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10 Bücher für die einsame Insel

Über die Julia bin ich direkt auf die nächste Blogparade gestoßen, und da es um Bücher-Content bei mir ja ziemlich mager bestellt ist, passt mir das Thema grad sehr gut in den Kram. “Nenne die zehn Lieblingsbücher, die du jedem empfehlen würdest!” Wie man diese Lieblingsbücher nun auslegt, ist sicher Ansichtssache, aber gerade das macht diese Parade ja so interessant.

Ich bin ja leider nicht so der Vielleser. Auch wenn ich sehr gern ein Buch durchschmökere und noch so viele geniale Werke da draußen auf mich warten, schaffe ich es selten mal, mehr als 2-3 Bücher im Jahr durchzukriegen… Dementsprechend darf bei meinen Empfehlungen auch nicht so genau auf literarisch hochwertigste Kost gehofft werden. Ich will beim Lesen unterhalten werden, an das Buch gefesselt und am Ende das Gefühl haben, eine wirklich tolle Geschichte erlebt zu haben. Unter der Prämisse finden sich dann in wilkürlicher Reihenfolge folgende zehn Bücher wieder:

  • Terry Pratchett – Gevatter Tod (Mort)
    Stellvertretend für viele Scheibenwelt-Romane, die ich bereits gelesen und geliebt habe, findet Mort seinen Platz in diese Liste. Der Tod interessiert sich mehr und mehr für das menschliche Wesen. Aus dem Grund adoptiert er ein kleines Mädchen und lässt es bei sich aufwachsen. Um weitere Studien vornehmen zu können, nimmt er sich einen Lehrling und künftigen Vertreter, den jungen rothaarigen Mort, den niemand anders zur Lehre haben will. Dieser macht seinen Job anfangs auch gut, greift aber bald in die Geschichte ein und bringt damit die ganze Scheibenwelt in Gefahr.
    Was für Außenstehende ziemlich morbide klingt, ist unter Scheibenwelt-Fans ein absoluter Kultroman, denn nicht umsonst ist der Tod eine der beliebtesten Figuren in dieser Welt. Durch seine fast menschlichen Züge und den wie immer vortrefflichen Humor Pratchetts ist dieses Buch ein absolutes Fest für alle, die Fantasy nicht auf die bierernste sondern niveauvoll lustige Weise erleben wollen.
  • Ephraim Kishon – Total verkabelt
    Kishon ist vor allem für seine satirischen Kurzgeschichten bekannt, die er meistens aus der Ich-Perspektive wie erlebte Geschichten erzählt. Eine Sammlung solcher stellt auch “Total verkabelt” dar. Der Themenbereich umfasst alles, was sich heutzutage so Medien schimpft und entsprechend bekommen nicht nur Fernsehen, Computer und Radio ihren Auftritt. Das Buch hat zwar bald 20 Jahre auf dem Buckel, ist aber auch heute noch aktuell und macht einem das Leben mit den immer verrückteren Medien leichter.
  • Miles Davis – die Autobiographie
    Ich bin normalerweise nicht so der Mensch, der sich für Biografien interessiert und bin auch nur zufällig über dieses Buch gestolpert. Mehr oder weniger aus Langeweile begann ich dann zu lesen und konnte nicht mehr aufhören. Sicher, hier geht es nicht um einen spannenden Thriller oder ähnliches, aber was Davis mit Hilfe von Quincy Troupe zu Papier brachte, ist eine schonungs- und tabulose Reise durch die Geschichte des Jazz. Man muss kein Jazz-Liebhaber sein, um dieses Buch zu schätzen und in Miles Davis einen ganz besonderen Mann zu erkennen, der in seinem Leben viel durchmachte.
  • Douglas Adams – Per Anhalter durch die Galaxis (The Hitchhiker’s Guide To The Galaxy)
    Was gibt es zu diesem Buch bzw. der ganzen Anhalter-Reihe noch zu sagen? Klar, dass ich als Fan von witzigen Romanen nicht dran vorbei kam und die Bücher von Adams mehr als liebe. Leider sind seine anderen Romane außerhalb des Anhalter-Zyklus nicht annähernd so gelungen…
  • Philip K. Dick – Träumen Androiden von elektrischen Schafen? (Do Androids Dream of Electric Sheep?)
    Viele werden mit dem Titel nicht viel anfangen können, haben aber mit größter Wahrscheinlichkeit schonmal die Verfilmung gesehen. Ridley Scott nahm sich dem Stoff in den 80ern an und schuf mit “Blade Runner” einen der besten Sci-Fi-Filme unserer Zeit. Der dahinter stehende Roman nimmt zwar im Endeffekt einen anderen Verlauf, ist durch seine tiefergehende ethische Frage um künstliches Leben und Bewusstsein mindestens genauso wichtig wie der Film dazu.
  • Dieter Nuhr – Gibt es intelligentes Leben?
    Dieter Nuhr war mir ja auch als Stand-Up-Comedian schon lange sehr sympathisch. Sein etwas gehobenerer, aber dennoch schonungsloser Humor hebt sich angenehm von der Masse an Flachwitzen in Deutschlands Comedy-Landschaft ab. Klar, dass ich auch sein Buch lesen musste. Glücklicherweise weiß Nuhr auch mit schriftlich mit den Worten umzugehen und schafft in seiner Weltreise auf der Suche nach intelligentem Leben mindestens genauso viele Lacher wie Anregungen zum Nachdenken. Wie auch der Nachfolger “Wer’s glaubt, wird seelig” absolut lesenswert!
  • Frank Herbert – Der Wüstenplanet (Dune)
    Was der Herr der Ringe für die Fantasy ist Dune für das SCi-Fi-Genre. Als Beginn eines stellenweise wirklich schwer zu lesenden Zyklusses, ist der Wüstenplanet für sich gesehen ein Meilenstein in der modernen Sci-Fi-Welt. Wer den ebenso tollen Film von David Lynch kennt, wird sich eine grobe Vorstellung von den epischen Ausmaßen des Buches machen können. Das Lesen der Nachfolger kann ich – besonders ab Teil 5 – nur noch hartgesottenen Fans empfehlen. Teil 1 ist und bleibt unerreicht!
  • Jonathan Safran Foer – Alles ist erleuchtet (Everything Is Illuminated)
    Man kombiniere drei Zeitlinien und bringe diese in Form von Briefwechsel zwischen einem amerikanischen Juden und einem ukrainischen Jugendlichen mit sehr seltsamem Englisch, die sich gegenseitig die frisch geschriebenen Kapitel ihrer Romane zusenden, zu Papier. Entstanden ist daraus einer der bewegendsten, witzigsten, traurigsten, skurillsten, liebenswertesten Romane, die ich je gelesen habe. Die Geschichte um einen Juden, der auf den Spuren seiner Vorfahren unterwegs ist und dabei die Grausamkeit des Holocausts erkennt, ist einfach wunderbar – gerade, weil sie mit sehr unkonventionellen Ideen und Charakteren an das Thema herangeht und nicht selten zum Lachen anregt. Sehr zu empfehlen ist auch die Verfilmung mit Elijah Wood in der Hauptrolle – aber tut mir einen Gefallen: Lest/schaut die Geschichte im englischen Original – sonst geht viel der Atmonsphäre flöten!
  • Terry Pratchett & Neil Gaiman – Ein gutes Omen (Good Omens)
    Nochmal Pratchett, diesmal in Zusammenarbeit mit Neil Gaiman. In diesem erwartungsgemäß absolut witzigen Buch steht die Apokalypse kurz bevor, allerdings wurde der Antichrist bei seiner Geburt im Krankenhaus vertauscht, was alles etwas komplizierter macht. Während sich die apokalyptischen Reiter auf ihren Motorrädern auf den Weg machen, versuchen ein Erzengel und Dämon gemeinsam, das schlimmste zu verhindern.
    Schade, dass es bisher nicht zu der lange geplanten Verfilmung des Stoffes kam, denn diese Geschichte schreit gerade zu nach der großen Leinwand. Absolut genialer Humor gepaart mit angenehmer Kritik an der allgegenwärtigen Untergangsstimmung!
  • Chuck Palahniuk – Fight Club
    David Fincher und seine unnachahmliche Verfilmung des Buches in allen Ehren – die absolut geniale Bildsprache ist eindeutig der Vorlage zu verdanken. Vielleicht bis auf die Ikea-Katalog-Szene findet sich alles in ihrem vollen Glanz bereits im Buch. Ich schaffe es ja selten, ein Buch in nur wenigen Tagen zu beenden – hier war es – auch im englischen Original – eine Leichtigkeit! Absoluter Lesebefehl – vor allem auch durch das vom Film sehr abweichende aber nicht minder tolle Ende!

Kommentare

1

Seht gute Auswahl, Dune habe ich bei mir ganz vergessen.
Ich glaube, ich habe den Mort Comic zuerst gelesen, und mir dann innerhalb von 2oder 3 Jahren alle Bücher besorgt, die Pratchett jemals geschrieben hat 🙂 Am Anfang noch auf Deutsch, dann nur noch im Original.
Von Palahniuk habe ich leider noch nichts gelesen, ehrlich gesagt kenne ich den Namen überhaupt erst seit kurzer Zeit.

Wenn Blade Runner der beste Sci-Fi Film unserer Zeit ist, was würde denn dann nicht zu unserer Zeit zählen? Wann fängt unsere Zeit an?

geschrieben von David
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2

Palahniuk kann ich nur wärmstens empfehlen – seine Schreibe und vor allem seine ausgefallenen Ideen sind einfach genial!

Mit unserer Zeit mein ich eigentlich alles bis zur Gegenwart. Also von den ersten Filmen bis heute – was in der Zukunft noch auf uns wartet, ist ja schwer zu sagen, wobei James Cameron’s kommender Film Avatar ja schon längst vor Ende der Dreharbeiten als Meilenstein gehandelt wurde…

geschrieben von beetFreeQ
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3

Oh mann, und ich dachte, ich kenne mich mit Filmen aus.
Ich lese eigentlich viele Filmblogs aber von was Neuem von Cameron habe ich bewusst nichts mitbekommen.
Ja, Pahlaniuk hatte ich letztens einen Artikel auf slashfilm.com drüber gelesen, klang auf jeden Fall nach etwas, was mir gefallen könnte.

geschrieben von David
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4

Slashfilm ist auch meine Quelle für die neuesten Filminfos! Aber bei dem riesen Output, den die so an den Tag legen, überließt man auch mal ein paar Artikel… 😉

Cameron hat ja für 2011 auch eine Realfilm-Version des Mangas “Battle Angel Alita” angekündigt – ist mit so’n Hauptgrund, dass ich ein wenig beobachte, wie’s bei seinen Projekten voran geht.

geschrieben von beetFreeQ
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5

Alita? Kann man niemals verfilmen, so dass es halbwegs gut ist oder? Na hauptsache es wird nicht so schlimm, wie der aktuelle Dragonball Film. Jeder Fetzen, den ich davon sehe, schmerzt wie tausend Messerstiche.

geschrieben von David
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6

Ja, der Dragonball-Film sieht ziemlich übel aus, vor allem weil’s ein Manga/Anime ist, der wirklich so typisch japanisch überdreht ist, dass ich da eine Realfilm-Version mit Menschen für unsinnig halte.

Alita kann ich mir schon vorstellen, auch wenn die Story sicher gekürzt werden muss. Aber verfilmbar ist es an sich schon – Cameron weiß ja, wie man epische Filme macht, auch wenn ich Titanic für vollkommen überbewertet halte. Immerhin hat er seine Terminator-Teile und auch Alien 2 wunderbar hinbekommen!

geschrieben von beetFreeQ
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7

So, etwas verspätet noch ein Hinweis, dass ich mich nun nach der wiederholten Aufforderung demnächst mal “Alles ist erleuchtet” widmen werde (Buch und Film, beides auf englisch)

geschrieben von juliaL49
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8

Viel Spaß dabei schon mal. Bin mal gespannt, wie du auf das Englisch des zweiten Protagonisten reagierst – im Film übrigens von Eugene Hütz, Sänger der auch im Soundtrack vertretenen Band Gogol Bordello, dargestellt! Hab schon mehrere Leute gehört, die sein Englisch schrecklich fanden, für mich war’s aber gerade eine der besten Seiten an Buch und Film!

geschrieben von beetFreeQ
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