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Ompa Til Du Dør!

Gestern war es soweit! Omas Teich lud ein zu einem Konzert der Extraklasse. Das kleine Festival, das seinen 10. Geburtstag feierte, lockte mit Kaizers Orchestra und Goose, beides Bands, die ich dringendst mal live sehen wollte. Da beide direkt nacheinander spielten, die anderen beiden Tage musikalisch nun nicht so vielversprechend waren, holten meine Leipzigerin und ich uns nur Karten für den Freitag. Also etwas früher Feierabend gemacht und ab dafür auf die Autobahn. Überraschenderweise war weder Hamburg noch Bremen ein Stauproblem. Dafür hatte wohl irgendjemand kurz vor Oldenburg die glorreiche Idee gehabt, mal eben eine Baustelle aufzubauen, auf der nichtmal gebaut war. Ehrlichgesagt war außer Absperrungen nichts zu sehen – nichts aufgerissen, gähnende Leere. Und wir hatten leider genügend Zeit, die Baustelle genau unter die Lupe zu nehmen. Nach dem Stau sorgte der kleine Verfahrer gegen Ende dann aber auch nicht mehr für viel Extra-Verspätung. Mit Drifter und Ashes Of Pompeii verpassten wir aber die ersten beiden Bands. Zum Glück bekamen wir noch genügend von den überraschend guten Bratze (ClickClick Decker und Der Tante Renate zusammen) mit. The Horror The Horror im Anschluss waren nett, Turbostaat vermutlich auch ganz gut, aber man konnte die rettungslos übersteuerte, extrem laute Klangmasse, die während ihres Auftritts auf die Menge einprasselte, nicht wirklich als angenehm bezeichnen. Aber geschenkt – die beiden wichtigsten Bands sollten ja noch folgen!

Kaizers Orchestra

Nach einer dreiviertelstündigen Umbauphase war es pünktlich um 22:30 soweit. Eingeleitet von der feinen Jubiläums-Feuershow betraten Kaizers Orchestra die Bühne. Die Party konnte beginnen! Wenn man die Medienberichte über Live-Konzerte der Norweger so liest, wird man ja nur so von Superlativen überschüttet – und das ist nicht im geringsten übertrieben. Was uns hier direkt vor der Bühne in die Menge geklemmt erwartete, war die konzentrierte Genialität. Es war – nicht nur durch die Enge in der Menschenmasse – unmöglich, ruhig zu bleiben. Der Körper begann wie selbstverständlich ohne Auftrag des Gehirns zu pogen, dass es eine wahre Freude war. Ich habe mich bisher noch auf keinem anderen Konzert derart verausgabt, wie gestern abend. Auch meine Stimme muss sich erstmal wieder erholen, denn natürlich gehörten Mitgröhl-Klassiker wie Resistansen, Bak Et Halleluja und Maestro zum Programm. Auch zwei Songs des neuen Albums fanden den Weg in die Show und gesellten sich perfekt zum Rest. Man hätte sich noch diverse andere Songs gewünscht, aber es war schier unmöglich, alles in die 90 Minuten zu packen. Man kann sich also sicher nicht beschweren, zumal auch visuell mit Öltonnen-Getrommel, Gasmaske, Stehlampe und John-Lennon-Gastbesuch eines Look-Alike-Fans aus dem Publikum einiges geboten wurde. Zusammenfassend kann ich das Konzert trotz aus Zeitgründen mangelnder Zugabe als das beste bezeichnen, das ich je miterlebt habe!

Goose

Klar hatten Goose da einen schweren Stand, mithalten zu können. Aber das war auch nicht weiter schlimm, trafen hier doch mit Dance-Punk nach der vorher gehörten Gipsy-Rock-Extravaganza Welten aufeinander, die man nicht vergleichen kann und will. Goose taten dann auch einfach das, was sie am besten können: Bass unter die Leute bringen. Bei diesem Gig brauchte man an sich keine Ohren, denn die Musik war in allen Knochen zu spüren. Dass man da heute Nacht keinen Tsunami auslöste, war fast ein Wunder. Entsprechend war es auch erneut kaum möglich, still zu halten, obwohl die Bewegungen ein wenig träger ausfielen, weil einfach schon nicht mehr Energie da war. Während die Lichtshow leider etwas kurz kam[1], waren die gebotenen Songs dank Remixwut und extatischer Ausdehnung der Tracks absolut erste Sahne. Auch zwei mir unbekannte, also vermutlich neue Songs wurden gespielt und lassen das Wasser für ein hoffentlich bald folgendes zweites Album im Munde zusammen laufen.

Gegen 1:40 war die Show dann leider doch vorüber, die Nacht aber noch nicht ganz vorbei. Da wir ja nur den Freitag eingeplant hatten, ging’s gleich noch in der selben Nacht nach haus. Diesmal zum Glück mit erwartungsgemäß leergefegten Autobahnen und noch genügend Aufgedrehtheit ausgestattet, war der Trip gen Bett auch nicht mehr das größte Problem. Jetzt so kurz vor’m Frühstück fühle ich mich dennoch ziemlich ausgelaugt. Aber das war’s mehr als wert!

Zum Abschluss hab ich noch ein paar kurze Live-Schnipsel bei Youtube herausgesucht, die zwar nicht von gestern sind, aber dennoch die Stimmung ganz gut wiedergeben, die auch gestern herrschte!

http://www.youtube.com/view_play_list?p=B4FFEF8556466ACE

  1. das wird vermutlich an den Einschränkungen des Festivals gelegen haben, wenn man die gute Lichtshow einiger Videos sieht []
I’m travelling the wonderful loneliness of the headphone silence

Ane Brun

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