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Filmekiste – Teil 5

Nachdem der Sommer ja doch eher wie ein zu heiß geratener April ausfällt, bieten sich so einige verregnete Stunden, die man nicht am Strand, sondern vor der Glotze verbringen könnte. Und damit der DVD-Player auch genügend Futter hat, hab ich mal wieder ein paar Filme herausgesucht, die völlig unabhängig von Alter, Genre oder Herkunft zu den besonderen ihrer Art gehören und dabei vielleicht nicht jedem dank endloser Wiederholungen schon aus den Ohren herauskommen…

http://www.youtube.com/view_play_list?p=3C3C83987810FA7E

Labyrinth

Die Reise ins Labyrinth Die sich ungerecht behandelt fühlende Sarah ist nachts allein mit ihrem kleinen Stiefbruder. Als dieser wieder schreit, wünscht sie sich nichts mehr, als ihn entführt zu sehen. Prompt erscheinen Kobolde und nehmen das Baby mit. Die einzige Möglichkeit, alles wieder ins Lot zu bringen, ist eine gefährliche Reise durch das Labyrinth, hinter dessen Ausgang sich das Schloss des Koboldkönigs Jareth befindet. Wenn man sich diesen Film heutzutage das allererste Mal ansieht, wird man ihn vermutlich als ziemlich cheesigen 80er-Fantasy-Streifen abtun. Wenn man aber wie ich Kindheitserinnerungen damit verbindet, ist das ganz großes Kino! David Bowie als Bösewicht, massenhaft witzige Puppen aus Jim Henson’s Werkstatt sowie George Lucas zu seinen besten Zeiten machen den Charme des Films aus. Und sein wir mal ehrlich – die völlig unmöglichen Frisuren und absolut unpassenden Synthesizer-Soundtracks der 80er werden heutzutage doch immer wieder durch steril wirkende Computer-Effekte und das x-te Aufwärmen alter Ideen ausgeglichen!

Lost In Translation

Lost In Translation Der alternde, amerikanische Filmstar Bob Harris reist für Werbe-Dreharbeiten nach Tokio. Dort trifft er auf die junge Charlotte, die mit ihrem Mann, seines Zeichens Starfotograf, ins Land gekommen ist und sich dort die Zeit um die Ohren schlägt. Gemeinsam versuchen sie aus dem Käfig der Langeweile und Verständigungsprobleme auszubrechen. Bis zu diesem Film galt Bill Murray immer noch als der alte Slapstick-Komiker, den er in den 80ern zu Hauf unter Beweis stellen konnte. Hier zeigt er jedoch sein wahres Talent, denn niemand sonst hätte die lakonisch, trockene Hauptrolle derart genial in Szene setzen können. Allerdings verdankt er diese Rolle natürlich auch nur dem Drehbuch von Autorin und Regisseurin Sofia Coppola, die ihm außerdem Scarlett Johansson an die Seite stellte und durch viele skurille, aber liebenswürdige Situationen schickte, die man vermutlich nur in Japan erleben kann.

The Machinist

The Machinist Fabrikarbeiter Trevor Reznik leidet unter Schlaflosigkeit, Paranoia und daraus resultierendem extremem Untergewicht. Als er bei der Arbeit einen schweren Unfall auslöst, der einem Kollegen den Arm kostet, wittert er eine Verschwörung und kommt dem Grund seiner Probleme nach und nach näher. Das erste, was einem bei diesem Film auffällt, ist die unglaubliche Leistung, die Christian Bale in seine Hauptrolle gesteckt hat. Um den abgemagerten Reznik glaubhaft darstellen zu können, nahm er 30 Kilo ab. Weiß man dazu, dass er kurze Zeit nach den Dreharbeiten schon wieder als Batman vor der Kamera stand und dafür sein altes Gewicht inklusive Muskeln aufgebaut hatte, ist das umso beeindruckender. Kein Wunder also, dass The Machinist ein extrem intensives, kafkaeskes[1] Psycho-Erlebnis ist, das selbstredend in einem genialen, unerwarteten Ende gipfelt, das einen sofort wieder die Play-Taste drücken lässt.

Kung Fu Hustle

Kung Fu Hustle Kleingauner Sing versucht als angebliches Mitglied der gefürchteten Axt-Gang in einer Slumsiedlung Respekt zu erlangen, scheitert aber kläglich. Er heuert bei der Gang an, steht aber zwischen den Stühlen, als diese die Slumsiedlung dem Erdboden gleich machen will. Mit seiner siebten Regiearbeit verquirlt Stephen Chow die aberwitzig choreografierten Kung-Fu-Streifen Hongkongs mit dem Slapstick alter Stummfilme auf geniale Art und Weise. Der Humor kommt selten anspruchsvoll, dafür immer herrlich überzeichnet herüber und ebenso nutzt Chow die ausschweifende Übertreibung für seine Kampf-Sequenzen. Wer mit Kung Fu nichts anfangen kann, wird dem Film vermutlich auch nicht viel abgewinnen können, aber jeder noch so kleine Kampfkunst-Fan wird sich in den Stil des Streifens einfach verlieben müssen!

Napoleon Dynamite

Napoleon Dynamite Loser Napoleon wohnt mit seinem 32-jährigen Bruder bei seiner Oma. Als diese sich verletzt, übernimmt Macho-Onkel Rico den Haushalt und bringt Napoleon dazu, eine Freundin für den Schulball zu finden. Für diese zwei Sätze habe ich mir fast einen abgebrochen, denn wenn man Napoleon Dynamite eines absprechen kann, dann ist das eine ausgefeilte Handlung. Das macht die durchgedrehte Komödie aber locker durch ihre skurillen Charaktere wett. Neben dem Liger-zeichnenden, zum Tänzer aufsteigenden Napoleon gibt’s da noch seinen Geek-Bruder Kip, der immer auf der Suche nach einer Internetliebe ist, den besten Freund Pedro, der erfolgos versucht, Schülersprecher zu werden sowie das tagträumende Mauerblümchen Deb, Napoleons erste Wahl für den Schulball. Allesamt landen in den verrücktesten Situationen, bleiben letztendlich aber immer in ihrer etwas neben der Spur laufenden Welt und sind glücklich damit. So soll’s doch sein!

Lammbock

Lammbock Stefan und Kai betreiben einen Pizzaservice der besonderen Art. Spezialität ist eine Pizza, unter deren Salami sich ein Päckchen selbstangebautes Marihuana versteckt. Alles läuft super, bis sich ein verdeckter Ermittler einschleicht und einige Wendungen hervorruft. Als eine der wenigen deutschen Komödien in meinem Bestand, gehört Lammbock sicher zu den spaßigsten Vertretern. Die unübersehbar von Tarantino inspirierte Kiffer-Komödie nimmt sich und die Welt nicht wirklich ernst, spielt aber dennoch mit den Gefahren von Drogen. Dreh- und Angelpunkt sind aber weniger die Handlung, sondern vielmehr einzelne Szenen, in denen sich herrlich absurde Dialoge entwickeln, die einem vermutlich wirklich nur beim Kiffen in den Sinn kommen können. Verstärkt durch einige ausgefallene Charaktere, gute Schauspieler und einem schönen Soundtrack ist aus Lammbock sowas wie eine kleine deutsche Kult-Komödie geworden.

  1. dass ich den Begriff mal benutzen würde 😉 []

Kommentare

1

Fein fein. Den Kung Fu Hustle notier ich mir mal ganz fest im Hinterkopf. Der Trailer verspricht ja einiges.

geschrieben von ericpp
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2

Und der Film hält die Versprechen – da kannste dir sicher sein. Man muss nur auf chinesischen Humor getrimmt sein, aber das sollte dich ja vermutlich nicht abschrecken 😉

geschrieben von beetFreeQ
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3

Ich schau ja gern Filme…aber von denen hier hab ich nur Lammbock gesehen…und das ist auch schon etwas her :)

geschrieben von Schaps
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4

Na dann wird’s mal Zeit 😉 – gehört haste zumindest von Lost In Translation aber sicher schonmal, oder? Wobei Geschmäcker ja sowieso mal unterschiedlich sind und die Filme hier sicher auch vielen nur ein Gähnen abringen können…

geschrieben von beetFreeQ
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5

Hu, wollte schon viel früher kommentieren, aber ein Stromausfall hat mich etwas abgelenkt.

Deshalb: Lost in Translation ist ein Must See und tatsächlich kann man den andauernd angucken. Alleine wegen “Just Like Honey” 😉

Die anderen habe ich noch nicht gesehen, aber David Bowie und Christian Bale klingen ganz interessant, v.a. weil ich von den Filmen schon viel Gutes gehört habe. Aber Lammbock werde ich mir nicht antun (Moritz Bleibtreu, uärgh)

geschrieben von juliaL49
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6

Ja, der ganze Soundtrack von Lost In Translation ist gut und sehr abwechslungsreich.

Am Moritz scheiden sich wohl die Geister 😉 – ich mag ihn auch nicht in jeder Rolle, aber er ist mir allemal lieber als Til Schweiger, der sich ja jetzt als Hauptdarsteller in Uwe Boll’s Spiele-Verfilmung von “Far Cry” an der Seite von Ralph Möller vollends ins Abseits der B-Actionmovie-Darsteller manövriert hat…

geschrieben von beetFreeQ
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7

Lieber Beety, sag bitte, daß das nicht war ist. Til Schweiger in einem Boll- Film *arrgh*

Aber wenn wir grade bei Uwe Boll sind: bitte bitte diese Petition unterschreiben damit er mit seinen Machwerken aufhört.

Vielleicht hat der Herr Schweiger dann auch mal Zeit für Lindenstraße – Der Film ;o)

geschrieben von ericpp
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8

hi leude,

ich muss sagen, irgendwie hat mir bei lost in translation was gefehlt…aber zwischendurch hat der einige schöne momente….
Lammbock muss man ja eh gesehen haben… 😉

geschrieben von pauli
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9

@Eric: Die Petition kenn ich schon uns ist auch gewissenhaft unterschrieben. Glaub aber kaum, dass er sein Versprechen wahr machen wird.

@Pauli: Gerade, dass der Film so wenig Handlung hat, gefiel mir an Lost In Translation am besten – dadurch kommen die vielen kleinen Momente so schön zur Geltung!

geschrieben von beetFreeQ
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