie ich es tue – die Album List, die sich entweder als separates Fenster einblenden oder besser noch als per Komponente erhältlichem Panel in ColumnsUI einrichten lässt. Mit dieser lässt sich die Musik strukturiert in einer Baumansicht navigieren, um diese in eine Playlist zu ziehen.

Hier gibt es auch gleich ein kleines Problem in der Standardeinstellung Foobars, die viele Nutzer in den Wahnsinn treiben könnte: Klickt man in der Albumlist auf einen Ordner der Ansicht, wird sofort die gerade spielende Playlist durch diesen Ordner ersetzt. Das ist natürlich Unsinn und lässt sich problemlos abschalten, indem man in die Preferences wechselt und dort unter Media Library – Album List Panel im Reiter General den Haken “Auto Send To Playlist” entfernt. Nun lässt sich problemlos durch die Album List navigieren, ohne seine Playlist zu verlieren und kann der aktuellen per Drag & Drop neue Songs hinzufügen.

Die Besonderheit der Album List offenbart sich, wenn man einen Rechtsklick darauf macht und dort den Punkt View anwählt – das aufklappende Menü zeigt nun alle Ansichten an, zwischen denen man wählen kann. Neben der Standard-Ordnerstruktur der Dateien auf der Festplatte kann man darüber auch nach Genre, Jahr, Artist etc gruppieren und sogar seine eigenen Ansichten erstellen, indem man mit den im Programm allgegenwärtigen “Title Formatting”-Funktionen arbeitet. Darauf werde ich zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht nochmal genauer eingehen. Mit ein wenig Geduld und Spucke ist da aber auch so schon ne Menge rauszuholen.

Ebenfalls über einen Rechtsklick erreicht man sämtliche Funktionen, mit denen man die ID3-Tags bearbeiten, Dateien verschieben, umbenennen, kopieren und in andere Formate umwandeln kann. Die genaue Verwendung dieser Funktionen werde ich an anderer Stelle noch genauer beleuchten. Sie sind aber relativ selbst erklärend und versetzen den User schnell in die Lage, seine Musik inklusive der Windows-Ordner-Struktur ausschließlich über Foobar zu verwalten. Dies wird vor allem zum Vergnügen, da man je nach Ebene im Baum ganze Massen an Dateien gleichzeitig verarbeiten kann.

Um die Musik aus der Album List nun überhaupt abzuspielen, ist es eigentlich nur nötig, die entsprechenden Dateien bzw. Ordner auszuwählen und per Rechtsklick und dort einem Klick auf “Send to Playlist” in die aktive Playlist zu schieben. Dabei wird diese vollständig ersetzt und beginnt automatisch zu spielen. Will man nur etwas ans Ende der Liste hinzufügen, wählt man stattdessen “Add to Playlist”. Genauso kann man die gewünschten Ordner auch per Drag&Drop in die Playlist ziehen.

weitere Möglichkeiten, die Media-Library zu verwalten

Im folgenden zeige ich noch zwei weitere Wege, die Media-Library zu bändigen. Diese werde ich aber nur kurz anschneiden, da ich selbst wie schon gesagt oben genannte Album List verwende und die anderen Möglichkeiten für mich eher als unpraktisch ansehe.

Filter

Fans von iTunes werden hiermit ihre Freude haben. Auch als Standard-Layout von Foobar lassen sich die “Filter”-Panel mit auswählen. Dabei handelt es sich um ein dreigeteiltes Fenster, in dem man jeweils nach Genre, Artist bzw. Album filtern kann. Die Auswahl im Genre-Filter schränkt z.B. direkt die Artist-Auswahl ein und diese wiederum die auswählbaren Alben.

In den Einstellungen lassen sich aber neben den drei vorbelegten auch noch andere Filterkriterien erstellen, aus denen man dann per Rechtsklick auf den Panel-Kopf jeweils das gewünschte aussuchen kann.

Playlist Tree

Auf den ersten Blick erinnert die Komponente “Playlist Tree Panel” an die Album List und bedient sich auch erstmal ähnlich. Man kann hier wieder in der namensgebenden Baumansicht navigieren, um seine Musik zu finden. Das funktioniert aber weniger wie die übliche Navigation. Die Zweige des Baums muss man sich aufwendig über komplexe Menüs erstellen, um Ansichten zu erstellen, die an die Auto-Playlisten erinnern, deren Filtermöglichkeiten aber weit übersteigen.

Für den Anfänger eignet sich diese Möglichkeit sicher erstmal nicht, aber sie ist nach etwas Einarbeitung eine sehr praktische Möglichkeit, um wirklich ausgefallene Filter zu erstellen, für die man sich keine eigenen Auto-Playlisten erstellen will oder kann. Ich selbst nutze die Komponente z.B., um Dateien zu finden, denen bestimmte Tags fehlen oder in denen sie falsch gefüllt sind.

Fazit

Wer sich ein wenig mit den Playlisten und der Album List auseinandersetzt, wird schnell feststellen, wie einfach und effektiv man mit Foobar doch seine Musik verwalten kann. Vor allem die Masse an Konfigurationsmöglichkeiten ermöglicht es dem Anwender, die für ihn perfekte Oberfläche zu erstellen und damit zu arbeiten. Wie man in ColumnsUI nun aber direkt seine Oberfläche verändert, das erkläre ich im nächsten Teil der Serie, der hoffentlich diesmal nicht so lang auf sich warten lassen wird!

Kommentare

1

Es ist bei mir so, dass ich den ganzen Tag daheim bin und ich möchte nicht immer den Radio laufen lassen. Ich habe durch einige Freunde und Bekannte sehr viele Lieder zusammengesammelt und diese sind alle auf meiner externen Festplatte. Dein Blog hört sich sehr interessant an und ich würde das gerne einmal versuchen. Ahnung habe ich davon keine. Kann ich es trotzdem machen? Oder ist das dann für mich doch etwas zu schwer? Gibt es vielleicht eine andere Möglichkeit?

geschrieben von Heike
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2

Also es ist doch eigentlich recht gut beschrieben, welche Funktionen man hat und wie man das Ganze bedienen muss. Ich finde, hier sind sehr gute Beiträge drin, wie man seine eigenen Playlists zusammenstellen kann und diese abspielen kann. Das Ganze ist dabei super erklärt, sodass ich als einst Ahnungsloser schon ganz gut mit Foobar zurecht komme.

geschrieben von Marco
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3

@Marco: Danke für die Blumen! Ich gebe mir Mühe, alles möglichst gut zu beschreiben – ansonsten immer mit Fragen löchern – nur so merk ich, wenn’s irgendwo unklar ist 😉

@Heike: Es kommt ganz drauf an, wieviel du mit deiner Musik vor hast. Zum einfachen Hören ist Foobar fast zu komplex, auch wenn’s an sich ein recht genügsamer Player ist. Mit der Standard-Ansicht nach der Installation von Foobar kannst du aber auch schon ohne viele Kenntnisse eine Menge anstellen. Wichtig ist nur ein möglichst gutes Englisch, da es für Foobar keine deutsche Oberfläche gibt.

Lade dir Foobar einfach mal hier herunter und probiere das Programm aus. Wenn’s dir gefällt, kannst du ja nach und nach tiefer einsteigen. Sollte es dir dann doch zu kompliziert sein, kannst du immer noch auf Winamp oder den Windows Media Player umsteigen. Die beiden können an sich auch recht gut mit großen Musikmengen umgehen und sind anfängerfreundlicher, dafür aber auch nicht so mächtig.

geschrieben von beetFreeQ
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4

Hey,

Super Einführung! bin zwar kein richtiger noob bei Foobar, aber das hat echt geholfen. Sonst muss man sich spärlich vorhandene Infos über Foobar basics mühsam zusammengoogeln, hier ist mal der Aufbau systematisch erklärt.
Danke!

Alex

geschrieben von Alex
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5

Hey,

Super Einführung! bin zwar kein richtiger noob bei Foobar, aber das hat echt geholfen. Sonst muss man sich spärlich vorhandene Infos über Foobar basics mühsam zusammengoogeln, hier ist mal der systematische Aufbau erklärt. Danke!

Alex

geschrieben von Alex
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6

Gern geschehen. Dann war’s ja für etwas gut 😉 – hoffe, ich schaffe es demnächst mal, den nächsten Teil zu schreiben.

geschrieben von beetFreeQ
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7

Wow! Nicht schlecht, dieses Tutorial!
Ich bin eigentlich grad auf der Suche nach nem schnellen MP3- / Music-Player für mein NetBook und hatte foobar2000 noch gut von meinem uralt-Pentium in Erinnerung. Auf diesem hat mit Winamp (2.xx) nix flüssig funktioniert.
Aber anscheinend kann FB2K ja weitaus mehr, also nur ressourcenschonend Musik abspielen!

Ich freu mich schon auf den nächsten Teil dieser Reihe und werde solange mal den Player installieren 🙂

geschrieben von Andreas
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8

Danke für den Text.

Allerdings hab ich ein anderes kleines Problemchen. Ich hab nämlich den absoluten Großteil meiner Musiksammlung auf einer externen Festplatte, die ich nicht dauerhaft an den Rechner angeschlossen habe.
Wenn ich den Musikordner auf der internen Festplatte als Media Library angebe und zusätzlich noch den auf der externen Festplatte, erscheinen alle Alben in der im Album List Panel. Das Problem ist jedoch, dass diese nicht dynamisch ist, d.h. wenn ich die Externe wieder abschalte, bleiben die Einträge in der Album List als tote Einträge enthalten. Die Media Library zeigt “Error!” an. Rescann per foo_scheduler bringt leider auch gar nichts, einen Eintrag mit Namen “Refresh Tree”, wie es ihn laut Wiki geben sollte, ist bei mir nicht zu finden …

Kannst du mir da irgendwie helfen, auf dass die Albumliste etwas dynamischer reagiert?!

geschrieben von Peterchen
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9

Hmm, also in der aktuellen Version von Foobar reagiert das Programm ja automatisch drauf, wenn neue Songs in überwachte Ordner gepackt werden oder wenn man welche rauslöscht. Das Problem wird bei dir vermutlich sein, dass deine Musiksammlung auf der externen Platte ja sicher selbst als Ordner zum Überwachen eingetragen ist – und wenn diese überwachten “Hauptordner” verschwinden, entfernt die Library glaub ich die Songs nicht sondern nur in Unterordnern…

So wirklich weiß ich da leider auch nicht weiter. Versuch dein Glück am besten mal im offiziellen Forum – vielleicht weiß da jemand Rat! Die sind da eigentlich immer recht hilfsbereit!

geschrieben von beetFreeQ
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10

danke für die infos! ich würd gerne wissen, wo sich die foobar media library einträge befinden, welcher pfad. ich möchte überwachen, wie viel daten(müll) foobar braucht, um meine musiksammlung als library anzulegen. weil die doch etwas größer ist und er ewig scannt beim ersten einlesen

geschrieben von drahtwurst
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11

Foobar speichert seine Library in einer Datei namens database.fpl im Programmverzeichnis. Dass das Programm nach dem Start so lang scannt, liegt aber bestimmt an der großen Datenmenge, denn Foobar prüft am Anfang alle Verzeichnisse erstmal auf neue bzw. geänderte Dateien. Man kann aber an sich so lang schon Musik abspielen und so – es dauert dann nur halt ein wenig, bis die Library aktualisiert wurde.

geschrieben von beetFreeQ
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12

danke!

geschrieben von drahtwurst
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13

Hallo,
du versprichst die Funktion mit den Moods zu erklären. Ich würde echt gerne an solche Funktionen herankommen. Gibt es irgendwo tutorials dafür ? Dachte daran die Musik so zu ordnen dass ich über nen Hot-key vorher bestimmte Moods auf den spielenden Track tagge.
Geht sowas ? ist die seite überhaupt noch aktiv ? hm
hoffe auf antworten …

geschrieben von Stefan
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