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Rezension: Bloc Party – Intimacy

Try not to worry about what’s forgotten,
Try not to worry about what’s been missed!

Bloc Party - Intimacy

Bereits am 21. August erschien das aktuelle Album der schon länger aus Ausnahmeband gehandelten Bloc Party exklusiv als Download-Version. Zwei Monate später lieferte die Band allerdings die CD-Variante nach, die je nach Version mit weiteren Songs ausgestattet ist. Mein Review dreht sich um die Limited Edition mit ihren 13 Songs. In den USA konnte man sich übrigens über eine Indie-Store-Version mit vier weiteren Songs (“Flux”, “Idea for a Story” sowie zwei Remixe) freuen.

  1. Ares Wiegt man sich in den Anfangsklängen noch in wohligen Gefilden, nehmen die heillos übersteuerten Gitarren und Drums einen schnell auf eine laute Reise. Der griechische Kriegsgott Ares stellt sich als ungestümes Monster eines Songs heraus, der Sprechgesang lässt Assoziationen mit den Beastie Boys aufkommen. Auch die kurze Verschnaufpause im letzten Drittel verspricht nicht wirklich Ruhe.

  2. Mercury Mit Retro-Gesample des gesungenen Songtitels führt die Vorab-Single Mercury[1] die Tour nahtlos fort. Die Gitarre tritt allerdings in den Hintergrund und überlässt ebenfalls wild gestückelten Bläsern und Streichern das Feld. Dass die aber auch ein Soundgewitter epischen Ausmaßes erzeugen können, wird hier eindrucksvoll bewiesen. Absolutes Album-Highlight!

  3. Halo Fast schon ruhig und gesittet wirkt dieser Song im Vergleich zu den Vorrednern, hätte er doch so schon perfekt auf “Silent Alarm” zuhause sein können. Gekonnt wird hier ein Rocksong aus dem Ärmel geschüttelt, der eingängiger nicht sein könnte und sicher einige aufgewühlte Fans versöhnt hat.

  4. Biko Hier kommt nun die wirkliche erste Verschnaufpause des Albums. Biko beginnt mit leisen Gitarrenklängen und säuselndem Gesang, wächst aber nach und nach zu einem elektronisch verspielten balladesken Song heran, der nicht wirklich auf übliche Songstrukturen wert legt.

  5. Trojan Horse Weiter geht die Tour de Force mit einem weiteren lauten Beispiel der treibenden Songkunst, die Bloc Party auf diesem Album zelebrieren. Sphärische Synthesizer schneiden sich mit verzerrten Gitarren und ohrwumlastige Riffs jagen hinterher.

  6. Signs Zur Erholung der Ohren wird hier eine fast meditative Stimmung erzeugt und bietet das richtige Ambiente für melancholisch intime Lyrics. Sowieso dient die Scheibe mehr denn je persönlicher Statements und Herzschmerz, natürlich ohne in den Kitsch abzudriften.

  7. One Month Off Ruppig holen einen die treibenden Drums des Songs aus der Trance, nur um den geneigten Hörer sofort auf der erstbesten Tanzfläche in die nächste zu verfrachten. Das perfekte Paradebeispiel der Vewebung beider Vorgängeralben ist eins der absoluten Highlights!

  8. Zephyrus Assoziationen mit Björk werden im 8ten Song wach. Gebrochene Drums, melancholische Flächen und Chorunterstützung malen eine wunderbar episch anmutende Klanglandschaft, deren Titel angelehnt an den Gott des Westwindes kaum besser passen könnte.

  9. Talons Die poppige Seite kehren Bloc Party in der zweiten Single des Albums heraus. Sicher keine schlechte Entscheidung, weben sie doch gekonnt leicht psychedelische Anteile hinzu.

  10. Better Than Heaven Wo Halo noch als Vertreter von “Silent Alarm” herhalten muss, bietet dieses Stück das Pendant für “Weekend In The City”. Die leicht frostige Stimmung der Synths wird durch den warmhaltend treibenden Beat gehalten und von Kele’s Lyrics getoppt. So wirklich warm wird’s wieder gegen Ende, wenn die Gitarren ein feuriges Finale entzünden.

  11. Ion Square In eine ähnliche Kerbe schlägt der ursprüngliche Abschluss-Song der Download-Version. Ruhig und ekstatisch zugleich bewegt sich “Ion Square” auf ein wohliges Bauchgefühl zu.

  12. Letter To My Son Als sei es für Bonus-Songs typisch, kommt “Letter To My Son” leider ein wenig schwachbrüstig herüber. Der Song ist zwar nicht schlecht, plätschert im Vergleich zum Rest aber doch etwas zu sehr vor sich hin. Vielleicht der einzige Makel des Albums.

  13. Your Visits Are Getting Shorter Die Disco-Einflüsse von Flux machen sich in “Letter To My Son”nochmal bemerkbar. Fast schon an TwoStep-Tracks der späten 90er erinnernd, kommt aber doch eine melancholische Grundstimmung durch, die diesen Song zu einem würdigen Bonus- und Finaltitel eines spitzenmäßigen Albums machen.

Vielen wird dieses Album erstmal schwer im Magen gelegen haben. Durchs ganze Internet wird geschrieben, man sei sich nicht wirklich sicher, ob man es nun wirklich großartig finden soll oder nicht. Mir fiel die Entscheidung weitaus leichter. “Intimacy” ist für mich der erhoffte weitere Meilenstein der Band. Die Kombi aus der Ohrwurm-Stärke von “Silent Alarm” und der Elektronik eines “Weekend In The City” schlug voll ein und garantiert Dauerrotation!

http://www.youtube.com/watch?v=WYdyExUfIbI

Rating: ★★★★★★★★★☆ 

Homepage: www.blocparty.com | Album: Intimacy (2008 , Cooperativ)

  1. ebenfalls nach einem griechischen Gott benannt []

Kommentare

1

Bist du Bloc Party Fan?
Hab mir grad mal die Lieder angehört die ich von denen habe…klingt ja ganz interessant. Sone Mischung aus Rock und Elektro würd ich sagen…der Sänger erinnert mich an irgendeinen anderen…fällt mir grad nur nicht ein an wen.

geschrieben von Schaps
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2

Jo, seit der ersten Stunde. Und mir gefallen sie von Album zu Album immer besser, auch wenn “Price Of Gas” vom ersten Album immer noch mein Lieblingssong ist ;)

Wüsste jetzt spontan niemanden, an den der Sänger wirklich erinnert. Vielleicht höchstens Tunde Adebimpe von TV On The Radio – sind immerhin beides Schwarze, die sich im Indie-Rock mit Elektronik-Anleihen verdingt haben – kommt ja auch nicht so oft vor…

PS: Kann es sein, dass dein Blog grad ein wenig überlastet ist? Krieg da immer nur ne leere Seite. Hab auch schon oft beim Kommentieren gemerkt, dass sich Seiten mit vielen Kommentaren nur seeeehr langsam laden…

geschrieben von beetFreeQ
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3

Stimme mit Deiner Rezension überein. Finde das Album auch wirklich klasse. Zumal die Limited Edition auch als aufklappbare Papp-Hülle echt was her macht ;-)

Ich würde das Album jetzt nicht unbedingt als Meilenstein bezeichnen, aber bei Bloc Party merkt man einfach, dass es eine Band ist, die sich ständig weiterentwickelt. Und Intimacy war mal wieder eine Momentaufnahme dieses Prozesses.
Ich hab sowieso eher nen Hang zu Bands und Künstlern, die sich mal wirklich musikalisch entwickeln und nicht 10 Jahre nonstop den selben Mist spielen wie zu Anfang.

geschrieben von Markus
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4

Naja, vielleicht kein Meilenstein der Musikgeschichte, aber auf alle Fälle der Bandgeschichte ;)

Die Band ist eh auf dem besten Weg, eine der ganz großen zu werden. Hinter Radiohead und Konsorten müssen die Jungs sich echt nicht mehr verstecken!

geschrieben von beetFreeQ
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5

mein gott, was für eine belanglose rezension! den waschzettel vom plattenlabel abgeschrieben, oder was?? so derart viele platitüden in jedem satz, kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte.
wenn du nicht in der lage bist, deine eigenen gedanken zu formulieren, dann lass es. scheinbar interessiert dich nur wie schnell, wie laut ein song ist und womit man ihn vergleichen kann – der inhalt interessiert überhaupt nicht. ein jammer…..

geschrieben von peter ramon
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6

Willkommen und danke für den ersten Troll-Kommentar auf meinem Blog! Wurde ja auch mal Zeit!

Übrigens habe ich keinen Waschzettel von dem ich hätte abschreiben können, weil ich mir die CD privat zugelegt habe, das hier ebenso ein privates Blog ist und ich mich auch nicht mit Musik-Journalisten gleichstellen will. Da ich nunmal ein Fan der Band und des Albums bin, ist die Rezension entsprechend ausgefallen.

geschrieben von beetFreeQ
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7

Bloc Party! Eine von den ganz großen Bands, immer für eine Überraschung gut und außerdem stets saumäßig unterhaltsam. Das neue Album ist total cool, fängt schon beim Cover an ;-) Und die Kritik hier ist auch recht gut gelungen ;-) Weiter so!

geschrieben von Sarah Connor
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8

Danke für die netten Worte – und das mit der Überraschung unterschreibe ich ;)

PS: Hat’s nen Grund, dass du als Sarah Connor schreibst? Würde mich ehrlichgesagt etwas wundern, wenn die “echte” sich bei mir rumtreibt und zudem noch Bloc Party-Fan ist… ;)

geschrieben von beetFreeQ
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Every mix tape tells a story. Put them together, and they add up to the story of life.

Rob Sheffield

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