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Endlich wieder normal duschen!

Ich glaub, ich hol erstmal ein wenig aus, denn die wenigsten hier werden überhaupt wissen, was es da denn so zu freuen gibt. Es könnte stellenweise etwas unappetitlich werden – also vielleicht nicht unbedingt als Lektüre zur Mahlzeit lesen!

Also, angefangen hat’s so irgendwann vor 2-3 Jahren. In meiner rechten Achselhöhle hatten sich so kleine Beulen gebildet. Nach einiger Zeit taten diese auch beim Bewegen ein wenig weh. Links kamen mit der Zeit auch welche. Insgesamt war’s sowieso ein Kommen und Gehen – mal war’s schlimmer, mal wieder besser. Ein Hautarztbesuch brachte letztendlich zutage, daß es sich da wohl um Abszesse handelte, die sich an den Schweißdrüsen bilden. Sowas kommt halt mal vor. Mit Glück bekäme man die mit Salben und so wieder weg. Tja, mit Glück war ich leider nicht gesegnet – weder diverse Salben noch Tabletten haben wirklich Abhilfe geschaffen. Blieben noch zwei Möglichkeiten: A. mit den Dingern leben oder B. eine große Operation, bei der das gesamte Gewebe unter beiden Achseln entfernt werden muss und eine langwierige und teilweise schmerzhafte Heilzeit… Klar, daß ich mich da erstmal für A entschied.

So ging’s auch erstmal ne ganze Weile gut – hatte mich halt an das zeitweise Zwicken gewöhnt. Dummerweise war’s damit nicht erledigt – so irgendwann im Sommer 2005 war’s dann soweit: diese Abszesse gingen auf! Nicht nur, daß das teilweise echt unangenehm wehtat und eiterte – das schlimmste war der üble Gestank, der durch die lange “Reifzeit” unter der Haut zustande kam. Tja, das war’s also mit Plan A – also Zähne zusammengebissen und Plan B in Angriff genommen.

Im August hatte ich dann meinen Krankenhaustermin. Mir wurde alles gut erklärt. Es würde das Gewebe großflächig inkl. Haarwurzeln und Schweißdrüsen weggeschnitten werden und danach sei eine etwa 3-monatige Zeit zum Verheilen nötig. Die OP verlief problemlos und auch meine anfänglichen Bedenken, ob ich denn auch gleich fähig sein würde, mir wieder selbst den Hintern abzuwischen, lösten sich glücklicherweise in Luft auf. Schmerzen waren zum Glück bis auf die ersten Tage auch Mangelware. So war ich also nach 10 Tagen mit ner riesigen Tüte voller Verbandszeug wieder zu hause. Weitere tägliche Verbandswechsel (die alle paar Stunden erstmal sogar noch verstärkt werden musste, damit nichts durchsuppt) wurden dann erst vom Pflegedienst und dann – als sie den Schock über diese riesigen Wunden überwunden hatte – von meiner Ex-Frau (ist ne andere Geschichte ;)) gemacht. Irgendwann war dann auch wieder arbeiten drin, als die Verbände mal endlich nen ganzen Tag dicht hielten. Nur das Duschen war ziemlich unpraktisch. Die Achseln auszulassen, erwies sich als echt nicht einfach – aber mit der Zeit hatte ich mich dran gewöhnt.

Die Zeit verging dann so und es waren so zwei Monate rum und alles sah noch gut aus. Das Gewebe war gut nachgewachsen und es müsste nun Haut drüberwachsen. Tja, das war das Problem – die wollte nämlich nicht so recht. In ganz langsamen Schritten und durch Ausprobieren der verschiedensten Verbandsmethoden (allesamt mit fiesen Klebestreifen, die meine gesunde Haut außenherum zusätzlich angriffen) schafften wir es dann, die Wunden zum Jahreswechseln wirklich auf kleine Flächen runterzubekommen. Dann kam wieder eine Flaute – es wollte sich nichts mehr bewegen. Wieder wurde alles mögliche probiert und irgendwann vor zwei Monaten war’s fast soweit und es sah aus, als seien die Wunden jeden Moment zu. Pustekuchen – natürlich blieben die beiden störrisch und dachten sich, ach, wir können doch nochmal von etwa Pfennigstückgröße wieder auf Golfballgröße anwachsen. Gaaaanz super. Diese Idee hatten sie doch gleich zweimal – und jedes Mal wurde die Hoffnung, irgendwann wirklich wieder normal duschen zu können, kleiner.

Nach einem letzten Neuversuch in Sachen Verbandszeug (ich habe wohl mittlerweile locker 10-15 verschiedene Kombinationen aus Kompressen, Klebezeug, Salben, Gels und was weiß ich noch hinter mir) ist es nun aber endlich soweit: Eine Wunde ist mittlerweile zu! Endlich! Halleluja. Heute morgen war dann der große Moment – ein Duscherlebnis der ganz besonderen Art. Ich musste nur noch auf meinen linken Arm acht geben – und das war schonmal eine große Erleichterung. Jetzt bin ich auch wieder frohen Mutes, daß meine Wunde links auch bis zu meiner Fahrt nach Leipzig in zweieinhalb Wochen zu ist – das wäre doch was – dann könnte ich ja glatt sogar wieder schwimmen gehen…

Tja, Fazit der ganzen Geschichte: die Ärzte müssen vor den geschätzten drei Monaten ein “drei mal” vergessen haben – denn ein Dreivierteljahr sitze ich nun schon damit herum. Die OP hätte ich in dem Wissen um diese lange Zeit aber sicher trotzdem auf mich genommen – allein der Geruch vorher war derart unangenehm – das wiegt diese lange Zeit locker auf. Bleibt nur zu hoffen, daß das ganze wirklich nie wiederkommt. Unter den Armen ist die Wahrscheinlichkeit nun dank fehlender Schweißdrüsen zum Glück verschwindend gering – aber was ich da im Krankenhaus an Schauergeschichten über die selbe Problematik im Schritt gehört habe… – da wird einem ganz anders!

Kommentare

1

Ach du scheiße… wie gemein kann das schicksal bloß werden… ich wünsch dir viel glück, dass dein Schritt gesund bleibt!

geschrieben von Paula Duschen
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