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aquaristischer Punching Ball

Manchmal bräuchte ich ja wirklich was zum Abreagieren. Zum Beispiel in folgendem Szenario:

Zwei gut befreundete Angler überlegen sich, ihre Fische in schicken Aquarien auszustellen. Also werden ein paar Handwerker engagiert, die mit rostigen Werkzeugen und altem Material ein paar Aquarien zurechtzimmern. Ein paar Zoologen stehen bereit, um die Fische zu betreuen. Die Angel wird ausgeworfen und die ersten Fische finden den Weg in ihr neues Zuhause. So nach und nach wächst das Unternehmen und es werden immer mehr Handwerker und Zoologen engagiert, die weitere Aquarien aus dem selben Material bauen und die Fische betreuen. Das geht so ein paar Jahre seinen Gang.

Nach und nach machen sich aber Versäumnisse aus den Anfangstagen bemerkbar. Da nie ein erfahrener Aquariums-Bauer im Team war, der den Bau koordinieren und das richtige Material beschaffen konnte, bekommen die Becken so langsam aber sicher immer mehr Risse. Sie sind der mittlerweile stark angewachsenen Anzahl Fische und deren Bedürfnissen nicht mehr gewachsen. Aber dennoch werfen die beiden Angler unbeirrt ihre Rute aus, obwohl noch einige Fische im Netz zappeln und immer mehr unzufrieden in ihren nie ganz fertiggestellten Aquarien auf Besserung warten. Die Zoologen und Handwerker kommen schon lang nicht mehr hinterher. Eine ordentliche Planung gibt es nicht, die linke Hand weiß nicht, was die rechte tut. Die Angler haben zu allem Überfluss nur noch die dicksten Fische im Visier und lassen die anderen links liegen. Demenstprechend sinkt die Stimmung der anderen Fische immer mehr, weil sich keiner mehr um sie kümmern kann. Die angestellten Handwerker und Zoologen werden durch die ständigen Überstunden und die lachhaften Provisionen ebenso immer ungehaltener.

Aber die Angler merken die Einschläge nicht. Selbst als der wichtigste Handwerker das Handtuch schmeißt und kündigt, wird immer noch blauäugig weitergeangelt, ohne auch nur im Geringsten daran zu denken, die völlig verkorksten Strukturen aufzuräumen. Noch ist kein Aquarium wirklich unrettbar leck geschlagen, aber die Anzahl der Risse nimmt bedrohliche Ausmaße an und das Wasser nähert sich zusehends dem Siedepunkt.

Vielleicht hoffen die Angler drauf, irgendwann eine Meerjungfrau an den Haken zu bekommen, die ihnen drei Wünsche erfüllt. Ich weiß es nicht… – aber ich weiß, dass mir ein Punching Ball im Moment wirklich gut tun würde…

Kommentare

1

das ist wie im richtigen leben,wo man solche geschichten oder ähnliche jeden tag erleben kann.im kleinen wie im grossen.

geschrieben von schlotte
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2

Das mit der Meerjungfrau ist echt wichtig. Ansonsten würde man den Anglern ja unterstellen sie seien Betriebsblind und unfähig.

geschrieben von Proggi
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3

Die Geschichte kommt mir sehr bekannt vor. Cool geschrieben.

geschrieben von Lale2502
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