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Geschlaucht aber glücklich

OK, das Wochenende ist an sich schon ne Weile vorbei, aber ich hab’s heute erst mal wieder ins Internet geschafft. Mittlerweile kommt der Schlafhaushalt auch wieder in normale Bahnen zurück – wobei das Aufstehen vor 12 immer noch recht schwer fällt ;).

Das WE war ja dem Populario-Festival versprochen. So ging’s Freitag nachmittag dann auch zusammen mit Freunden gen Hoyerswerda. Ungeachtet der Tatsache, dass es ununterbrochen regnete, bauten wir dort unterlegt von grausamem Gegröhle einer Göre namens Jennifer Rostock unser Zelt auf. Der Campingplatz sah nämlich überraschend vertrauenswürdig aus, nachdem wir auf dem schlammigen Parkplatz schon mit zwei Nächten im Auto liebäugelten.

Kurze Zeit später verdrückten wir uns auf’s Festivalgelände. Netterweise waren wir über zwei Ecken auf die Gästeliste gelangt und hatten den Vorteil, nah am Zelt parken zu können und die langen Schlangen an den Kassen hinter uns zu lassen. So schafften wir es rechtzeitig zu dem sehr solide spaßigen Auftritt der Kilians an die Bühne. Highlight des Abends war direkt danach dann PeterLicht, der überraschenderweise immer sein Gesicht zeigte. Die mitwipplastigen Jeans Team, Madsen (solider Mitgröhlrock-Headliner) und Polarkreis 18 (theatralischer Post Rock, der bei mir noch wachsen muss) taten wir uns dann hauptsächlich vom Rand aus an, denn trotz warmer Nudelpfanne und Crêpe machte sich die schlechte Vorbereitung auf nasse 10°C so langsam negativ bemerkbar. Was ein Glück, das uns zumindest Regencapes einigermaßen trocken hielten. Später im Zelt war es dennoch sehr schwer, warm zu werden und dank der lauten Aftershow-Party war auch vor 5 Uhr kaum ans Schlafen zu denken.

Den Samstag kamen wir dann überraschend fit aus den Federn. Das Zelt hielt immer noch dicht und wir hofften schon auf einen weitgehend trockenen Tag. Die Hoffnung verlor sich dann aber nach einem Klobesuch bei McDonalds und dem Frühstückseinkauf durch starken Platzregen. Naja, wir waren ja mittlerweile abgehärtet. Trotzdem war die Lust, das Zelt zu verlassen, eher gering und so hörten wir uns Ter Haar (erst ganz netter, später langweiliger Math-Rock), Egotronic (nerviger Electro-Kram) und Lichter (Kante für Arme) vom Campingplatz aus an. Etwa 19 Uhr trieb uns der Appetit dann aber doch gen Festivalgelände, wo wir den leider ohne Drummer auskommenden, dadurch aber angenehm entspannenden Sir Simon Battle spielen sahen. Viel hängen blieb aber ähnlich wie bei Delbo leider nicht. Dafür sorgte aber ein Crêpe mit Bärlauch-Käse-Sahne für Gaumenfreuden.

Als Überraschung des Festivals erwiesen sich die Schweden von Friska Viljor, die mit ihrem Whiskey-geschwängerten, wunderbar schunkeligen Folkrock die Masse mitriss. Man mochte sich fast kollektiv umarmen und mitgröhlen, was das Zeug hielt. Netterweise gab’s das aktuelle Album zum günstigen Festivalpreis direkt zu kaufen, was wir dann auch gleich in Anspruch nahmen[1].

So waren wir schonmal gut angeheizt, als Art Brut die Bühne betraten und das Publikum umbliesen. Die Jungs (und das Mädel) verstanden es, ihre Hits genial in Szene zu setzen. Seilspringen und Wanderungen direkt durch die Crowd machten Eddie Argos’ absichtlich zur Schau gestellten Bauch und die vermutlich unabsichtlich aus der Hose rutschenden Pobacken des Roadies, der mit dem Micro-Kabel dank Eddies Wanderungen mehr als genug zu tun hatte, wieder wett.

Tomte dienten dann – obwohl Headliner – für uns doch nur als Pause zum Abendbroten und Energie tanken, denn als letzte Band sollten ja noch Goose auftreten. Die schafften es dann auch wieder mit einem genial drückenden Bass, die Knochen aufzuwärmen und damit auf die kalte Nacht im Zelt vorzubereiten. Die fiel dann auch überraschend mild aus. Vermutlich war das der erste Hinweis auf den uns am Sonntag erwartenden Sonnenschein. War ja klar, dass die Sonne wieder auftaucht, wenn die eigentlichen Festivaltage vorbei waren. Aus Trotz genossen wir dann immerhin noch den Sonntag Mittag mit Putensteaks, Würstchen und Rührei zusammen mit der kennengelernten Festival-Clique. Dem obligatorischen Sonnenbrand stand also auch nix mehr im Wege und die über die Tage stark gelittenen Dixie-Klos, die nicht nur mit Fäkalien beschmiert oder halb abgefackelt waren, sondern auch mal im nahen Maisfeld gesichtet wurden, kratzten einen auch nicht mehr.

Am Ende war das Vollbad zuhaus bei den Schwiegereltern in Spe ein angenehmer Ausklang des Wochenendes, das zwar verregnet, aber durch die familiäre Atmosphäre des kleinen Festivals und die gesehenden Bands wirklich schön war. Nächstes Jahr geht’s also wieder in den nahen Osten, sofern uns nichts dran hindert!

  1. eine Rezension folgt die kommenden Tage, wenn ich wieder öfter im Internet bin []
I smell sex and candy

Marcy Playground

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