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große Koalition

Herz: Hallo Leute! Ich bin aus dem Urlaub zurück! Alles roger? Ich hoffe, ihr habt seine Gefühlswelt nicht zu sehr auf Sparflamme laufen lassen!
Verstand: Ach ne, jetzt ist unser Fräulein auch wieder da. Und ich hatte ihn schon langsam wirklich vernünftig.
H.: Ach, tu mal nicht so – du weißt genau, wie viele einsame Stunden du ihm damit schon verschafft hast. Und ich durfte alles ausbaden.
V.: Als wäre alles immer so einfach! Fühlen ist halt keine Männersache. Wirft viel zu viele Fragen auf. Meinst du, ich hab nicht auch genug damit zu tun, ihn vor noch mehr Leid und unbedachten Aktionen zu schützen? Du bist ja nichtmal die einzige, die gegen mich arbeitet!
Impulsivität: Hey, ich weiß genau, wen du damit meinst!
V.: Ja genau, wen soll ich sonst meinen!
I.: Na also ich hab mich ja nun wirklich zurückgehalten. Die paar fixen Ideen, die er die letzte Zeit hatte, kann man doch an einer Hand abzählen. Und zu mehr als Ideen hab ich ihn auch nicht gebracht. Ich werde langsam alt…
H.: Das ist auch gut so. Ich mag nicht so gern komplett abgeschaltet werden wie vor ein paar Jahren!
V.: Ja, daran kann ich mich auch noch erinnern. Ich hatte keine Chance durchzukommen. Und plötzlich verschwindet der gute Herr I. und was blieb? Totales Chaos und viele Erkenntnisse aufzuarbeiten.
H.: Hihi – na zum Glück hat er sich ja nicht an alles gehalten, was du ihm damals so eingebläut hast. War nicht einfach, wieder an ihn heranzukommen.
I.: Ach was. Er brauchte das. Eigentlich viel öfter. Nur so entwickelt man sich weiter und sammelt Erfahrungen! Aber ihr lasst mich ja nicht!
V.: Nein, wie soll denn sonst ein rational denkender Mensch aus ihm werden?
H.: Oder ein fühlender?
I.: Ach, lasst mich doch damit in Ruhe. Blöde Vernunft – die macht einem doch eh immer alles kaputt.
V.: Das siehst du vielleicht so! Vernunft ist das Wichtigste im Leben! Sie bewahrt einen vor Schmerzen! Unbedachte Aktionen und Gefühle machen alles immer gleich so kompliziert.
H.: Nun hört doch mal auf, auf eure Grundsätze zu pochen. Wär’s nicht langsam mal Zeit, zusammenzuarbeiten?
V.: Und wie stellst du dir das vor? Als könnte man mit euch vernünftig reden!
I.: Ach, ich weiß schon – ich darf wieder die Vorarbeit machen und ihn nachher seinen Gefühlen überlassen, damit ihr was zu tun habt!
H.: Quatsch! Eben nicht! Diesmal sollten wir wirklich mal miteinander reden. So wie so eine Koalition sozusagen.
V.: Als würdest du dich mich sowas auskennen.
H.: Na das ist es doch grad. Jeder von uns kann etwas bestimmtes am Besten. Und wenn wir mal wirklich zusammenarbeiten und uns nicht immer wieder hintergehen, dann landet er nicht schon wieder in so’ner Situation wie letztes Mal.
V.: Oh ja, da hast du sogar mal recht. Das letzte Mal hatten wir wohl alle drei wirklich viel zu reparieren.
I.: Hmm, ja, ist wohl was dran…
H.: Seht ihr? Wir sollten uns einfach alle ein wenig zurückhalten. Geb ich ihm zuviele Gefühle mit auf den Weg, geht’s wieder schief. Er braucht Zeit.
V.: Zeit, die er dann wieder mit mir verbringen will. Ich glaub, ich weiß, worauf du hinaus willst. Ich werde ihm vielleicht auch mal nicht so viel einreden. Er ist immerhin ein erwachsener Mann.
I.: Und ich, wo ist meine Aufgabe dabei?
H.: Na du lieferst die Ideen, sprichst sie aber wirklich mal mit uns ab. Nicht wie sonst einfach unsere Arbeit nehmen und sie wieder kaputt machen! Das kannst du nämlich wirklich famos!
I.: Na ich weiß ja. Unser lieber Herr Verstand hat mich ja schon oft genug zurechtgewiesen.
H.: na dann ist doch alles klar, oder? Gebt euch die Hände und umarmen wir uns!
V.: Ach komm, das ist jetzt doch etwas kitschig, findest du nicht?
I.: Achtung, alle wieder auf Position. Ich glaub, er wacht grad auf!

Inspiriert von Aurora’s Smalltalk mit ihrer inneren Stimme und durch diverse Guten-Morgen-Telefonate mit Leipzig die letzten Tage – ganz roh aufgeschrieben – ohne zu großen Realitätsbezug – einfach so… – zum Nachdenken!

Kommentare

1

Eine sehr schöne Idee, das Thema mal auf diese Art und Weise zu betrachten oder zu verarbeiten. Ich finde die Umsetzung wirklich gelungen, auch wenn ich nicht immer mit der gebotenen Ernsthaftigkeit lesen konnte, da es mich teilweise halt ein wenig an den Gag von Otto erinnert hat, wo er eine ähnliche Idee hatte und die Kommunikation zwischen mehreren menschlichen Organen dargestellt hat… eben nicht mit diesem eher ernsten/ nachdenklichen Hintergrund.

geschrieben von Sascha
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2

Ja, ein bisschen hatte ich Otto’s Sketch dabei auch im Hinterkopf. Also kein Problem, wenn man etwas schmunzeln muss.

geschrieben von beetFreeQ
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