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Filmekiste – Teil 4

Wie angedroht folgt heute der vierte und endlich mal neue Teil der Filmekisten. Bis auf zwei der sechs Filme dieser Ausgabe habe ich meines Wissens noch keinen erwähnt. Grund genug, das endlich nachzuholen! An Genres ist fast alles vertreten: Sci-Fi, Indie-Kino, Film-Noir und Märchen. Dabei gibt’s auch ein paar Einblicke in von Kritikern und Publikum sehr zwiespältig bewertete Filme!


Equilibrium

Equilibrium In einer nahen Zukunft werden Emotionen als Wurzel alles Bösen mit Medikamenten unterdrückt. Die Grammaton-Kleriker sorgen dafür, dass alles Emotionen auslösende ausgelöscht wird, bis der größte von Ihnen selbst die Macht der Gefühle kennenlernt. Oft als Matrix-Abklatsch abgetan, wird man dem Film eigentlich erst gerecht, wenn man ihn mehrfach gesehen hat. Equilibrium ist unter seiner stilistisch ausgefeilten Action weit mehr als ein einfacher Sci-Fi-Film. Die düstere Zukunftswelt zwischen Blade Runner und 1984 bietet viel Raum zu Interpretationen. Die Schauspieler – allen voran Christian Bale – tun ihr übriges, um Equilibrium zu einem besonderen Film zu machen.

Miller

Miller’s Crossing Der hochverschuldete Tom Reagan steht zwischen den Stühlen, als Johnny Casper ihm seine Schulden erlassen will, wenn dieser einen Auftragsmord an dem Bruder der Freundin seines Bosses begeht. Nach und nach zieht er aber mehr und mehr die Fäden in einem intriganten Ganster-Spiel. Der dritte Film der Coen-Brüder war trotz guter Kritiken seinerzeit ein absoluter Flop an den Kinokassen. Als bereits vierter Gangsterfilm in 1990 war das Publikum gesättigt, auch wenn Miller’s Crossing der beste der Riege war. Auf DVD wurde er zum Glück doch noch der verdiente Kultfilm.

Ghost Dog

Ghost Dog Der schwarze Auftragskiller Ghost Dog (Forest Whitaker) lebt den Weg des Samurais und sieht in dem Mafia-Mitglied Louie seinen Meister. Als dieser beauftragt wird, Ghost Dog zu töten, muss er sich entscheiden. Wer auf den ersten Blick an einen klischeehaften Actionfilm denkt, sollte sich den Namen Jim Jarmusch nochmal durch den Kopf gehen lassen. Der Regisseur hat hiermit seinem Film “Dead Man” einen inoffiziellen Nachfolger spendiert. In langsamen Einstellungen, wortkargen Dialogen und Mehrfach-Überblendungen erzählt er eine Geschichte von bedingungsloser Treue und Ehre des Samurai-Kodex aus einer ungewöhnlichen Perspektive.

The Fountain

The Fountain Ein Konquistador sucht für seine Königin nach dem Baum des Lebens. Eben dieser Baum soll dem Arzt Tom als Heilmittel für seine todkranke Frau dienen. Die in drei Stränge geteilte Handlung des Meisterwerks von Darren Aronofsky ist nicht leicht zu beschreiben. Durch waghalsige Sprünge in den Zeitebenen, verschiedenste Erzähltechniken und atemberaubende Bilder wird der Zuschauer aber an die Leinwand gebannt. Man muss diesen Film gesehen haben. Bildet euch selbst ein Bild – hasst diesen Film, oder liebt ihn – die Kritiker sind sich da auch noch nicht einig ;)

Stadt der verlorenen Kinder

Stadt der verlorenen Kinder Krank lebt mit seinen geklonten Brüdern, Mademoiselle Bismuth und dem Gehirn Irvin auf einer ausrangierten Ölplattform. Krank altert rapide, da er nicht träumen kann. Daher lässt er die Kinder der Stadt entführen, um deren Träume zu stehlen. Als er jedoch den kleinen Denrée entführt, machen sich die Zirkusattarktion One und das kleine Mädchen Miette auf, ihn zu befreien. Unter der Zusammenarbeit von Jean Pierre Jeunet und Marc Caro, die schon Delicatessen und Amelie zusammen gedreht haben, ist ein wundervolles surreales Märchen entstanden. Der Film erreicht durch seine kunstvollen Einstellungen und skurillen Ideen eine unglaubliche Intensität, wie sie bisweilen fast nur die Franzosen schaffen können.

Tideland

Tideland Das Mädchen Jeliza-Rose flüchtet sich in ihre Fantasiewelt, um der harten Realität ihrer schwer drogenabhängigen Eltern zu entgehen. Als sich ihre Mutter den letzten Schuss gibt und ihr Vater kurz darauf nach einer Flucht aufs Land folgt, verschwimmen Realität und Fantasie mehr und mehr. Terry Gilliam hat sich als ehemaliges Mitglied Monty Pythons den makaberen Seiten des Humors und der Fantasie gewidmet. Während “Brothers Grimm” dem Mainstream-Publikum gedacht war, bedient der fast zeitgleich entstandene “Tideland” die eingeschworene Fangemeinde. Der Film hat aber viel größere Aufmerksamkeit verdient. Als düsteres Märchen und gleichzeitigem Gesellschaftsdrama nahm es die Idee des Blockbusters Pan’s Labyrinth vorweg, steht diesem aber in nichts nach. Wie er dennoch bei Rotten Tomatoes zu einer sagenhaft schlechten Note gekommen ist, verstehe ich bis heute nicht…

Kein Wind bewegt die Stille,
die Luft ist regungslos,
als wenn die Welt an diesem Ort in ihrem Atmen innehält

Kante

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