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beety’s Plattenkiste – Teil 1

Plattenkiste

Neues Design – neue Serie! Analog zur Filmekiste gibt’s jetzt sporadisch auch immer mal wieder ne Plattenkiste. Prämisse: Die vorgestellten Alben müssen für mich in irgendeiner Form den Status eines Klassikers haben und nicht sowieso schon als eigenes Review abgehandelt sein. Das Alter ist egal – gute Musik ist eh zeitlos.

Heute geht’s also mit einigen Alben los, die mir nie langweilig werden. Stilistisch ist alles dabei von Grunge über Industrial, Trip Hop, Singer/Songwriter. Natürlich im Anschluss garniert mit Hörbeispielen!

Ani Difranco - Revelling/Reckoning

Ani Difranco – Revelling/Reckoning Auch wenn das Doppelalbum von Kritikern eher mäßig empfunden wurde, ist es für mich etwas ganz besonderes. Zum Einen, weil’s das erste war, das ich mir von der damals neu entdeckten Lieblingssängerin gekauft hatte, zum anderen, weil die einzelnen Songs zu den abwechslungsreichsten ihrer Laufbahn gehören. War sie vorher größtenteils mit sparsamer Instrumentierung dahergekommen, holte sie sich hier die verschiedensten Musiker, darunter Jazz-Saxofonist Maceo Parker, ins Boot und überraschte mit Funk-Anleihen. Revelling zeigt Ani von ihrer experimentierfreudigen Seite, Reckoning dagegen mit gewohnt persönlichen, ruhigen Gitarrensongs. Besonders Revelling weiß aber durch Titel wie “Tamburitza Lingua”, “Kazoointoit” oder “What How When Where (Why Who)” zu überzeugen.

DJ Food - Kaleidoscope

DJ Food – Kaleidoscope DJ Food begleiten[1] mich schon seit meinen ersten Berührungen mit elektronischer Musik abseits vom Techno in den 90ern. Bis ich allerdings das Album Kaleidoscope wirklich schätzen gelernt habe, dauerte es ein paar Jahre. Die samplelastigen Tracks zwischen Trip Hop, Downbeat und instrumentalem Hip Hop ist auf den ersten Blick nicht unbedingt leicht verdaulich. Wer sich drauf einlässt, bekommt aber einen wunderbaren, detailverliebten Soundtrack für’s Kopfkino. Tracks wie “Full Bleed”, “The Ageing Young Rebel” (düster-ironisch betextet von Ken Nordine) und “The Crow” sind absolut zeitlose Klassiker.

Kaizers Orchestra - Ompa Til Du Dør

Kaizers Orchestra – Ompa Til Du Dør Meine erste Begegnung mit den Norwegern kann ich gar nicht mehr genau zurückverfolgen. Mehr als ein paar Jahre kann es aber nicht her sein, denn erst mit dem Maestro-Album schwappten auch die beiden Vorgängeralben aus dem hohen Norden herüber. Durch ihren unverwechselbaren “Gypsy-Rock”-Stil mit Öltonnen, Pumporgel und markantem Bass hatten sie mich aber schnell in ihrem Bann. So sehr, dass man versucht ist, norwegisch zu lernen, um die makaber-humorigen Storys der Konzept-Alben besser verstehen zu können – denn die Band singt ausschließlich im norwegischen Bryne-Dialekt. Vielleicht nicht unbedingt das perfekte Einsteiger-Album für Neulinge, ist das Debut Ompa Til Du Dør immer noch ihr bestes und auf Konzerten am heißesten geliebtes Werk.

Silverchair - Neon Ballroom

Silverchair – Neon Ballroom Eine dieser Bands, die ich erst nach Ende ihrer besten Zeiten wirklich wahrgenommen und zu schätzen gelernt habe. Als Neon Ballroom herauskam und virtuos die Grenzen des dahinsiechenden Grunge-Genres auslotete, war meine Rock-Zeit noch nicht gekommen. Nun, Jahre später weiß ich das von rockenden und balladesken Klassikern nur so überfüllte Album umso mehr zu schätzen. Auch wenn ich damit sicher in der Vergangenheit schwelge, gehört die Scheibe für mich zu den unnachahmlichen Vermächtnissen des Genres, noch vor Nirvana.

Nine Inch Nails - The Fragile

Nine Inch Nails – The Fragile Ein Album, das für mich einen der größten Sprünge meines Musikgeschmacks definiert. Die Liebe hatte mich damals von einem reinen Elektronik-Hörer in die Nähe des Rock gebracht. Um die Berührung mit der neuen Welt fließend zu gestalten, ließ ich mir auf meinem Zivildienst-Lehrgang, und damit auch noch erste kurze Zeit in einer größeren Stadt wie Kiel, Industrial-Bands empfehlen. Nine Inch Nails ist dabei mit diesem Doppelalbum der absolute Dauerbrenner für mich geworden. Fast jeder der Songs hat eine besondere Bedeutung für mich und lässt auch das als absolutes Meisterwerk der Band geltende “The Downward Spiral” blass aussehen.

Red Snapper

Red Snapper – Red Snapper Schon gleich zu Beginn meiner Elektronik-Phase waren Red Snapper ein ewiger Begleiter. Begonnen als ein dem elektronisch infizierten Surf Rock huldigendes Instrumental-Trio, wuchs der Stil von Album zu Album immer mehr zu Klassikern des Trip Hop heran. Besonders aber das patchworkartig zusammengestellte Abschiedsalbum nach der zum Glück wieder rückgängig gemachten Auflösung der Band ist für mich unabdingbar. Ungewohnt technoid, aber dennoch durch wunderbar atmosphärische, akustische Soundscapes überraschend, ließ die Scheibe Fans, nicht nur dank dem bekanntgegebenen Ende der Band ratlos zurück. Im Nachhinein sind die einzelnen Tracks aber etwas ganz besonderes, einzigartiges, dem die Band gern noch weiter folgen könnte.

Hörbeispiele

  1. Es handelt sich hier nicht um einen DJ sondern “Futter” für DJs, was in Form von Sample-Platten der ursprüngliche Hintergrund des Projekts war []

Kommentare

1

Sehr abwechslungsreich! Aber besonders Kaizers Orchestra sollte ich mir mal genauer anhören. Die Sprache klingt irgendwie cool!
Silverchair versuchte mir mein Cousin vor Jahren mal nahe zu bringen – leider (?) erfolglos 😉

geschrieben von juliaL49
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2

Ja, Kaizers Orchestra sind ganz groß – besonders live sollen sie unschlagbar sein – davon werd ich mir Freitag auch endlich mal ein Bild machen können. Silverchair gefallen mir vor allem wegen der Bandbreite – da ist von nah an der Schmalzgrenze spielenden Balladen bis hin zu Metal-Lärm alles dabei – und immer halten sie ein hohes Niveau.

geschrieben von beetFreeQ
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