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Der Computer, das unbekannte Wesen

Die Diagonale rief mir Film-Klischees in den Kopf, die ich eigentlich schon längst mal hätte bloggen können. Ich glaub, fast jede Gruppe Menschen hat ein bestimmtes Gebiet, mit dem sie in Filmen auf dem Kriegsfuß stehen. Was wird dort auch immer alles so unrealistisch dargestellt? Was die Arztserien für echte Ärzte oder die Polizeiserien für echte Polizisten, sind sämtliche in Filmen und Serien verwendeten Computer für einen Programmierer wie mich.

Was in Sci-Fi-Filmen ja noch passend sein mag, wird in normalen zu unserer Zeit auf der Erde spielenden Streifen schnell zu hahnebüchenem Blödsinn.

Hier mal ein paar Beispiele der Leuteverblödung in bekannten Kino-Blockbustern:

Das Betriebssystem – Natürlich arbeitet man in Filmen nicht wie über 90% der Leute mit Windows, MacOS oder Linux. Nein, man hat doch in jedem Film ein völlig neues intuitives Betriebssystem, das immer genau weiß, was man will. Wie in den Studios ganze Straßen als Kulisse entstehen, tun die Programme es auch in Computern. Weiß Gott warum – einfach Windows verwenden und den Zuschauern etwas vertrautes zu zeigen, ist wohl zu einfach. Lediglich MacOS scheint sich doch überproportional durchzusetzen. Woran das wohl liegen mag? Wenn man genau hinschaut, findet man auch die dazugehörigen Macs in extrem vielen Filmen wieder – ob in 24, Men In Black 2 oder The Beach – überall weiß man den angebissenen Apfel zu schätzen.

Wireless Anything – Computer können in Filmen natürlich überall, ob mit Kabel oder ohne, ob in der hinterletzten Wüste oder tief unter der Erde, im Internet surfen und eignen sich natürlich auch dazu, sich in jedes noch so geheime Netzwerk einzuhacken. In Independence Day kann man sogar mit einem alten Powerbook (schon wieder Apple) in die Computersysteme eines außerirdischen Raumschiffes eindringen und dieses umprogrammieren. Ähnliche Genies sind auch die Lone Gunmen aus Akte X, schaffen sie es doch, mit ihrem Übertragungswagen in jedes Netz zu hacken und immer die geheimsten Akten zu besorgen. Dass die geschädigten natürlich merken, dass und vor allem von wem sie gehackt werden, ist Ehrensache – so bringt man Verfolgungsjagden ins Spiel!
Genauso lassen sich natürlich sämtliche noch so riesige Datenmengen per Diskette auf jeden Rechner hoch oder runterladen. Dazu gibt es dann eine spannende Fortschrittsanzeige, zu dessen Ende sich oft entweder ein Rechner-Absturz oder ein Entddecktwerden des spionierenden Schauspielers gesellen. Und sollte mal keine Diskette zur Hand sein – wie wir alle wissen, kann man von jedem Rechner in Sekundenbruchteilen eine Mail mit mehreren Gigabyte-großen Anhängen verschicken!

unkaputtbar – Rechner in Filmen halten natürlich alles aus. Powerbooks, die wie in Sex In The City stundenlang ohne Netzteil laufen, sind genauso kein Problem, wie einen Computer mal eben ins Wasser zu schmeissen. Ist doch klar, dass der nachher noch läuft. Abstürze gibt es natürlich auch nicht, wo kommen wir denn da hin.
Allerdings gibt es auch wieder die genauen Gegenbeispiele – nämlich wenn solche Pannen zur Spannung beitragen sollen. So sieht man dann rückwärts laufende Uhren bis der Akku zur Neige geht oder ein Computer stürzt wild blinkend und dröhnend ab, um dann in Rauchentwicklung, vielleicht etwas Feuer oder einer Explosion endgültig sein Leben auszuhauchen.

Geräuschentwicklung und hübscher Schnick-Schnack – natürlich muss ein Computer auch zu jeder Eingabe oder jedem Ablauf auf dem Bildschirm wilde Geräusche von sich geben. Die obligatorischen Schreibmaschinen-Sounds beim Tippen sind da nur der Anfang. Sobald man mit wilden Textkommandos irgendwelche Berechnungen auslöst, werden aus einer reinen Textoberfläche plötzlich untermalt von nachgeahmtem Nadeldruckergetöse, Fiepen und rattern 3D-Szenen gemalt oder man kann über die frisch gehackten Satelliten auf die Erde heruntergucken und so weit heranzoomen, um einer Ameise beim Pinkeln zuzusehen. Ehrensache, dass die Geräusche keine Lautsprecher benötigen. Dafür beleuchten die Monitore das ganze Zimmer und spiegeln sich im Gesicht des Anwenders oder an der Wand, an der man genau ablesen kann, was auf dem Bildschirm grad vor sich geht.

Aus schlecht mach gut – Besonders toll kann man mit Computern natürlich schlechte Daten verbessern. Da wird ein schlecht aufgelöstes, unterbelichtetes Bild so zurecht gezoomt und aufgehellt, dass man am Ende glasklar jedes Gesicht erkennen kann, auch wenn es vorher vielleicht mal grad 10 Pixel groß war. Fast das selbe geht natürlich auch mit Tonaufnahmen. Jegliches Rauschen, alle im Vordergrund stehenden Geräusche lassen sich ohne viel Aufwand ausblenden, um ein vorher garnicht wahrnehmbares Gespräch aus dem Hintergrund zu hören. Die Aufnahme eignet sich dann natürlich auch noch perfekt dazu, mit der Stimmaufnahme des vermuteten Täters zu vergleichen und eine Übereinstimmung zu erkennen, die wiederum, wie wir eben gelernt haben, durch wildes Blinken und Piepen signalisiert wird.

Selbstredend gibt es noch viele weitere Beispiele, unsinniger Computer-Szenen aus Filmen. Aber wozu beschweren? Immerhin sorgt das auch für den einen oder anderen Lacher selbst in den spannendsten Thrillern 😉

Kommentare

1

Sehr geile Auflistung! An manches hab ich vorher noch garnicht so gedacht…am geilsten sind ja die Computer mit Geräuschen und die Betribessysteme. Vor allem wenn die Leute echt nur die Tastatur benutzen und nie die Maus. Die können trotzdem alles in einem Supertempo machen ^^

geschrieben von Schaps
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2

Stimmt – jetzt wo du’s sagst – die benutzen echt selten ne Maus…

geschrieben von beetFreeQ
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